Sanierung
Ein schadhaftes Abflussrohr wird freigelegt

Rohrsanierung

Je länger Rohrleitungen und Abwasserkanäle in Betrieb sind, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass Altersschäden und Abnutzungen den einwandfreien Betrieb beinträchtigen. Um einem Totalausfall der Rohrleitungen und damit verbunden massiven Kosten vorzubeugen, empfiehlt es sich, frühzeitig eine Rohrreinigung und Rohrsanierung in Betracht zu ziehen.

31 Mai 2017

Eine fachgerecht durchgeführte Rohrsanierung umfasst dabei sowohl eine Dichtigkeitsprüfung als auch die eigentliche Rohrsanierung mit Innenbeschichtung. Für die Sanierung der alten Rohrleitungen stehen dabei zwei Verfahren zur Verfügung. Bei offenen Massnahmen wird das Rohr durch Grabungen freigelegt und dann saniert, bei der grabenlosen Massnahme entfällt der Schritt des Aufbrechens von Boden und Gelände – die Sanierung wird durch Trennstellen direkt am Rohr durchgeführt. Diese auch Inlinerverfahren genannte Sanierung ist nicht nur besonders kostengünstig – sie erspart auch Lärm, Schmutz und Störungen des Strassenverkehrs.

Die Dichtigkeitsprüfung

Um Verunreinigungen des Grundwassers zu vermeiden und somit Umweltschäden vorzubeugen, sind Hausbesitzer verpflichtet, in regelmässigen Abständen eine Prüfung des Rohrsystems vornehmen zu lassen. Für die Prüfung wird zunächst das Rohrsystem mittels Wasserdruck und gegebenenfalls elektromechanisch gereinigt. Daraufhin wird eine Kamera in die Rohrleitungen eingeführt, die mögliche Schadstellen wie Lageabweichungen, Rissbildung oder Wurzeleinwüchse sichtbar macht. Werden Schäden an den Rohren festgestellt, muss eine Sanierung durchgeführt werden.

Die offene Rohrsanierung

Bei dieser Art der Rohrsanierung wird schweres Geschütz aufgefahren. Zunächst muss das beschädigte Rohr durch Grabungen freigelegt werden. Bedenkt man dabei, dass sich Abwasserrohre in bis zu 3,5 Metern Tiefe befinden, kann man sich schnell ausrechnen, wie teuer eine solche Sanierungsmassnahme werden kann. Für die offene Rohrsanierung muss zumeist die Kellersohle und der Vorgarten auf dem eigenen Grundstück aufgegraben werden. Das defekte Rohr wird entfernt und durch ein neues Teilstück ersetzt. Die offene Rohrsanierung sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn das Rohr soweit durch Korrosion oder Umwelteinflüsse beschädigt wurde, dass eine Reparatur ausgeschlossen werden kann.

Die geschlossene Rohrsanierung

Bei der geschlossenen Rohrsanierung wird über Trennstellen, zumeist im Keller des Hauses, Zugang zum Rohrleitungssystem erlangt. Über diese Trennstellen wird zunächst eine Rohrreinigung durchgeführt. Diese hat den Zweck, Ablagerungen innerhalb der Rohre zu entfernen und so die Funktionsfähigkeit wieder herzustellen. Ist die schadhafte Stelle innerhalb des Rohrleitungssystems ausfindig gemacht, wird ein spezieller Abwasserschlauch in das Rohr eingeführt und an der schadhaften Stelle ausgerichtet. Dieser Schlauch besteht aus einem beschichteten Polyesternadelfilz, welche mit Zwei-Komponenten-Harz getränkt ist. Mittels Druckluft wird dieser Schlauch an der schadhaften Stelle entfaltet, passt sich dem Durchmesser des Rohres an und härtet innerhalb weniger Stunden aus. So werden Undichtigkeiten abgedeckt und die Funktionstüchtigkeit des Rohres wieder hergestellt. Die Kosten für die Inlinersanierung betragen nur einen Bruchteil von denen der offenen Rohrsanierung und sind daher bei kleineren Schadstellen im Rohrsystem immer zu bevorzugen.

Fazit

Eine geschlossene Rohrsanierung ist in den meisten Fällen eine kostengünstige Alternative zur Beseitigung von schadhaften Stellen im Rohrleitungssystem. Nur bei grossflächigen Schäden muss heutzutage noch auf die offene Sanierung zurückgegriffen werden. Die Arbeiten am Rohrsystem sollten dabei den Profis überlassen werden. Insbesondere bei der Prüfung auf Dichtigkeit ist darauf zu achten, dass die beauftragten Unternehmen sowohl zertifiziert als auch seriös sind, um unnötige Folgekosten zu vermeiden.

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