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Die Ausnützungsziffer in der Schweiz

In der Schweiz gibt es die sogenannte Ausnützungsziffer. Sie gehört zum Zonenplan; dieser regelt, wo Gebäude entstehen dürfen. Dabei lautet die Regelung: je höher das Verhältnis zwischen der Bruttogeschosshöhe und der Grundstücksfläche, um so wertvoller ist das Grundstück.

24 Mai 2015

Welches Grundstück soll es sein?

Wer auf der Suche nach einem Grundstück ist und dabei viele Argumente diskutiert, vergisst mitunter ein nicht unwesentliches Detail: die Ausnützungsziffer. Der Zonenplan sollte genau angeschaut werden, denn er verrät wichtige Informationen.

So funktioniert der Zonenplan

Die Gemeinde wird in der Schweiz per Zonenplan aufgeteilt. Es gibt Zonen für die Landwirtschaft und öffentliche Bauten, Gewerbezonen und vieles mehr. So wird festgelegt, ob ein Stück Land bebaut werden darf, und wenn ja, womit. Darf beispielsweise ein Wohnhaus gebaut werden, wird gleichzeitig festgelegt, wie viele Stockwerke hoch es sein darf. Auch die Abstände zu den Nachbargrundstücken- bzw. Bauten ist darin festgelegt. So wird die maximal erlaubte Ausnützungsziffer zur wichtigsten Auflage des Grundstücks. Wer den Zonenplan einsehen will, kann dies bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung tun.

Beispiel

Die Ausnützungsziffer soll möglichst hoch sein. Doch was sagt sie aus? Ein Beispiel wäre eine Ausnützungsziffer von 0,3. Damit darf auf einem Grundstück von 600 Quadratmetern Grösse ein Haus mit einer Wohnfläche von bis zu 180 Quadratmetern entstehen. Liegt die Ausnützungsziffer dagegen nur bei 0,25, so darf die Wohnfläche höchstens 150 Quadratmeter betragen. Daraus folgt: ist die Ausnützungsziffer hoch, kann man wesentlich flexibler bauen. Das bringt natürlich auch eine Wertsteigerung des Grundstückes mit sich.

Die Ausnützungsziffer ist festgelegt

Die Ziffer ist festgelegt und kann bei der Gemeinde erfragt werden. Ausnahmebewilligungen gibt es nur mit viel Mühe und Glück. Kommunale Behörden können diese erteilen, doch es ist schwierig, dies zu erreichen. Ausserdem gibt es viele Gemeinden, in denen es zusätzlich sogenannte Erschliessungs-und Gestaltungspläne gibt. Darin ist dann beispielsweise der Baustil des Hauses festgelegt. Hier sollten Sie lieber einmal mehr nachfragen. Eventuell sind jedoch auch Änderungen in Arbeit, die Sie dann betreffen; daher: unbedingt mit dem Bauamt in Verbindung bleiben.

Auch an die Zukunft denken

Wer ein Grundstück kauft und ein Haus errichtet, baut dies meist so gross, wie es seiner aktuellen Lebenssituation entspricht. Doch plant man in Zukunft wegen einer Vergrösserung der Familie  Anbauten, spielt wieder die Ausnützungsziffer eine Rolle. Denn auch bei nachträglichen Änderungen am Haus muss sie eingehalten werden. In begründeten Fällen können Sie hier eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Dafür brauchen Sie einen Plan des Hauses und eine ungefähre Skizze über die geplanten Umbauten. Selbst ein Wintergarten mit Heizungsanschluss zählt dabei als Erhöhung der Wohnfläche.

Die Ausnützungsziffer berechnen

Wieviel Haus kann man auf einem bestimmten Grundstück mit einer vorgegebenen Ausnützungsziffer bauen? Erfahren Sie mehr in unserem Artikel zum Thema „Ausnützungsziffer berechnen„.

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