Gebäude & Energie
Heizleistung

Heizleistung und Heizlast

Baut man eine neue Heizung in seine Immobilie ein, spielen die Kennwerte „Heizleistung“ und „Heizlast“ bei der Auswahl eine wichtige Rolle. Grob gesagt, beschreibt die Heizleistung die von der jeweiligen Heizung abgebbare Wärmeleistung, während die Heizlast den Bedarf beschreibt. Sich für die richtige Heizleistung zu entscheiden, ist wichtig, damit die Heizung die Immobilie auch an kalten Tagen auf eine Wohlfühltemperatur aufheizt, ohne dabei zu viel Energie aufzuwenden.

20 September 2014

Heizleistung und Heizlast

Eigentlich ist alles ganz einfach: Wenn man eine neue Heizung plant, sollte man die Heizleistung so wählen, dass sie zur Heizlast passt. Die Heizlast ist die benötigte Heizleistung, um ein Gebäude auch an einem Tag mit einer für den Gebäudestandort realistischen Tiefst-Aussentemperatur auf eine vorgegebene Wohlfühl-Innentemperatur zu bringen. Grob gesagt, beschreibt also die Heizlast den Wärmeenergiebedarf bei einer Immobilie im Extremfall und die Heizleistung die Wärmeenergie, die vom Heizsystem zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Heizleistung sollte natürlich nicht unterhalb der Heizlast liegen, weil die Immobilie ansonsten an besonders kalten Tagen nicht ausreichend warm wird. Andererseits sollte sie auch nicht deutlich über der Heizlast liegen, da die neue Heizung ansonsten überdimensioniert ist. Die Messeinheit der Heizlast und der Heizleistung ist Watt oder Kilowatt. Abhängig ist die Heizlast unter anderem von der Bausubstanz. Anders ausgedrückt: Je besser das Haus gedämmt ist, desto geringer ist tendenziell die Heizlast. Die Heizleistung berechnen überlässt man am besten einer Fachfirma, im allgemeinen wird dies von der Firma übernommen, die auch die neue Heizung einbaut.

Wie stark muss die neue Heizung sein?

Handelt es sich um eine neue Heizung, die in einem Neubau installiert wird, erfolgt das berechnen der Heizleistung anhand von Normen, wobei die Normen  SIA 384.201 und SIA 380/1 eine Rolle spielen. Bei der Heizungssanierung im Bestandbau kann man sich die Sache eventuell einfacher machen. Ein Weg, die Norm-Heizlast auf Basis des Brennstoffverbrauchs zu berechnen, wird in der Broschüre „Leistungsgarantie Haustechnik“ des Bundesamts für Energie und des Vereins Minergie vorgestellt. Für die Berechnung benötigt man Daten zum spezifischen Brennwert des Heizmediums, dem Jahresnutzungsgrad der Anlage und der Zahl der Volllaststunden:

  • Der Brennwert beziffert die Wärmeenergie, die bei der Verbrennung des Heizstoffs UND bei der Kondensation von Flüssigkeit in den Brennabgasen freigesetzt wird.
  • Der Jahresnutzungsgrad beschreibt das Verhältnis zwischen der zur Wärmeerzeugung eingesetzten Energie und der letztlich dem Heizsystem zur Verfügung stehenden Wärmeenergie.
  • Die Volllaststunde ist ein Kennwert zur Auslastung der Heizung. Dafür wird die gesamte innerhalb eines Jahres produzierte Wärmeenergie genommen. Die Volllaststunde gibt dann an, wie viele Stunden es gedauert hätte, um diese Menge Wärmeenergie zu produzieren, wenn die Heizung ausschliesslich unter Volllast gelaufen wäre.

Die erwähnte Broschüre enthält auch Orientierungswerte für die spezifische Heizleistung. Demnach muss man bei bestehenden, schlecht wärmegedämmten Häusern mit 50 bis 70 W/m² rechnen, bei gut gedämmten Bestandsbauten sind es 40 bis 50 W/m² und bei Neubauten nach aktuellem Standard muss die neue Heizung 30 bis 40 W/m² bringen.

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