Gebäude & Energie
Lehm wird zum Bauen zu Lehmziegeln verarbeitet

Bauen mit Lehm

Bauen mit Lehm begleitet die Menschen seit der Zeit, zu der die ersten Bauern sesshaft wurden. Heutzutage ist das bauen mit Lehm in westlichen Gesellschaften eher ein Randphänomen, während in südlicheren Ländern Lehmbauten in vielen Städten und Dörfern Alltag sind. In letzter Zeit beginnen aber auch bei uns immer mehr Menschen, sich mit dem alten Werkstoff wieder genauer zu beschäftigen – gilt er doch als ökologisch korrekt und gesundheitlich unbedenklich. Doch ist da wirklich was dran?

16 November 2016

Bauen mit Lehm – eine perfekte Mischung?

Lehm ist eine Substanz, die aus Sand, Feinsand und Ton besteht. In vielen Regionen der Welt ist Lehm im Überfluss vorhanden, kann ressourcenschonend abgebaut und sehr einfach weiterverarbeitet werden. Nach Ende des Lebenszyklus kann Lehm vollständig recycelt werden. Daher kann Lehm als Baustoff wirklich als „perfekte Mischung“ bezeichnet und für zukünftige Eigenheimbesitzer nur empfohlen werden.

Bauen mit Lehm – so entstehen die Materialien

Lehmputz, Lehmziegel und Lehmbauplatten haben eines immer gemeinsam. Sie werden nicht, wie beispielsweise Ziegel, gebrannt, sondern trocknen an der Luft aus. Hierdurch erreicht man die hohe Stabilität des Baustoffes. Da Lehm alleine jedoch nicht den Anforderungen an den Hausbau genügen würde, wird ihm während der Herstellung ein Zuschlag an pflanzlichen oder mineralischen Stoffen beigemischt. Dies kann Stroh oder Hanf sein, auch Holzfasern oder Kieselsteine sind als Beimischungen möglich. Je nach zugefügtem Material lässt sich die Eigenschaft des Lehms steuern und beeinflussen. So wird durch die Jahrhunderte alte Technik ein druck- und abriebfester, wärmedämmender Baustoff erzielt, der sich hinter modernen Materialien wie Stahl und Beton nicht zu verstecken braucht.

Bauen mit Lehm – die Vorteile

In puncto Brandschutz macht Lehm als Baustoff eine ausgezeichnete Figur. Sofern die entzündlichen Zuschlagsmaterialien in der Gesamtsumme nicht mehr als 15 % betragen, ist Lehm schlichtweg nicht brennbar. Einen weiteren Vorteil wissen all diejenigen zu schätzen, die sich bereits für längere Zeit in einem Lehmhaus aufgehalten haben. Baustoffe aus Lehm regulieren den Feuchtigkeitsgehalt eines Wohnraums, in dem sie Wasserdampf aufnehmen, speichern und bei Bedarf wieder abgeben können. Dadurch entsteht in den Innenräumen ein von den Jahreszeiten unabhängiges, ausgeglichenes und angenehmes Raumklima. Die Luftfeuchtigkeit in Häusern aus Lehm beträgt konstant rund 50 %. Das beugt nicht nur effektiv Schimmelbildung vor, sondern verhindert auch das Austrocknen der Schleimhäute. Man kann also sagen: Lehm hält gesund! Übrigens kann Lehm im Innenausbau Heizkosten effektiv senken: Lehmputze oder Lehmbauplatten sind hervorragende Wärmespeicher. Sie nehmen die von den Heizkörpern abgestrahlte Wärme auf, absorbieren diese und geben sie gleichmässig wieder an den Raum ab.

Bauen mit Lehm – im Innenausbau unschlagbar

Im Innenausbau von Häusern und Wohnung werden gerne und häufig Lehmputze oder auf Lehm basierende Farben anstelle ihrer konventionellen Pendants verwendet. Die im vorherigen Abschnitt aufgezählten Vorteile sind für viele Bauherren nicht von der Hand zu weisen und wiegen die leicht höheren Anschaffungskosten mehr als auf. Lehmbauplatten werden anstelle von Gipskarton für den Trockenbau verwendet. Selbst in Feuchträumen, Badezimmer oder Küche, kann Lehm eingebracht werden, wobei allerdings im direkten Spritzwasserbereich Fliesen oder anderen wasserabweisenden Materialien der Vorzug gegeben werden muss. Lesen Sie hier weiter, wenn Sie mehr über die Vorteile und die Verarbeitung von Lehmputzen erfahren möchten

Bauen mit Lehm – auch ganze Häuser aus Lehm sind möglich

Es ist möglich, ein komplettes Haus aus Lehm zu bauen. Hierbei muss jedoch sichergestellt sein, dass die Aussenwände gegen aufsteigendes Wasser und Regen geschützt sind, beispielsweise durch nach unten isolierende Schichten aus Gestein und grossen Dachüberständen. Massive Wände werden entweder aus Lehmziegeln gemauert oder im Stampflehmbau ausgeführt. Hierbei werden Verschalungen aus Holz errichtet, in die daraufhin feuchter Lehm gefüllt und verdichtet wird. Nach vollzogener Trocknung entsteht eine robuste Wand- Die Alternative ist der Fachwerkbau. Hierbei wird ein Holzgerüst errichtet und die einzelnen Zwischenräume anschliessend mit einer Mischung aus Lehm und Stroh verfüllt. Ein altes Verfahren, dass aktuell immer mehr Zuspruch findet!

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