Dämmung
Holzwolle

Holzfaserdämmung

Mit einer Holzfaserdämmung schlagen Hausbesitzer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Dieser Naturdämmstoff wirkt nämlich sowohl wärmedämmend als auch schallisolierend. Doch woher stammen die Holzfasern, die unsere Häuser perfekt isolieren und wie werden Holzfaserdämmplatten eigentlich hergestellt? Wir haben uns das Material im Rahmen unserer Artikelserie über Naturdämmstoffe einmal genauer angesehen.

8 August 2017

Herstellung

Eine Holzfaserdämmung besteht zu rund 85 % aus Fasern von Nadelbäumen. Nadelbäume sind zum einen schnellwachsend und daher günstig verfügbar, zum anderen sind die Holzfasern aus Nadelhölzern besonders gut für die Weiterverarbeitung geeignet.

Für eine Holzfaserdämmung wird jedoch so gut wie nie extra ein Baum gefällt – fast 100 % der Holzfasern werden aus sogenannten Resthölzern gewonnen. Dieses Restholz fällt in Sägewerken als Spreissel in der Produktion an, die noch in den Werken zu Hackschnitzeln verarbeitet werden. Für Hackschnitzel werden die Fasern mit Wasserdampf aufgeweicht, so dass sich die Fasern leicht trennen lassen. Anschliessend erfolgt die sogenannte Zerfaserung, bei der das Restholz zwischen Mahlscheiben aus Metall aufgefasert wird. Aus diesem Ausgangsmaterial wird dann in zwei Verfahren die eigentliche Holzfaserdämmung hergestellt.

Verfahren 1: Nassverfahren

Beim Nassverfahren wird das Holz zunächst durch Wärme, Wasser und mechanische Einwirkung zu einzelnen Fasern aufgeschlossen. Dabei entsteht eine breiige Masse, auch Holzkuchen genannt. Die Masse wird anschliessend unter Hitzeeinwirkung getrocknet (abgebunden). Bei diesem Bearbeitungsschritt übernimmt ein holzeigenes Bindemittel (Lignin) die Aufgabe, die einzelnen Holzfasern miteinander zu verkleben. Der grosse Vorteil dieses Verfahrens: Es sind keine weiteren Zusätze nötig, die Holzdämmung verbleibt rein natürlichen Ursprungs. Nach der vollständigen Trocknung wird die Holzmasse auf Format geschnitten und, für dickere Dämmplatten, miteinander verklebt.

Verfahren 2: Trockenverfahren

Bei diesem Vorgang werden die aufgeschlossenen Holzfasern zunächst vorgetrocknet. Das Holz besitzt im Anschluss lediglich ein wenig Restfeuchte. Die Fasern werden anschliessend in einen Beleimkanal gegeben, wo sie mit einem Bindemittel benetzt werden. Danach werden die Fasern gepresst und unter Zuhilfenahme von Dampf und Luft ausgehärtet.

Verschiedene Arten der Holzfaserdämmung

Die meisten der verfügbaren Dämmplatten werden im Handel in genormten Formaten verkauft. Holzdämmung, die mittels Nassverfahren hergestellt wurde, ist in Stärken zwischen 3 und 32 mm verfügbar, Holzdämmung aus dem Trockenverfahren wird in Zuschnitten zwischen 20 und 240 mm verkauft. Je nach späterer Verwendung kann zwischen klemmfähigen, diffusionsoffenen, hochbelastbaren oder stark wärmedämmenden Platten gewählt werden.

Vorteile

Die geringe Wärmeleitfähigkeit einer Holzfaserdämmung ist zugleich der grösste Vorteil, denn Holz isoliert hervorragend gegen Wärme. Die hohe Wärmespeicherkapazität des Materials sorgt dafür, dass Wärmeenergie erst gar nicht in die Innenräume gelangen kann. Auch wenn Holzfasern nicht luftdicht sind, tragen sie doch mit dazu bei, dass insbesondere Hausdächer optimal gegen das Eindringen von Wind geschützt werden können. Durch die offene, poröse Struktur der Holzfaserdämmung wird zusätzlich noch ein hervorragender Schallschutzeffekt erzielt. Nicht zuletzt sind Holzfasern aus ökologischer Sicht unbedenklich. Die Fasern stammen aus schnellwachsenden, heimischen Nadelhölzern, die zusätzlich noch ökologisch korrekt angebaut werden können.

Nachteile

Wie viele andere Naturdämmstoffe auch sind Holzfasern vergleichsweise schnell entflammbar. Holzfaserdämmplatten werden als „normal entflammbar“ gemäss Baustoffklasse B2 nach DIN EN 13 501-1[17] eingestuft. Wer also einen erhöhten Brandschutz benötigt, der ist mit einer mineralischen Naturdämmung wie Perlit besser bedient.

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