Gebäude & Energie
Wäscheabwurf

Wäscheabwurf-Systeme: Schmutzwäsche, ab in den Keller!

Anbieter von Wäscheabwurf-Systemen sind oft dieselben, die auch Zentralstaubsauger im Angebot haben. Beiden Anlagen gemeinsam ist ein Rohrsystem, wenngleich mit völlig unterschiedlichen Aufgaben.

16 September 2014

Bei Zentralstaubsaugern geht es darum, das zentrale Sauggerät mit Saugdosen in der Wand zu verbinden. Wäscheabwurf-Systeme verfügen dagegen über Rohre, durch die schmutzige Wäsche ganz einfach in den Waschkeller gelangt. Man öffnet einfach die Schacht-Tür, wirft die Schmutzwäsche hinein und dank Schwerkraft landet sie genau dort, wo sie hin soll. Ein Wäscheabwurf System eignet sich für Privathäuser, aber natürlich auch für Hotels und andere Gewerbeimmobilien.

Tür, Wäschekorb, dazwischen das Rohr

Bade-, Schlaf- und Kinderzimmer können gute Plätze sein, durch die das Rohrsystem geführt wird. Dabei muss stets klar sein, dass nur untereinander liegende Räume mit dem Schacht- und Rohrsystem verbunden werden können. Am besten ist es, wenn das Rohrsystem komplett senkrecht von oben nach unten führt. Abgeknickte Rohre sind jedoch möglich. In jedem Fall sollte man das System so ausführen, dass das Risiko von in den Rohren hängenbleibender Wäsche auf nahe 0 sinkt.

Es gibt einige wichtige Dinge, die man bei der Planung eines Wäscheabwurfs beachten sollte. Die Türen der Wäscheabwurf Systeme sollten in einer Höhe angebracht werden, in der sich die Wäsche möglichst bequem ins Rohrsystem werfen lässt. Neben seitlichen Türen gibt es hier auch Säulen mit Klappen als oberer Abschluss des Systems. Das Rohr im Wäschekeller sollte nicht zu knapp unterhalb der Kellerdecke enden. Ansonsten kann nicht gewährleistet werden, dass die Wäsche aus dem Rohr tatsächlich in den bereitgestellten Wäschekorb oder Wäschesack fällt. Um grösstmöglichen Nutzen aus dem Wäscheabwurf-System zu ziehen, sollte man zudem gut überlegen, wohin man es platziert. Alle, die etwas mit Schmutzwäsche-Reinigung zu tun haben, sollten die nächste Tür zum Rohrsystem möglichst gut erreichen.

Der Einbau der Wäscheabwurf-Systeme bietet sich bei Neubauten an, weil er dort am einfachsten zu realisieren ist. Aber auch bei Altbauten ist der Einbau möglich, allerdings nicht immer. Um über einen möglichen Einbau zu entscheiden, muss man unter Umständen Rücksprache mit einem Architekten (Statiker) halten.

Kindersicherheit ist wichtig

Wichtig kann der richtige Verschluss der Türen sein, die Zugriff aufs Rohrsystem bieten. Das gilt insbesondere bei kleinen Kindern im Haus. Sie sollten nicht die Möglichkeit haben, diese Türen zu öffnen. Gelöst wird das beispielsweise mit unterschiedlich einstellbaren Federn der Zurückhaltevorrichtung, die die jeweilige Tür nach dem Öffnen selbst wieder in den geschlossenen Zustand bringt. Abhängig vom Einstellgrad können die Federn einen so grossen Widerstand entwickeln, dass kleinere Kinder die Türen nicht öffnen können. Darüber hinaus gibt es aber auch Systeme, bei denen sich die Türen verschliessen lassen.

Nicht alle Wäscheabwurf Systeme sind gleich

Wäscheabwurf-Systeme unterscheiden sich einerseits im Durchmesser der Rohre, der beispielhaft bei einem Anbieter bei 25, 28 oder 30 Zentimetern liegt. Das System kann sowohl versteckt im Mauerwerk wie offen und sichtbar im Haus installiert werden. Insbesondere im letztgenannten Fall werden auch ästhetische Aspekte beim Aufbau der Wäscheabwurf-Systeme wichtig. Bei einem hinter Mauerwerk versteckten Rohrsystem spielt optisch vor allem die Gestaltung und Farbe der Türen eine Rolle, wobei viele Hersteller die Türen in allen RAL-Farben anbieten.

Mit PVC und Edelstahl sind es vor allem zwei Materialien, aus denen man die Rohre der Wäscheabwurf Systeme herstellt. Einer der Hersteller, der Systeme aus beiden Materialien im Programm hat, bezeichnet PVC dabei als mögliche Lösung für kleinere Häuser. Bei mehrstöckigen Ein- sowie Mehrfamilienhäusern sei hingegen Edelstahl das richtige Material. Generell gilt: Edelstahl ist robuster, PVC günstiger. Bei sichtbaren Varianten der Wäscheabwurf-Systeme kommt hinzu, dass Edelstahl oft die bessere Optik aufweist. Ganz wichtig: PVC kommt ohnehin nur für Privatimmobilien in Frage, während es bei Wäscheabwurf-Systemen von Krankenhäusern oder Hotels nicht verwendet werden darf. Und noch etwas kann wichtig werden: Insbesondere bei Edelstahlsystemen im Mauerwerk kann eine Schallisolierung sinnvoll sein.

Und was kostet das?

Einer der Hersteller von Wäscheabwurf-Systemen gibt in einem Musterangebot für ein System mit einer Einwurftür, einem Rohrdurchmesser von 300 Millimetern sowie einer Gesamtrohrlänge von 4,5 Metern Materialkosten von 2’519 Franken an. Die Installationszeit, für die zusätzlich Arbeitskosten anfallen, liegt bei etwa fünf Stunden. Das sind Orientierungswerte, von denen ein konkret geplantes Wäscheabwurf-System abweichen kann.

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