Gebäude & Energie
Frau sieht Heizkostenrechnung

Sparsame Heizung: Heizwert, Brennwert und Wirkungsgrad

Möchte man beurteilen, ob es sich bei einer Heizung um eine sparsame Heizung handelt, spielen unter anderem drei Kennwerte eine Rolle: Heizwert, Brennwert und Wirkungsgrad.

12 Oktober 2014

Während sich die ersten beiden Werte auf die „Wärmemenge“ beziehen, die sich durch Verbrennung aus einem Brennstoff (z.B. Holz, Gas, Heizöl) herausholen lässt, beschreibt der Wirkungsgrad, wie effizient das jeweilige Heizsystem bei der Nutzung der bereitgestellten Energie ist. Einfach ausgedrückt, kann man durchaus sagen: Eine sparsame Heizung ist eine mit hohem Wirkungsgrad.

Heizungsbrennstoffe: ihr Heizwert und ihr Brennwert

Der Heizwert eines Brennstoffs ist die Antwort auf die Frage: Wie viel Energie wird bei kompletter Verbrennung des jeweiligen Brennstoffs freigesetzt, wenn das in den Verbrennungsabgasen enthaltene Wasserstoff NICHT kondensiert? Die Kondensation würde zusätzliche Wärme freisetzen, die man bei Heizungen mit Brennwerttechnik ebenfalls nutzt. Solche Heizungen verdienen den Titel „sparsame Heizung“ derzeit am ehesten.

Im Gegensatz zum Heizwert beinhaltet der Brennwert eines Heizungsbrennstoffs auch die Wärmeenergie, die bei der oben beschriebenen Kondensation freigesetzt wird. Die Formel für den Brennwert lautet also: Bei der eigentlichen Verbrennung freigesetzte Wärmeenergie + durch Kondensation freigesetzte Wärmeenergie. Das bedeutet auch, dass der Brennwert eines Brennstoffs mindestens ebenso hoch ist wie sein Heizwert. Gemessen werden Brennwert und Heizwert in Megajoule oder Kilowattstunden pro Kilogramm. Ein Megajoule entspricht 0,27 Kilowattstunden und eine Kilowattstunde sind 3,6 Megajoule. Wie gross der Heizwert diverser Brennstoffe ist, zeigt beispielsweise ein digitales Infoblatt des Verbands der Schweizerischen Gasindustrie (VSG).

Ein paar Worte zum Wirkungsgrad

Mit dem Wirkungsgrad wird das Verhältnis der von der Heizung abgegebenen Wärmemenge zur Energie beschrieben, die dem Heizsystem über den Brennstoff zugeführt wird. Einfach ausgedrückt: Der Wirkungsgrad beantwortet die Frage, wie viel des durch den Brennstoff zugeführten Wärmeenergiepotenzials tatsächlich zur Erwärmung des Hauses nutzbar wird. Eine „sparsame Heizung“ ist daher eine mit hohem Wirkungsgrad. Der Nutzungsgrad ist dagegen der Wirkungsgrad des Kessels über einen längeren Zeitraum von beispielsweise einem Jahr.

Wirkungs- und Nutzungsgrad beziehen sich oft auf den Heizwert des Brennstoffs, also auf die maximale Menge Wärmeenergie, die durch Verbrennung OHNE zusätzliche Kondensation des Wasserstoffs in den Abgasen erzeugbar ist. Moderne Brennwertkessel nutzen aber auch die durch Kondensation freisetzbare Wärmeenergie, sodass sich Wirkungsgrade von über 100% ergeben können.

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