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Kellerdecke dämmen

Nicht immer ist eine aussenliegende Perimeterdämmung sinnvoll oder kann realisiert werden. Das gilt insbesondere bei Altbauten, deren Keller eine reine Lagerfläche darstellen. Die Bewohner entsprechender Altbauten kennen das Problem eines kalten Bodens dabei nur zu gut. Abhilfe schafft in einem solchen Fall das Dämmen der Kellerdecke.

31 Januar 2016
Die Kellerdecke dämmen bringt aber natürlich weit mehr Vorteile – vor allem werden auch die Heizkosten durch die Kellerdeckendämmung erheblich reduziert. Wie bei vielen Möglichkeiten der Wärmedämmung rund um das Haus kann auch das Kellerdecke dämmen mit unterschiedlichen Materialien und Techniken angegangen werden. In vielen Fällen zahlt sich das Dämmen der Kellerdecke schnell aus und ist eine sehr gute Alternative zur Dämmung des Erdgeschossbodens. Die Dämmschicht kann vom Keller aus viel dicker ausfallen und der Dämmeffekt ist damit viel höher.

Wann ist es sinnvoll, die Kellerdecke zu dämmen?

Dämmplatten an der Kellerdecke

Dämmplatten können an der Kellerdecke leicht angebracht werden.

In vielen Gebäuden wird der Keller als Lagerraum und für die Heizung benutzt. Dazu kommen noch problematischere Keller, die nass und feucht sind. Insbesondere bei historischen Altbauten sind solche Zustände keine Seltenheit. In diese Kategorie fallen auch Stein- und Gewölbekeller. Abhängig vom Gebäude und den Gegebenheiten vor Ort ist es entweder wirtschaftlich unrentabel oder nicht umsetzbar, aussen an den Kellerwänden eine Perimeterdämmung anzubringen. Diese wird vorzugsweise bei neueren Bestandsbauten und Neubauten vorgenommen. Das gilt umso mehr, wenn die Kellerräume auch anspruchsvollere Aufgaben, beispielsweise als Hobby- oder Partykeller, zu erfüllen haben.

Kellerdecke dämmen – aus bautechnischer Sicht oft das einzig sinnvolle

Besonders bei den älteren Gebäuden kommt hinzu, dass zum Zeitpunkt der Entstehung womöglich keine effizienten Dämmtechniken für Keller bekannt oder einfach zu kostspielig waren. Im Lauf der Jahrzehnte hat das nie gross gestört, da solche nasse und feuchte Keller ohnehin nicht intensiver genutzt werden. Dazu kommt, dass besonders bei diesen alten Kellern darauf zu achten ist, dass sie immer kühl genug sind.

Andernfalls ist schnell mit zusätzlichen Problemen durch entstehendes Schwitzwasser zu rechnen. Daher sind die Kellerfenster meist ganzjährig offen. Die Bewohner insbesondere vom Erdgeschoss kennen die generellen Nachteile nur zu gut: ständig kalte Füsse und ein permanenter Zug. Keinesfalls zu vergessen die enormen Heizkosten, die durch kalte Keller verursacht werden. Die Heizkosten zu senken und den Wohnkomfort zu erhöhen kann dann oftmals nur durch das Kellerdecke dämmen erreicht werden.

Unterschiedliche Anforderungen beim isolieren der Kellerdecke

Wie jedoch im letzten Absatz ebenso klar wird, sind die Keller von Alt- und Bestandsgebäuden extrem unterschiedlich. Die grundsätzliche Dämmung des Fundaments, die äusseren Einflüsse, die verwendeten Materialien und viele weitere Faktoren wie verschiedene Bauformen führen zu individuell sehr spezifischen Kellerräumen. Dazu kommt, dass an der Decke der Kellerräume oft auch Rohre und Leitungen befestigt sind, die das einfache Kellerdecke dämmen zusätzlich erschweren. Erschwerend wirkt nicht selten, dass Wärmebrücken unbedingt zu vermeiden sind, da ansonsten die Wärmedämmung nur sehr eingeschränkt funktioniert, die Bausubstanz durch Kondenswasser eventuell Schaden nimmt oder das nationale Energiegesetz (EnG) sowie die kantonalen Umsetzungen nicht ausreichend erfüllt werden.

