Dach
Dachaufbau Querschnitt

Dachaufbau einfach erklärt

Was macht ein Haus eigentlich zu einem Haus? Die Wände? Ja, schon. Die Türen und Fenster? Auch diese sind zweifelsfrei wichtig. Aber ohne das wichtigste Element eines Hauses würden wir oft im Regen stehen. Das Dach macht ein Haus erst zu dem behaglichen Ort, in dem wir leben und uns wohlfühlen.

25 Mai 2017

Dächer werden, obwohl allgegenwärtig, zwar wahrgenommen, aber nur die wenigsten von uns wissen, wie viel Handwerkskunst und bauliches Fachwissen eigentlich nötig ist, um ein Dach in Perfektion aufziehen zu können. Wir haben uns daher mal auf die Suche gemacht und wollten wissen, wie eigentlich so ein Dachaufbau aussieht. Was bedeutet Dacheindeckung und was macht eine gute Dämmung aus? Freuen Sie sich auf einen kleinen Ausflug mit uns in die Welt der Dachdeckerkunst.

Ein solides Grundgerüst ist Pflicht!

Die Grundlage eines jeden Daches ist der richtige Dachaufbau. So wird in der Fachsprache der Teil des Daches genannt, der später sowohl die Dachdämmung als auch die Deckschicht tragen wird. Die meisten Dachformen werden als Sparrendach errichtet. Hierbei werden für den Dachaufbau in der vertikalen Ebene massive Holzbalken so aufgestellt, dass die beiden Seiten einen Winkel von knapp 45° bilden. Die vertikalen Balken werden bei diesem Dachaufbau wiederum mit dünneren, horizontal ausgerichteten, Querträgern verbunden. So entsteht ein leichtes, aber gleichzeitig extrem stabiles und tragfähiges Gerüst. Anders bei Flachdächern. Hier wird gerne Stahlbeton vergossen.

Dämmung schützt das Dach

Im nächsten Schritt wird der Dachaufbau mit einer Dämmung versehen. Diese sorgt dafür, dass über das Dach nur wenig Wärme entweichen kann. Das schont den Geldbeutel – und ist gut für das Klima! Bei der Dachdämmung eines Spitzdaches mit Sparrenaufbau werden in die freien Zwischenräume zwischen den Holzbalken dicke Schichten von Glaswolle oder anderen, isolierend wirkenden Baustoffen montiert. Diese Dämmmethode nennt sich daher auch Zwischensparrendämmung. Eine andere Art der Dämmung ist die Aufdachdämmung. Diese Methode ist im Vergleich zu der Zwischensparrendämmung wesentlich effektiver – aber auch wesentlich teurer und aufwändiger. Bei Flachdächern hingegen kommen ganz andere Dämmmethoden zum Einsatz.

Die Dachlattung

Bevor ein gedämmtes Sparrendach mit Dachziegeln belegt werden kann, muss noch die sogenannte Dachlattung aufgezogen werden. Die Dachlattung dient später zum Tragen und Halten der eigentlichen Deckschicht, der Dachabdichtung. Die Dachlattung besteht aus schmalen Holzlatten, die in einigem Abstand zueinander über Kreuz auf die Dachsparren genagelt oder geschraubt werden. So entsteht eine Fläche in Gitterform, die sich ideal für die Dacheindeckung mit Dachziegeln eignet. Alternativ zur Dachlattung werden häufig auch komplette Dachverschalungen durchgeführt. Hierbei wird das Dach vollflächig mit Holzfaserplatten oder Unterdeckbahnen ausgerüstet. Diese Methode ist teuer, aber hinsichtlich Wärmedämmung sehr effektiv.

Der äussere Dachaufbau

Ist der Unterbau vollendet, kann die äusserste Schicht des Daches, die Dachabdichtung, aufgezogen werden. Die äusserste Schicht hat primär die Aufgabe, das Dach vor Wind und Wetter zu schützen und muss dementsprechend robust ausgeführt werden. Bei gängigen Flachdächern wird zumeist mit Ziegeln aus Beton oder Ton eingedeckt. Dachziegel sind extrem widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und können problemlos mehrere Jahrzehnte ohne Mängel überstehen. Bei Flachdächern wird häufig Bitumen als Dachabdichtung verwendet. Dieses Material ist enorm robust und hält selbst strengsten Wintern stand. Allerdings reagiert Bitumen auch sehr negativ auf stehendes Regenwasser. Daher sollten Flachdächer immer mit einer leichten Neigung ausgeführt werden, um Regen zuverlässig abzuleiten.

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