Finanzen & Recht

Diese Bauschäden treten häufig auf

Ob Bauherr, Eigentümer und/oder Baufirma – manche Bauschäden machen Kopfzerbrechen und führen nicht selten zu Zerwürfnissen und gerichtlichen Auseinandersetzungen. Das schlimme an den meisten Schäden an Gebäuden ist, dass sie weitreichende Folgen haben.

25 Mai 2015

Der Bauschaden

Die offizielle Definition eines Bauschadens besagt, dass er dann eingetreten sei, wenn sich ein oder mehrere Bauteile verschlechtert haben. Das kann die Folge von Alter sein oder nicht sachgerechter Benutzung oder auch von mangelhafter Bauausführung. Das Gebäude kann Schäden aufweisen, weil Nutzungsart, Material und Baukonstruktion in ihrem Zusammenspiel nicht perfekt funktionieren oder mangelhafte Instandhaltung betrieben wurde. Genug Zündstoff also.

Schimmel ist Hauptproblem

Sehr oft kommt Schimmel vor. Ein solcher Feuchtigkeitsschaden ist die häufigste Ursache, wenn Wohnungen unbewohnbar werden oder neue Häuser zu Streitigkeiten mit der Baufirma werden. Weitere häufige Probleme sind Risse in Mauer oder Putz, schlechte Dämmung oder Zugluftquellen – und ganz schlimm – wenn Wasser ins Haus oder in die Wände eindringen kann. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass während des Baus Wasser in die Wände gelaufen ist oder anderweitig Schaden angerichtet hat, was mitunter keiner bemerken konnte.

Die Ursache

Die Ursache für einen Baumangel kann vielfältig sein. Ist die Planung nicht perfekt, sind die Bauschäden eigentlich vorprogrammiert. Auch, dass viele Bauherren auf billiger Bauausführung bestehen, ist ein Problem, sowohl vom Material her, als auch von der fachlichen Leistung, die ab einer gewissen Bezahlung einfach nicht möglich sein kann.

Das Verhindern von Baumängeln

Die Erfahrung, die Sie als Bauherr machen, nutzt vielleicht einem Anderen, für Sie kommt sie jedoch zu spät  – das Haus steht. Und die meisten Menschen bauen nur einmal im Leben. Ein Bauherrenvertreter oder ein Sachverständiger können rechtzeitig dafür sorgen, dass Schäden am Bau gar nicht erst entstehen oder rechtzeitig erkannt werden, wenn es noch nicht zu spät ist. Denn ein Bauherrenvertreter prüft während der Arbeiten die sachgerechte Ausführung und stoppt die Bauarbeiten, wenn sie vom Plan abweichen.

Was kann man hinterher tun?

Bei der Abnahme des Baus oder sogar erst, wenn der Bauherr im neuen Haus wohnt, treten die meisten Mängel zu Tage. Sie werden dann in einem sogenannten Abnahmeprotokoll aufgeführt. Dann kann der Verursacher nachbessern, oder der Bauherr bekommt einen Preisnachlass auf diese Arbeit. Letzteres wird dann angewendet, wenn die Änderung unverhältnismässig hoch wäre. Man stelle sich vor, die Türhöhe war mit 2,20 m vereinbart und beträgt nun 2,15 m. Die massangefertigten Türblätter wären nicht mehr zu verwenden, die Wandverkleidungen müssen herausgerissen werden … untragbar und unnötig teuer. Dann ist es besser, einen Preisnachlass zu vereinbaren.

Haftung und Rechtslage

Natürlich gibt es die Haftung, also das Verursacherprinzip, wenn es um Mängel geht. Doch es gibt Verjährungsfristen, die entweder im Vertrag festgelegt sind, oder sich nach den Gesetzlichkeiten richten. Hier sollten Sie besser einen Rechtsbeistand bemühen. Mit dem Hinzuziehen eines Friedensrichters kann die Verjährung zudem unterbrochen werden, wenn dies beantragt wird.

So lassen sich die typischen Baumängel vermeiden

Feuchte Keller und Wände sind ein ewiger Streitpunkt. Damit dies nicht passiert, holen Sie am besten Auskünfte über die Bodenverhältnisse ein, messen die Dicke der Mindesttrockenschicht und prüfen die Drainage. Die Kellerabdichtung muss unversehrt und dicht sei, und auch die Versorgungsleitungen müssen abgedichtet werden.

Risse in Decken, Mauern und Böden kommen ebenfalls häufig vor. Bodenplatte und Geschossdecken sollten gründlich geprüft werden; und sehr hilfreich: wenn der Rohbau in Ruhe trocknen darf.

Balkone und Terrassen sind immer eine Herausforderung. Sie sollten genügend Gefälle aufweisen und die Türen müssen mit der entsprechenden Schwelle gegen Wassereintritt versehen sein.

Bei Fenstern und Türen sollten Sie auf eine genaueste Prüfung der Angaben im Angebot bestehen.

Die Dächer sind natürlich extrem wichtig: hier achten Sie am besten auf besondere Stabilität und Wärmedämmung, Winddichtigkeit und guten Sitz der Dacheindeckung.

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