Dämmung

Alles über Wärmedämmung

Die Wärmedämmung von Gebäuden erlangte erst in den letzten Jahrzehnten ihre enorme Bedeutung. Das oberste Ziel ist die Reduzierung des Energieverbrauchs zur Wärmeerzeugung und damit der daraus resultierenden Energiekosten. Damit einher geht aber auch eine deutliche Steigerung des Wohnkomforts. Diese Artikelserie von der Bawos.ch Redaktion zum Thema Wärmedämmung bietet aktuelle Informationen speziell für den schweizer Hausbesitzer.

24 Januar 2016

Explizit bei der Wärmedämmung spielt dabei die Nachhaltigkeit der verwendeten Dämmmaterialien eine immer wichtiger werdende Rolle. Daneben gibt es in der Schweiz aber auch gesetzliche Mindestanforderungen. Um die ambitionierten Ziele beim CO2-Ausstoß, die auch die Schweiz zugesagt hat zu erreichen, werden Wärmedämmung und Energieeffizienz unterschiedlich auf nationaler und kantonaler Ebene gefördert.

Die Gebäudedämmung im Detail

Die primäre Anforderung an die Wärmedämmung eines Gebäudes steht mit dem Senken der Heizkosten ausser Frage. Jedoch gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen, wie die Wärmedämmung umgesetzt und montiert wird. Zum besseren Verständnis betrachten wir dabei zunächst die Gebäudehülle. Diese besteht aus den folgenden Komponenten:

  • Dach
  • Fassade mit Fenstern und Türen
  • Keller

Unterscheidung der Dämmbereiche

Außerdem unterteilen wir das Gebäude nach Keller-, Wohn- und Dachbereich. Gegen Wärmeverlust zu schützen ist vornehmlich der Wohnbereich, jedoch sind moderne Gebäude so konzipiert, dass die Gebäudehülle ganzheitlich gedämmt wird. Je nach Vorgehensweise und Umfang der erforderlichen Dämmung kommen die folgenden Wärmedämmungen infrage:

  • Dachdämmung (von innen oder außen unter der Dachhaut)
  • Fassadendämmung (von außen über ein Wärmedämm-Verbundsystem oder durch Innendämmung)
  • Kellerdämmung (von außen als Perimeterdämmung oder als Innendämmung)
  • Dämmung von einer zur nächsten Etage (Estrich- oder Deckendämmung)

Wärmedämmung abhängig vom Baustandard

Dazu muss insbesondere bei Bestandsgebäuden nach solchem mit traditionellem und heute technisch aktuellem Baustandard unterschieden werden. Bis vor wenigen Jahren war die traditionelle Bauform der anerkannte technische Baustandard, wurde inzwischen aber abgelöst. Der Aufbau war früher folgendermaßen:

  • Keller: schwarze Kellerwanne
  • Fassade: mit oder ohne zeitgenössischer Wärmedämmung
  • Kaltdach

Traditionell wird so gebaut, dass der Luft- und damit Feuchtigkeitsaustausch in einem Haus unkontrolliert über von innen nach außen diffusionsoffene Bauteile führt. Das heißt, beispielsweise über das Kaltdach kann die mit Feuchtigkeit angereicherte Luft von innen nach außen entweichen, aber nicht von außen nach innen eindringen.

Der technisch anerkannte, aktuelle Baustandard

Der moderne, inzwischen technisch anerkannte Baustandard sieht so aus:

  • Keller: weiße Kellerwanne, vollständig dicht
  • Fassade mit Fenstern und Türen: vollständig gas- und damit luftdicht
  • Warmdach: vollständig gas- und damit luftdicht
  • Die Entfeuchtung und Umwälzung der Luft erfolgt über eine gesteuerte Belüftung mit Wärmerückgewinnung

Berücksichtigung der Baustandards zwingend

Bei der Wärmedämmung von Gebäuden kommt es damit letztendlich darauf an, wie weit der energetische Sanierungsumfang reichen soll. Bei Bestandsgebäuden in traditioneller Bauweise müssen von innen nach aussen diffusionsoffene Dämmungen angebracht werden, bei einer gleichzeitigen Modernisierung hin zu Warmdach und gesteuerter Lüftung kommen teilweise gas- und luftdichte Dämmstoffe zum Einsatz.

Materialien, Formen und Aufbau von Dämmstoffen

Ein Dach wird mit Dämmplatten gedämmt

Mit Klemmfilten wird ein Dach recht einfach zwischen den Sparren gedämmt.

