Finanzen & Recht
Hausschädlinge

Hausschädlinge in Mietwohnungen

Mietern ist geraten, Schädlingsbefall unmittelbar zu melden, wenn dieser in der Wohnung vorliegt. Sie können für Folgeschäden haftbar gemacht werden, wenn keine Meldung ihrerseits erfolgt. Falls sich die Ursache des Schädlingsbefalls nicht erheben lässt, kommt in der Regel der Vermieter für die Schädlingsbekämpfung auf.

10 März 2016

Schädlingsbekämpfungsdienste zu beauftragen, kann äusserst teuer werden. Die Kosten belaufen sich zwischen 500 und 5.000 Franken pro Behandlung und sind abhängig davon, ob eine kleine Stockwerkwohnung oder ein Einfamilienhaus vom Befall betroffen ist. Eine untergeordnete Rolle spielt dabei die Wohnfläche. Viel mehr ist die Art und Weise der Verteilung von Schädlingsnestern relevant. Daher können die Kosten fallweise variieren.

In den meisten Fällen ist die Arbeit von Schädlingsbekämpfungsdienstleistern gar nicht mal notwendig. Häufig sind es Vorratsschädlinge wie Dörrobstmotten, die in Haushalten angetroffen werden. Diese Art der Hausschädlinge kann nur überleben, wenn sie sich von den Lebensmitteln ernähren kann und diese für sie „greifbar“ sind. Es reicht daher meistens aus, die von Hausschädlingen befallenen Lebensmittel wegzuwerfen und die restlichen in Aufbewahrungsbehältern für Lebensmittel abzupacken, die sich verschliessen lassen. Liegen dagegen Ameisen-, Mäuse- oder Schabenbefälle vor, muss ein Bekämpfungsdienst beordert werden.

Wer trägt die Kosten des Schadens?

In Fällen, in denen die Kosten einer Behandlung 150 bis 200 Franken nicht überschreiten, trägt die Mieterschaft als kleine Unterhaltsleistung die Bekämpfungskosten. Bei höheren Beträgen gibt es ebenfalls eine Regelung, die das Mietrecht vorsieht. So sind Mieter unabhängig vom Betrag des Schadens haftbar, wenn sie entweder ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben oder ihnen ein Verschulden nachgewiesen werden kann. Dies betrifft beispielsweise unzureichende hygienische Bedingungen in der Wohnung sowie eingeschleppte Schädlinge.

Mitunter schwierig gestaltet sich das Eruieren der Hausschädlingsursache, wenn mehrere aneinander grenzende Wohneinheiten vom Befall betroffen sind. Auch Schädlingsprofis können nicht immer nachvollziehen, wo der „Herd“ liegt. In solchen Szenarien haftet daher häufig der Vermieter.

Hausschädlinge unmittelbar anzeigen

Ein Mietobjekt sorgfältig und verhältnismässig zu nutzen, wozu Mieter verpflichtet sind, beschränkt sich keineswegs allein auf Hygienebedingungen. Mieter sind ebenso angehalten, Schädlingsbefälle unmittelbar bei der Verwaltung anzuzeigen. Wer dieser Meldepflicht zuwiderhandelt, muss damit rechnen für Kosten, die allfällig folgen können, haftbar gemacht zu werden, wenn sich die Schädlinge zum Beispiel auf weitere Wohnungen verteilen. Kakerlaken können sich den Hausleitungen entlang ungehindert in Gebäuden bewegen und letztlich die ganze Liegenschaft befallen.

Ob Mieter selbst dafür verantwortlich sind, dass Schädlingsbefall entstanden ist, bleibt zu Beginn irrelevant. Die Meldepflicht besteht nämlich grundsätzlich. Ebenso können eventuelle Mängelrechte verlustig gehen, wenn die Hausverwaltung nicht so früh wie möglich in Kenntnis gesetzt wird. Mieter haben aber ein Recht darauf, dass Vermieter Wohnungen derartig zu unterhalten haben, dass sie sich in einem annehmbaren Wartungszustand befinden.

Schädlingsbekämpfung vorher mit der Verwaltung absprechen

Ohne vorherige Kontaktaufnahme mit der Vermieterschaft sollten Mieter keinesfalls Schädlingsbekämpfungsbehandlungen in Eigenregie veranlassen. Andernfalls gehen sie das Risiko ein, für die Kosten der Dienstleistung aufzukommen und zwar auch dann, wenn kein Verschulden gegeben ist. Lediglich in Notfällen ist es ratsam, Bekämpfungsunternehmen auf eigene Faust zu engagieren, sofern die Hausverwaltung über das Wochenende nicht erreichbar ist, aber beispielsweise ein Wespennest auf dem Balkon vorgefunden wird.

Aussergerichtliche Einigungen sind häufig möglich

Gerichtliche Auseinandersetzungen aufgrund von Hausschädlingen sind äusserst selten. Wenn ohnehin nicht klar ist, wer die Kosten der Beseitigung zu übernehmen hat, werden oftmals von den Parteien Einigungen erzielt, die beide akzeptieren. Verweigert eine Partei die Zahlung vorzunehmen, kann sich die andere an die zuständige Schlichtungsbehörde wenden. Das Gremium, das aus dem Hauseigentümer, einem Delegierten der Mieter sowie einem Obmann mit juristischen Schulungen besteht, sucht dann nach Lösungen, nachdem der Fall ausführlich angehört wurde. Bei einem Ausbleiben einer Lösung, kann innerhalb von 30 Tagen gerichtliche Unterstützung initiiert werden.

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