Boden

Parkett renovieren

Bodenbeläge aus Parkett sind äusserst robust und können nach einer gründlichen Renovierung in einen neuwertigen Zustand versetzt werden. Die nachstehende Übersicht soll als Entscheidungs- und Anwendungshilfe dienen.

13 Juni 2016

Lack, Öl oder Wachs?

Ohne das Schleifen lässt sich kein Parkett renovieren. Genauso ist es wichtig, sich für eine der Versiegelungsmethoden zu entscheiden, wenn Sie Parkett renovieren: Wachs und / oder Öl oder nur Lack. Ein versiegelter Boden ist pflegeleicht und kann feucht gewischt oder gestaubsaugt werden. Öle hingegen betonen Maserung und Farbe des Holzes. Um den Oberflächenschutz aufrechtzuerhalten, sollten geölte Böden mehrere Male im Jahr mit Pflegeöl benetzt werden. Ergänzend dazu kann gewachst werden. Durch das Wachs ist das Holz besser vor Feuchtigkeit und Schmutzt geschützt.

Bevor Sie das Parkett renovieren

Beginnen Sie damit Schienen, Sockelleisten, Türstopper und Viertelstäbe in den Räumlichkeiten zu entfernen. Auch Nägel und Drahtstifte sollten aus dem Boden herausgezogen werden. Vollständig verklebte Teppiche oder Linoleumbeläge werden abgezogen. Dessen Schaumstoff- oder Leimreste lassen sich mit der Parkettschleifmaschine abtragen. Bei kleineren Stellen mit Resten kommt der Spachtel zum Einsatz. Die Verwendung von Strippermaschinen, mit denen Teppiche entfernt werden können, sollte nur auf Massivparkett vorgenommen werden, den man im Anschluss ausreichend tief schleifen kann.

Wichtige Tipps bei der Parkettrenovierung

  • Grundsätzlich Schleifarbeiten mit einer Atemschutzmaske durchführen
  • Leeren Sie den Staubbeutel bevor er halbvoll ist
  • Verwenden Sie Schleifmittel mit offener Körnung
  • Lüften sie die Räumlichkeiten während der Versiegelung

Parkettschliff

Grossflächige Parkettböden sollten mit der Parkettschleifmaschine behandelt werden. Kleinere Flächen können mit der Handbandschleifmaschine geschliffen werden. Vor den Schleifgängen muss das Parkett gestaubsaugt werden. Nutzen Sie Vorgang für Vorgang feineres Schmirgelpapier.

Schleifpapierkörnung

Die obligatorische Körnung des Schleifmittels ist abhängig vom Zustand, dem Alter und der Holzsorte. Beim Verleih einer Parkettschleifmaschine lassen Sie sich unbedingt dahingehend beraten

Grobschliff

Diagonal zur Holzfaserung verläuft der erste Schleifvorgang. So wird vermieden, weiche Stellen im Holz auszuschleifen. Zu beachten gilt es, die arbeitende Maschine sanft in einer Vorwärtsbewegung auf den Boden zu setzen, wodurch Aufsetzstellen verhindert werden. Ebenso sollte das Gerät vor jeder Richtungsänderung angehoben werden. Eine bereits geschliffene Spur muss anschliessend wieder abgefahren werden, wobei die darauffolgende Spur um zirka zwei Drittel versetzt erneut vorwärts abgearbeitet wird. Jene Stellen, die im ersten Schleifdurchgang nicht bearbeitet wurden, werden in umgekehrter Richtung während des zweiten Durchgangs erfasst.

Mittlerer Schliff

Dieser wird 90° versetzt zum Grobschliff getätigt.

Fugen bearbeiten

Unmittelbar nach dem mittleren Schliff sollte die Parkettoberfläche auf Fugen und Risse überprüft werden, die danach mit Kittmasse ausgemerzt werden. Diese Kittmasse lässt sich aus dem Schleifstaub des Mittelschliffs herstellen. Stattdessen können genauso Fertigkitte (auf Wasserbasis) eingesetzt werden. Von der Wand in Richtung Tür wird die Kittlösung in ungefähr ein Meter breiten Bahnen auf die Fläche gestrichen. Zu viel aufgetragener Kitt sollte mit einem Gummiwischer entfernt werden, um später mühseliges Abschleifen zu vermeiden. Unbedingt beachtet werden sollten stets die Angaben des Kittherstellers. Die Fugen können mit sogenanntem Parkett-Acryl verschlossen werden. Dabei muss der Farbton beachtet werden.

Ecken und Ränder

Bevor der letzte Schleifdurchgang vollzogen wird, werden Nischen, Ecken sowie Stellen unter den Heizkörpern mit einer Rand- oder Treppenschleifmaschine bearbeitet. Hierfür kann auch eine Exzenterschleifmaschine eingesetzt werden. Zwei bis drei Schleifdurchgänge mit unterschiedlicher Schleifmittelkörnung sind hierfür erfahrungsgemäss notwendig.

Feinschliff

In Abhängigkeit vom Typ der Maschine erfolgt der der Feinschliff quer oder parallel zum Lichteinfall. Bringen Sie einen Grundprissplan der Räume mit vermerkten Fenstern mit, wenn Sie die Parkettschleifmaschine ausleihen. Der Verleiher kann Ihnen mitteilen, in welche Richtung der Feinschliff durchgeführt werden sollte.

Parkettversiegelung

Bei der Versiegelung müssen Sie auf mehrere Arbeitsschritte gefasst sein. Wenn der Boden viele Fugen hat, ist es ratsam einen Fachmann aufzusuchen. Wie beim Feinschliff sollten Sie sich mittels eines Raumplans auch beim Auftragen der Versiegelung beraten lassen. Wurde der Boden davor geschliffen ist es empfehlenswert zwischen den beiden ersten Anstrichen, einen weiteren Schleifdurchgang mit einer feinen Körnung durchzuführen. Auch hier gilt: Der Boden muss staubfrei sein. Die Trocknungszeiten richten sich nach den Herstellerangaben.

Parkettöle

Einfacher dagegen gestaltet sich das Auftragen von Wachsen oder Ölen für Hobbyhandwerker. Staub darf sich auch hier nicht auf dem Boden befinden. Erst nach dem Saugen wird das Öl ausgiebig mit einer Bürste oder einem Roller aufgetragen. Anschliessend kann das überflüssige Öl mittels eines Gummiwischers abgestreift werden. Mit einem Lappen wird das Öl händisch in kreisenden Bewegungen in den Boden eingearbeitet.

Nachdem zwölf bis vierundzwanzig Stunden vergangen sind, kann der Boden mit einer Maschine poliert werden. Die Schleifmaschine mit entsprechenden Aufsätzen eignet sich ebenfalls hierfür.

Parkettwachs

Gewachst wird der Boden mit Schwämmen, die in Kreisbewegungen geführt werden. Zu viel Wachs hinterlässt einen Schmierfilm. Für die korrekte Anwendung ist die Raumtemperatur wichtige Voraussetzung, um dem Kristallisieren des Wachses aus dem Wege zu gehen. Es gibt Wachse, die warm oder kalt aufgetragen werden können. Bei der Warmbehandlung wird das Wachs auf etwa achtzig Grad erwärmt und mit dem Poliergerät verarbeitet. Berücksichtigt werden muss, dass die Temperatur des Wachses stets konstant bleiben muss. Warmwachs hat den Vorteil, dass es tiefer in das Holz dringt und somit einen besseren Schutz gewährleistet, was Sie stets berücksichtigen sollten, wenn Sie Parkett renovieren.

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