Zunächst davon unabhängig kommen unterschiedliche Materialien und Produkte zum Einsatz. Strukturell bestehen Wärmedämm-Komponenten aus Fasern, Granulat oder festem Schaum. So werden sie dann zu Dämmplatten, textilen Dämmmatten oder Faserverbund-Werkstoffen verarbeitet. Auch lose zum Einblasen in Hohlräume werden verschiedene Dämmstoffe verwendet. Die Grundstoffe, die dabei zum Einsatz kommen, sind vielfältig:

  • Schäume, künstlich organisch hergestellt, beispielsweise Polyurethan (PU-Schaum), Polyethylen, Polystyrol usw.
  • Schäume, mineralisch, wie Porenbeton (Gasbeton), Blähton, Perlite, Bimsstein
  • organische Fasern wie Holzfasern, Zellulose, Kokosfasern, Hanf (verarbeitet zu Holzfaser- oder Zellstoff-Verbundplatten usw.)
  • mineralische Fasern wie Glaswolle, Steinwolle
  • lose Flocken zum Einblasen auf Zellulosebasis, auch Blähglas, Blähton, Kork, Ceralith
  • Vakuumdämmplatten (VIP für Vacuum Insulated Panel) und Aerogele (vornehmlich auf Silicat-Basis)

Physikalische Dämmwerte

Natürlich wird bei den verschiedenen Dämmstoffen auch die Wärmedämmwirkung angegeben. Auch wenn in der Schweiz insbesondere der U-Wert, veraltet auch k-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) entscheidend ist, werden verschiedene Produkte auch unterschiedlich gekennzeichnet:

Wärmedurchgangskoeffizient, U-Wert, früher k-Wert: Beim U-Wert werden die Dämmeigenschaften unter Berücksichtigung vom Wärmeübergangswiderstand zu den direkt angrenzenden Luftschichten angegeben. Je kleiner der U-Wert, desto besser die wärmedämmende Wirkung.

Wärmeleitfähigkeit: ein teilweise theoretischer Wert, da davon ausgegangen wird, dass kein Luftzug besteht. Bei Baustoffen werden unterschiedliche Materialien und Produkte jedoch unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet. Selbstverständlich verbessern sich auch hier die wärmedämmenden Eigenschaften, je geringer dieser Wert ist.

Die Kosten der Wärmedämmung, Fördermittel

Die Kosten für die Wärmedämmung sind pauschal nur schwer zu beziffern und hängen stark von den genutzten Dammmaterialien und Dämmmethoden ab. Am ehesten lässt sich der Unterschied bei der Verwendung von Dämmmatten gegenüber einer Einblasdämmung erklären. Um eine Decke zu dämmen, wird die Dämmung gegebenenfalls in der hohlen Zwischendecke montiert. Zum Anbringen von Dämmplatten muss dieser Bereich also erst freigelegt und dann wieder geschlossen werden. Bei der Einblasdämmung dagegen reicht eine kleine Öffnung und der Dämmstoff wird dann einfach in den Hohlraum eingeblasen.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch erhebliche Kostenunterschiede bei der Wärmedämmung, die produkt- und materialabhängig sind. Nicht selten kann auch nicht sofort mit dem Dämmen begonnen werden. Soll an einer Kellerwand eine Perimeterdämmung angebracht werden und ist das Fundament aber tropfnass, muss das betreffende Mauerwerk zunächst durch eine vertikale oder horizontale Abdichtung trockengelegt werden. Mit dem vorangehenden Sanierungsaufwand steigen dann natürlich auch die Dämmkosten. Daher ist eine Begutachtung mit anschließender Planung der sicherste Weg, keine Kostenüberraschung zu erleben.

Daneben lassen sich aber auch Kosten bei der Wärmedämmung einsparen. Gerade bei der energetischen Sanierung, was die Wärmedämmung natürlich mit einschließt, gibt es unterschiedliche Fördermittel auf nationaler und kantonaler Ebene in der Schweiz. Das Gebäudeprogramm der Schweiz gibt konkreten Aufschluss dazu.

Fehler bei der Wärmedämmung

Bei der Wärmedämmung von Gebäuden kann es zu einer Vielzahl von Fehlern kommen. Vor allem bei Altbauten werden erst Jahrzehnte später Fehler bei der Wärmedämmung aufgedeckt die zu hohen Sanierungskosten führen können. In einem weiterführenden Artikel haben wir die häufigsten Fehler bei der Wärmedämmung für Sie zusammengefasst.

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