Dämmung

Schafwolldämmung

Im Bereich Naturdämmstoffe sticht besonders ein Material durch seine Eigenschaften aus der Masse der verfügbaren Dämmstoffe hervor: Die Schafwolle. Nicht nur, dass Schafwolldämmung der einzig verfügbare Dämmstoff aus tierischen Fasern ist, Schafwolle gilt auch als feuchtigkeitsabsorbierend, schalldämmend und wärmeisolierend. Gründe genug, uns einmal näher mit dem regenerativen Naturprodukt auseinanderzusetzen

8 August 2017

Die Herstellung

Bevor Schafwolldämmung für die Isolierung von Häuser und Wohnungen eingesetzt werden kann, muss zunächst einmal der Rohstoff, Schafwolle, gewonnen werden. Die Tiere müssen hier nicht unnötig leiden oder gar getötet werden, denn wie menschliches Haar können auch die Fasern der Schafwolle einfach per Schermaschine abgeschnitten werden. Ist das Schaf im späten Frühjahr von seiner wärmenden Wolle befreit, wird diese zunächst gründlich gereinigt und von allen Fremdkörpern befreit. Im nächsten Schritt erfolgt ein mechanisches Verfilzen der einzelnen Fasern, so dass ein kompaktes Vlies entsteht. Da Schafwolle sehr leicht entflammbar ist, wird das Vlies noch mit Borsalz versetzt. Dieser völlig ungefährliche Stoff senkt die Flammbarkeit des Materials. Nach diesen wenigen Schritten ist die Schafwolldämmung auch schon bereit für Ihren Einsatz.

Vorteile der Schafwolldämmung

Schafwolldämmung ist ein Naturdämmstoff und weist als solcher neben guten Dämmeigenschaften eine gute Ökobilanz auf. Schafwolle kann durch ihre innere Struktur bis zu 33 % des Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, die Oberfläche von Schafwolle stösst Wasser jedoch ab. Die Abgabe von aufgenommener Feuchtigkeit an die Umgebung erfolgt leichter als beispielsweise Baumwolle. Dieser feuchtigkeitsregulierende Effekt sorgt effektiv und ohne Zuhilfenahme chemischer Mittel einem Schimmelbefall der Dämmung vor. Weiterhin wird Schafwolle eine reinigende Wirkung auf die Raumluft nachgesagt, so dass insbesondere Allergiker und empfindliche Personen von dieser Art Naturdämmstoffe profitieren können. Durch einen exzellente Wärmedämmeigenschaft – resultierend aus der überaus geringen Wärmeleitfähigkeit von nur ca. 0,035 – 0,045 W/(m K) – kann selbst mit einer dünnen Dämmschicht aus Schafwolle ein maximaler Isoliereffekt erreicht werden. Auch in Sachen Schalldämmung ist Schafwolle überaus empfehlenswert. Nicht zuletzt sorgen eine gute Umweltbilanz und günstige Preise für eine wachsende Beliebtheit des Materials.

Nachteile der Schafwolldämmung

Die Einzigartigkeit des tierischen Ursprungs ist leider der größte Nachteil der Schafwolldämmung. Die einzelnen Fasern der Schafwolle bestehen zu einem grossen Teil aus Eiweissen und ziehen daher Schädlinge an. Unbehandelte Schafwolle wird so schnell zu einem Paradies für Insekten aller Art. Ebenfalls nachteilig zu sehen ist die leicht erhöhte Brandgefahr gegenüber anderen Materialien. Beiden Nachteilen kann und wird erfolgreich mit der Behandlung der Wolle mit Borsalzen entgegengewirkt.

Anwendungsbereiche

In Form von Dämmmatten oder –platten wird Schafswolle vor allem für die Innen- oder Kerndämmung eingesetzt. Wenn Schafwolle auch zur Aussendämmung eingesetzt werden soll, muss eine Vorhangfassade berücksichtigt werden. Auch als Zwischensparrendämmung oder als Geschossdeckendämmung eignet sich Schafwolle hervorragend. Je nach Einsatzzweck muss die Stabilität der Schafwolldämmung noch erhöht werden. Hierfür wird dem Rohmaterial Fasern aus Kokos oder Polyester zugesetzt.

Preise

Die Schafwolldämmung lässt sich in den unteren, mittleren Preisbereich einordnen. Pro Quadratmeter müssen ungefähr 15 – 30 CHF kalkuliert werden. Diese Preise müssen auch für künstliche Dämmstoffe bezahlt werden, so dass Schafwolle eine sinnvolle, ökologische Alternative zu konventionellen Materialien darstellt.

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