Garten
Regentonne im Garten

Regenwasser sammeln

325 Liter Wasser am Tag. So hoch liegt gemäß dem Tagesanzeiger der tägliche, durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf in der Schweiz. Auch wenn der reale Wasserverbrauch in unserem Land seit den 1970er Jahren konstant rückläufig ist, so sind 325 Liter, die vom Wasserhahn in den Abfluss laufen, doch immer noch eine stattliche Summe.

12 Juli 2017

Ein großer Teil der 325 Liter wird dabei nicht als Trinkwasser, sondern als Brauchwasser genutzt. Die Toilettenspülung oder das Wässern des Rasens wird mit teurem, aufbereitetem Trinkwasser durchgeführt. Regenwasser sammeln mit so einfachen Mitteln wie einer Regentonne oder einem Regenwasserbehälter kann hier schnell und einfach dafür sorgen, dass der Verbrauch an Wasser pro Kopf und Haushalt immens gesenkt wird. So werden Kosten eingespart – und ganz nebenbei noch wertvolles Trinkwasser!

Wofür kann Regenwasser verwendet werden?

Prinzipiell kann Regenwasser, was in einer Regentonne oder einem Regenwasserbehälter gesammelt worden ist, für alles verwendet werden, was keinen direkten Einfluss auf den menschlichen Körper hat. Als Trinkwasser ist Regenwasser nur bedingt geeignet – ist es doch durch Umwelteinflüsse und Keime relativ stark belastet. Für die verbrauchsintensive Toilettenspülung hingegen kann Regenwasser uneingeschränkt genutzt werden. Auch zum Putzen oder zum Wässern des Gartens eignet sich Regenwasser sammeln ausgezeichnet!

Wie kann man Regenwasser sammeln?

Es braucht nicht viel, um Regenwasser sammeln zu können. In der einfachsten Form genügt eine oben offene Tonne, die unter freiem Himmel aufgestellt wird. Nach einigen Regenschauern hat sich so viel Wasser angesammelt, dass es mit einem Eimer entnommen werden kann. Und das Regenwasser sammeln geht schneller, als man meint: Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei uns in der Schweiz bei durchschnittlich 1500 mm!
Eine effizientere Art, um Regenwasser zu sammeln, ist die Installation eines Regenwasserbehälters, der mit der Regenrinne des Hauses gekoppelt ist. Regen, der auf das Dach fällt, wird über die Dachrinne gesammelt und direkt in den Auffangbehälter geleitet. So lässt sich die Effizienz deutlich steigern!

Wie verwende ich das gesammelte Wasser?

Während es für die Bewässerung des Gartens ausreicht, das gesammelte Wasser mit einer Giesskanne oder einem Eimer zu entnehmen, möchte wahrscheinlich niemand von uns vor dem Toilettengang erstmal etwas Wasser zur Spülung aus der Regentonne entnehmen. Daher lohnt sich –zumindest bei größeren, stationären Regenwasser-Sammelbehältern – die Integration des Sammelbehälters in das Wasserrohrsystem des Hauses. Mittels Pumpen wird so bei Bedarf Regenwasser aus dem Sammelbehälter zu der Verbrauchstelle gepumpt. Diese Art der Installation verursacht zwar einmalig einige Kosten – aber rentiert sich auf Dauer gesehen definitiv.

Verdreckt ein Sammeltank nicht schnell?

Regenwasser sammeln heisst, sich mit der Natur auseinander zu setzen. Neben Pollen, Russ und Staub befinden sich auch kleinste Schmutzpartikel in Regenwasser. Damit die unerwünschten Bestandteile nicht in den Tank gelangen, sollte jeder Regenwassertank mit einem selbstreinigen Filter ausgestattet sein. Dieser hält nicht nur Pollen Staub effektiv fern, sondern verhindert gleichzeitig eine Kontaminierung durch Blätter und Vogelkot. Bakterien und Algen werden am Wachstum gehindert, wenn der Wassertank dunkel und kühl an einem schattigen Ort aufgestellt wird.

Wie lange dauert es, bis sich eine Regenwasser-Anlage rentiert?

Die Rentabilität einer Anlage zum Regenwasser sammeln hängt von mehreren Faktoren ab. Wie hoch sind die Wasserpreise in Ihrem Kanton und müssen Sie zusätzlich Abwassergebühren entrichten? Wie gestalten sich Ihre Lebensgewohnheiten? Wofür soll das gesammelte Regenwasser verwendet werden? Je nach Zusammensetzung der einzelnen Faktoren kann sich eine Anlage bereits nach fünf Jahren lohnen – oder erst nach 30 Jahren.

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