Eingesetzte Dämmstoffe beim Dämmen von Kellerdecken

Feuchtigkeit ist in vielen Kellern zudem ein Problem, welches auch die Dämmmaterialien betrifft. Nicht jeder Dämmstoff kann einer intensiven Feuchtigkeit ausgesetzt. Inzwischen steht aber auch bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden der ökologische Aspekt immer mehr im Vordergrund. Viele Dämmmaterialien haben eine sehr schlechte Primärenergiebilanz bei der Herstellung, dazu kommt nicht selten ein hoher Energiebedarf beim Entsorgen oder Recyceln. Längst spielen diese Faktoren bei der Wahl geeigneter Dämmstoffe zum Kellerdecke dämmen eine ebenso wichtige Rolle wie die Effizienz der Dämmung. Die Auswahlmöglichkeiten zum Kellerdecke dämmen sind entsprechend vielseitig und teilweise auch verwirrend. Nachfolgend eine Aufzählung der wichtigsten Dämmprodukte zum Kellerdecke dämmen:

  • EPS-Dämmplatten
  • Vlies- und Filzdämmplatten (Schafwolle, Mineralwolle, Holzwolle usw.)
  • andere Verbunddämmplatten z. B. WDVS-Dämmplatten
  • lose Dämmmaterialien zum Hinterfüllen und Einblasen (Seegras, Zellulose usw.)

Nicht immer ist es jedoch möglich, tatsächlich die Kellerdecke selbst zu dämmen. Dann muss die Wärmedämmung von oben vorgenommen werden. Also durch eine Bodendämmung. Meist wird die Bodendämmung dann mit einer Trittschalldämmung vorgenommen.

Dämmplatten und Zwischenraumdämmungen zum Kellerdecke dämmen

Aus dem Umstand, die Kellerdecke von unten zu dämmen, resultieren zwei grundsätzliche Möglichkeiten, die Kellerdecke zu dämmen. Entweder werden die Dämmplatten direkt auf der Kellerdecke angebracht oder Zwischenräume mit Dämmmaterial befüllt. Dabei kann es sich um konstruktionsbedingte Zwischendecken und Hohlräume handeln, diese können aber auch durch die Kombination mit Dämmplatten oder einfach abgehängten Decken in Trockenbauweise (geeignet für Kellerräume natürlich) entstehen. In den meisten Fällen kann dabei nicht frei entschieden werden, welche Methode der Kellerdeckendämmung genutzt werden soll. Feuchtigkeit, Nutzung und zahlreiche andere Faktoren beeinflussen die Wahl geeigneter Dämmmaterialien erheblich.

Die Kosten beim Dämmen einer Kellerdecke

Dazu kommen besondere Decken, die nicht ohne erheblichen Aufwand gedämmt werden können. Ein typisches Beispiel zum Dämmen solcher Kellerdecken wären Kellergewölbe. Entweder werden diese Gewölbe einfach verkleidet, es werden flexible Dämmmatten montiert oder speziell für dieses Gewölbe angefertigte Dämmungen verwendet. Natürlich ist der Kostenaufwand deutlich höher als bei einer einfachen Plattendämmung der Kellerdecke. Somit lassen sich die Kosten für das Kellerdecke dämmen nicht pauschalieren oder anderweitig festlegen.

Je nach Art der Kellerdeckendämmung können die Kosten stark variieren

Das Kellerdecke dämmen mit Platten, die direkt auf der Kellerdecke befestigt werden können, beginnt bei circa 15 bis 20 SFR pro Quadratmeter. Die meisten Dämmtechniken zum Kellerdecke dämmen liegen dabei noch unter einem Quadratmeterpreis von 50 SFR. Sollen aber sehr spezielle Kellerdecken wie die des bereits genannten Kellergewölbes aufwendig gedämmt werden, liegen die Dämmkosten deutlich höher. Auf jeden Fall sollte bereits die Planung von einem erfahrenen und kompetenten Fachbetrieb vorgenommen werden, damit keinesfalls Dämmmaterialien eingesetzt werden, die eher ungünstig sind im individuellen Fall.

Perimeterdämmung

Wenn der Keller als Wohnraum oder Arbeitsbereich genutzt werden soll, könnte eine Perimeterdämmung angebracht sein. Wir haben in diesem Artikel zum Thema Perimeterdämmung die wichtigsten Informationen dazu zusammengestellt.

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