Garten

Selber betonieren

Bis zu einem gewissen Punkt können Hobbyhandwerker Betonierarbeiten durchführen. Eine Platte im Boden oder gar kleinere Mauern im Außenbereich lassen sich mit handwerklichem Geschick umsetzen. Grössere Herausforderungen, die Statik-Kenntnisse bedingen, sollten dagegen Fachleuten überlassen werden

13 Juni 2016

Laien können immer dann selber betonieren, wenn sie ihr Vorhaben gründlich planen und vorbereiten. Vorab gilt es abzuwägen, ob sie sich das Betonieren zutrauen, denn wie so oft, wenn man Dinge beim Heimwerken realisiert, hat man auch hier lediglich einen Versuch.

Kies, Wasser und Zement

Beton ist ein Baustoff, der sich universell verwenden lässt. Er besteht aus Kies, Zement, Wasser und einigen Zusatzstoffen. Der einzusetzende Zement ist stets vom Bauvorhaben abhängig. Häufig kommt Bauzement gemäss CEM 32.5 zum Einsatz, der als gängiger Beton gilt. Zemente mit der Norm 42.5 erlangen zeitig eine gewisse Festigkeit, während 52.5 genormte Betonmischungen relativ schnell erhärten und daher nicht mit heissem Wasser verarbeitet werden sollten.

Rundkies einsetzen

Kies ist von der Menge her der grösste Bestandteil des Betons. Damit grössere Hohlräume gar nicht entstehen, die mit Zement gefüllt werden müssen, sollte Rundkies in unterschiedlicher Körnung eingesetzt werden. Im Normalfall werden acht bis zweiunddreissig Millimeter grosse Kieselsteine hinzugemischt. Ganz normales Leitungswasser kann bei der Herstellung benutzt werden.

Bevor Heimwerker selber betonieren:

  • Frischer Beton muss immer so transportiert werden, dass die Komponenten sich nicht wieder voneinander trennen. Die Mischung muss in seiner Konsistenz bestehen bleiben.
  • Diese sogenannte Entmischung entsteht auch bei Fallhöhen des Betons, die grösser als ein Meter sind.
  • Heimwerker, die selber betonieren, sollten Schutzkleidung tragen und Hautkontakt mit der Betonmasse meiden.

Schalen, wenn es um Höhe geht

Eine Schalung macht immer dann Sinn, wenn es darum geht, die Betonfläche in eine bestimmte Höhe zu versetzen. Wird ein Sockel für einen Zaunpfahl gegossen, ist zum Beispiel keine Schalung obligatorisch, wenn dieser nicht aus dem Erdboden hinausragen soll.

Jene, die einen Boden selber betonieren oder kleinere Mauern errichten möchten, werden auf Schalungsarbeiten nicht verzichten können. Hierbei ist insbesondere Sorgfalt gefragt, wenn eine glatte Oberfläche des Gusses angestrebt wird. Die Schalung muss in solchen Fällen präzise Aufgebaut werden. Erst dann kann mit einer Holzplatte die Oberfläche auf Höhe der Schalung geglättet werden.
Darüber hinaus ist es lohnenswert, wenn die Schalung vorab mit Schalöl versehen wird. Dieses ermöglicht es, die Schalung nach dem Aushärten leichter zu entfernen.

Händisch oder maschinell Beton mischen?

Abhängig vom Ausmass des Bauprojekts lässt sich der Beton lokal und händisch oder mit einer speziellen Mischmaschine anfertigen. Fachbetriebe bieten auch die Anlieferung von verarbeitungsfertigem Beton an. Kleinere Mengen können jedoch von Hand angemischt werden. Bei grösseren Mengen ist es sinnvoll, Betonmischmaschinen auszuleihen. Als zeitsparend erweist sich die Möglichkeit, den Beton fertig anliefern und in die Schalung giessen zu lassen.

Die Mischverhältnisse können den Angaben des Beton- beziehungsweise des Zementherstellers entnommen werden. Fachleute unterscheiden den Beton in steifem, also dickflüssigem und weichem (dünnflüssigem) Beton.

Selber betonieren und Zeit berücksichtigen

Alle, die selber betonieren, dürfen unter keinen Umständen den Zeitfaktor außer Acht lassen. Spätestens eine Stunde nachdem er aufbereitet ist, sollte der Beton im Bauvorhaben verarbeitet sein. Bei sommerlichen Temperaturen halbiert sich diese Zeit. In Schalungen eingegossener Beton muss anschliessend verdichtet werden, damit Lufteinschlüsse die Festigkeit des Betons keineswegs negativ beeinflussen. Ideal ist daher weicher Beton für Hobbyheimwerker, die selber betonieren. Dieser lässt sich nämlich auch ohne Rüttler durch Stochervorgänge mit einer einfachen Holzplatte „entlüften“, ergo von Luftblasen befreien.

Austrocknungsschutz

Wenn höhere Aussentemperaturen dazu führen können, dass die frische Betonoberfläche zu schnell aushärtet, ist es ratsam, diese mehrmals mit Wasser zu benetzen. Auf diese Weise lassen sich Risse vermeiden, die entstehen können, wenn der Beton zu schnell trocknet. Ebenso helfen in solchen Szenarien Plastikfolien, mit denen die Betonoberfläche die ersten drei Tage bedeckt werden kann. Bei winterlichen Temperaturen ist darauf zu achten, dass der Beton in den ersten drei Tagen nicht Temperaturen unter 10 Grad Celsius ausgesetzt ist.

TEILEN:

Kommentar verfassen

  1. Pingback: Gedeckter Sitzplatz | Bauen und Wohnen in der Schweiz