Innenausbau
Tapeziertisch, Kleister und Tapetenrolle

Tapezieren – so geht’s ganz einfach!

Wenn Tapeten abgewohnt und einfach alt sind oder wenn eine neue Wohnung frisch bezogen werden soll, führt kein Weg an einer allgemein äusserst unbeliebten Tätigkeit vorbei – dem Tapezieren. Wer nicht mehrere hundert Franken für einen Profi ausgeben kann oder will, dem bleibt nichts anderes übrig, als sich mit Tapeten entfernen, Wand vorbereiten, einkleistern und anbringen zu beschäftigen.

26 September 2017

Wir haben uns daher mal der Frage gewidmet: Wie tapeziert man am besten? Wie bekommt man Tapetenreste am effizientesten weg und bringt den neuen Wandschmuck möglicht perfekt an? Und wie kommt es eigentlich, dass Tapezieren sogar Spaß machen kann?

Die Grundvorbereitung

Bevor auch nur der erste Arbeitsschritt getan werden kann, steht eine gründliche, durchdachte Vorbereitung an. Man braucht zum Tapezieren nicht viele Werkzeuge – aber die, die man braucht, sind dafür unentbehrlich. Das wichtigste aller Utensilien ist dabei der Tapeziertisch. Dieser sollte ausreichend lang, stabil und leicht sein. Ein Gestell aus Aluminiumprofilen mit robusten Scharnieren bietet sich hier an. Diese Tische kosten nicht viel und lassen sich bei Nichtgebrauch platzsparend zusammen klappen. Ideal sind Tische, die im ausgeklappten Zustand ca. 3 Meter lang sind. Hier passen auch Tapeten drauf, die später an hohen Altbauwänden hängen sollen. Weiterhin wird eine stabile, ausreichend hohe Trittleiter benötigt sowie ein Eimer zum Anrühren des Kleisters und einen speziellen Tapezier-Pinsel, Quast genannt. Wollen Sie zunächst noch alte Tapeten von den Wänden entfernen, wird noch ein Spachtel benötigt.

Tapeten kaufen

Nichts ist ärgerlicher, als mitten beim Tapezieren zu merken, dass die eingekauften Rollen Tapete nicht für den ganzen Raum reichen werden. Daher sollten Sie vor dem Kauf ausrechnen, wie viele Rollen Sie benötigen. Eine gängige Standardrolle Tapete ist 33,5 Meter lang und 0,53 Meter breit. Sie können hier getrost mit gerundeten Zahlen rechnen, es kommt beim Tapezieren nicht auf wenige Millimeter an. Was Sie schlussendlich für eine Art Tapete kaufen, bleibt völlig Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Zu den beliebtesten Tapetensorten gehören die Raufasertapete, so wie die Vliestapete. Erstere lässt sich nach dem Verlegen in der Wunschfarbe streichen, zweitere gilt als besonders einfach zu verlegen. Lassen Sie sich vor dem Kauf daher am besten gründlich im Tapetenfachgeschäft oder im Baumarkt beraten.

Die Wand für’s Tapezieren vorbereiten

Ob Sie vor dem Tapezieren den Untergrund noch vorbereiten müssen oder einfach drauf los legen können, hängt immer von der Grundbeschaffenheit der Bausubstanz ab. Bei Altbauten ist der Unterputz häufig ausgetrocknet und porös – hier kommen Sie nur mit einer sorgfältigen Grundierung weiter. Hierfür gibt es spezielle Flüssigmittel, die mit einem Quast auf die Wand aufgetragen wird. Das Mittel verleiht dem Untergrund Stabilität, so dass die neuen Tapeten einfach und schnell aufgebracht werden können – und auch haften bleiben! Wer sich die Beurteilung des Zustandes der Wand nicht zutraut, sollte mit einer kleinen Tapetenbahn testen, wie sich der Untergrund hinsichtlich der Haftung verhält.

Einkleistern will gekonnt sein

Da hat man liebevoll die erste Bahn Tapete an die Wand gekleistert und schon muss man feststellen, dass der neue Wandschmuck einfach nicht halten will und sich innerhalb von Minuten wieder vom Untergrund löst. Damit dieses Ärgernis vermieden werden kann, folgen Sie unbedingt den Hinweisen der Hersteller zur Einwirkzeit, die auf jeder Kleisterpackung vermerkt sind.
Übrigens: Kleister beziehungsweise die Länge der Einwirkzeit wirkt sich direkt auf die Größe der Tapete aus! Durch die Feuchtigkeit, die der Kleister in die Tapete bringt, vergrößert diese sich erheblich. Aus einer Breite von eigentlich 53 Millimetern werden durch den Kleister schnell 54 Millimeter. Wird hier die Einwirkzeit nicht beachtet, dehnt sich die Tapete erst an der Wand und bildet dort unschöne Wülste und Übergänge.

Ein Drittel – zwei Drittel

Die richtige Falttechnik der eingekleisterten Tapetenbahnen ist essentiell für Ihren Erfolg. Folgen Sie daher immer der Ein Drittel – Zwei Drittel Regel. Ein Ende der eingekleisterten Tapetenbahn wird um ein drittel seiner Länge eingeklappt, das andere Ende der Bahn entsprechend um zwei drittel. Achten Sie darauf, dass keine Fläche der Bahn unbedeckt bleibt. Diese Stellen würden nachher nicht ordentlich an der Wand haften, da hier der Kleister schnell eintrocknet. Die Einwirkzeit beträgt zwischen 10 bis 15 Minuten, so dass Sie immer einige Bahnen im Vorfeld einkleistern sollten. Beim Zusammenlegen dürfen Sie niemals entstehende Falten glatt streichen. Dies würde zu Knicken in der Tapete an der Wand führen. Lassen Sie die Tapetenbahnen sich vielmehr in weichen Schlaufen legen.

Blasen werfen vermeiden

Nicht nur bei Anfängern kommt es vor, dass die Tapetenbahnen nach dem Trocknen Blasen werfen. Kein Grund zur Verzweiflung – ein einfacher Trick hilft hier weiter. Alles, was Sie benötigen, ist eine Spritze aus der Apotheke (möglichst groß) und eine Malerrolle. Feuchten Sie die Blase in ihrem Zentrum leicht an, ziehen Sie die Spritze mit Leim auf und spritzen Sie den Inhalt in die Blase. Nehmen Sie dann die Malerrolle und streichen Sie damit die Blase glatt. Austretender Leim kann einfach mit einem Tuch entfernt werden.

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