Ein Insektenhotel für Ihren Garten

24 November 2016

Jeder weiss, dass viele Obstsorten, aber auch zahlreiche Zierpflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind. Außerdem sind beispielsweise Florfliegen und Marienkäfer sehr nützliche Helfer gegen Pflanzenschädlinge. Die Larve der Florfliege frisst täglich bis zu 500 Blattläuse. Marienkäfer vertilgen gerne Blatt- und Schildläuse. Diese Insekten leiden aber nicht nur unter dem Pestizideinsatz in der modernen Landwirtschaft, sie finden auch immer weniger natürliche Nistmöglichkeiten.

Was ist ein Insektenhotel?

Unter einem Insektenhotel versteht man eine von Menschen errichtete Nistmöglichkeit für verschiedene Insektenarten. Seinen Namen verdankt das Insektenhotel der Tatsache, dass sie meist mehrstöckig aufgebaut, in verschiedene Bereiche geteilt und mit einem Dach versehen ist. So ein Insektenhotel ist einfach und preiswert zu bauen und nimmt auch nicht viel Platz im Garten in Anspruch. In ihm siedeln sich gerne verschiedene Arten von Wildbienen, Hummeln, Wespen, Florfliegen, Marienkäfer und Ohrwürmer an.

Wie baut man ein Insektenhotel?

Insektenhotels werden in der Regel aus Naturmaterialien wie Hartholz, Stroh, Tannenzweigen, Baumrinde, Bambus, Torf oder Lehm gebaut. Auch durchlöcherte Backsteine eignen sich als Baumaterial. Wichtig ist, dass diese Materialien keine Reste von Lack oder chemischen Holzschutzmitteln enthalten und trocken sind. Im Prinzip besteht das Insektenhotel aus einem Holzrahmen mit vorspringendem Dach als Witterungsschutz. In diesen Rahmen werden dann die als Nistgelegenheit gedachten Materialien eingefüllt und die Zwischenräume mit Stroh, Reisigbündeln oder Lehm ausgefüllt. Das dient nicht nur der Stabilität der Konstruktion, sondern sorgt auch für eine Kälteisolierung. In das Holz, den Bambus oder die Backsteine werden Löcher unterschiedlicher Größe gebohrt. Dabei muss man darauf achten, dass die Bohrgänge keinen Grat enthalten, damit die Flügel der Insekten nicht verletzt werden. Von der Vorderseite wird diese Konstruktion durch Schafsdraht vor Vögeln geschützt.

Speziell für Florfliegen und Maikäfer eignet sich ein mit Stroh gefüllter Holzkasten, dessen Vorderseite mit schmalen, horizontalen Öffnungsschlitzen versehen ist. Wichtig ist, dass dieser Kasten in Ochsenrot gestrichen wird. Diese Farbe zieht Florfliegen magisch an. Selbstverständlich sollten Sie dafür biologisch unbedenkliche Farben wählen. Den Rest des Insektenhotels können Sie farblich nach Lust und Laune gestalten.

Natürlich können Sie ein Insektenhotel auch fertig kaufen. Der Fachhandel bietet ein großes Sortiment in allen möglichen Größen und Formen an.

Der richtige Standort für das Insektenhotel

Das Insektenhotel wird idealerweise in ein bis zwei Metern Höhe an einem sonnigen, wind- und wettergeschützten Platz aufgestellt bzw. aufgehängt. So ist für die Brut genügend Wärme vorhanden. Außerdem verwittern die verbauten Materialien so auch nicht so schnell. Generell müssen Sie ungefähr alle drei Jahre Materialien wie Heu oder Stroh austauschen. Das Insektenhotel bleibt auch im Winter im Garten. Florfliegen überwintern z. B. als Fliege in ihm.
Einige Insekten freuen sich, wenn sie Wasser und etwas Lehm für eigene Bauaktivitäten vorfinden. Eine flache Schale mit Wasser in der Nähe aufgestellt ist da sehr hilfreich.
Damit in dieses Hotel wirklich Insekten einziehen, müssen in der Nähe einheimische Pflanzen, Büsche oder Bäume vorhanden sein. Auch Kräuter oder Wildpflanzen in der Nähe des Standorts beschleunigen die Besiedlung des Insektenhotels. Schließlich müssen die Insekten in der Nähe des Standorts Futter finden, um sich in dem Insektenhotel wohl zu fühlen.

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