Gebäude & Energie
Zentralstaubsaugeranlage

Zentralstaubsauger-Systeme: Die innovative Art des Saugens

Zentralstaubsauger-Anlagen sind fest installierte Saugsysteme mit einem zentralen Sauggerät. Von diesem Zentralgerät zweigen Leitungen ab, die beispielsweise unter dem Estrich oder hinter dem Putz entlanggeführt werden und in Saugdosen enden. Wie ein elektrisches Gerät an die Steckdose, wird der Saugschlauch vorübergehend an die Saugdose angeschlossen. Anschliessend kann man saugen. Ein grosser Vorteil, den die Hersteller solcher Systeme versprechen, ist eine konstante, starke Saugleistung.

14 September 2014

Funktionsweise von Zentralstaubsauger-Systemen

Der Zentralgerät der Zentralstaubsauger wird beispielsweise im Keller installiert. Alternativ eignen sich Räume wie die Garage oder der Dachboden. Die Saugleitungen befinden sich nicht zwangsläufig alle unter Estrich oder hinter Putz. Man kann sie unter anderem auch durch eine Deckenkonstruktion führen. Das System ist beispielsweise so konzipiert, dass man den Saugschlauch in die Dose steckt und die Anlage über einen Schalter in Betrieb setzt. Oft kann man zwischen diversen, unterschiedlich starken Saugstufen wählen. Die Saugdosen werden so platziert, dass man mit dem an sie angeschlossenen Schlauch alle Bereiche des zu saugenden Raums gut erreicht. Für den Aussenbereich können ebenfalls Saugdosen installiert werden. Der Staub wird aufgesaugt und gelangt mitsamt der Saugluft ins Zentralgerät. Im Zentralgerät wird der Staub herausgefiltert und die gesäuberte Luft gelangt durch eine Fortluftklappe ins Freie. Der Auffangbehälter im Zentralgerät ist sehr benutzerfreundlich. Er muss oftmals nur zwei- bis dreimal jährlich entleert werden.

Neben den bisher genannten Komponenten einer Zentralstaubsaugeranlage kann es weitere geben. So lässt sich bei manchen Systemen zwischen Saugdose und Schlauch ein sogenannter Vorabscheider anschliessen. Er filtert besonders groben Dreck oder Flüssiges vorab heraus, sodass beides gar nicht erst zum Zentralgerät gelangt. Bei einigen Systemen wird das Aufsaugen von Flüssigkeiten durch den Vorabscheider überhaupt erst möglich. Zentralstaubsauger-Systeme lassen sich sowohl in Neubauten wie nachträglich in Bestandsimmobilien einbauen. Auch beim nachträglichen Einbau versprechen Installateure bisweilen einen Einbau in nur einem Tag. Das hängt allerdings auch von der Grösse der Anlage ab. Installationen sind für ein ganze Immobilie möglich, aber auch nur für Teilbereiche eines Hauses. Verfügbar sind Systeme für kleine Einfamilien- und grosse Mehrfamilienhäuser.

Vorteile der Zentralstaubsauger-Systeme

Neben der starken, konstanten Saugleistungen bieten Zentralstaubsauger-Systeme diverse weitere Vorteile. Zum einen schliesst man einfach den Schlauch an die jeweilige Saugdose und zieht keinen Staubsaugerwagen hinter sich her. Das ist oft viel bequemer. Der Vorteil entfällt allerdings bei Nutzung eines Vorabscheiders. Zentralstaubsauger arbeiten laut Hersteller zudem besonders geräuscharm und beseitigen auch Feinstaub besonders gut, was sie zu einer interessanten Option für Allergiker-Haushalte macht.

Ein paar Auswahlkriterien

Besonders wichtig ist beim Kauf, sich für ein System mit der richtigen Leistung zu entscheiden. Hier kommt es natürlich vor allem auf das geeignete Zentralgerät an. Abhängig ist die benötigte Leistung beispielsweise von seiner Entfernung bis zur am weitesten entfernten Saugdose. Wichtig ist daneben unter anderem die Anzahl der Bögen, die ins Rohrsystem eingebaut werden müssen, da bei jedem Bogen zusätzlich Saugkraft benötigt wird, damit das System gut saugt. Manche Hersteller geben als Auswahlhilfe an, wie hoch die Immobilienfläche maximal sein darf, damit das angebotene Zentralgerät noch für das Haus geeignet ist. Eine weitere interessante Kennzahl kann die „maximal mögliche Rohrlänge“ sein. Liegt sie unterhalb der Entfernung des Zentralgeräts zur am weitesten entfernten Saugdose, ist das angebotene Zentralgerät für die anstehenden Aufgaben nicht geeignet.

Eine gewisse Aussagekraft in Bezug auf Saugleistung hat der maximale Unterdruck in Millibar, da der erzeugte Unterdruck entscheidend für die Saugleistung des Staubsaugers verantwortlich ist. Aber Vorsicht: Maximalwerte haben bisweilen wenig mit tatsächlich erreichbaren Werten zu tun. Ähnliches gilt bei der Einheit „maximale Luftmenge“, die beispielsweise in m³/Stunde (oder: Liter/Sekunde) angegeben wird. Grössere Luftmengen, die das System durchströmen, stehen auch für eine bessere Transportleistung des Systems, das Staub in den Auffangbehälter transportiert.

Eine Einheit, auf die man bei Zentralstaubsaugern oft trifft, ist Airwatt. Sie wird durch Saugleistung (in m³/h) und Saugkraft (mbar) bestimmt. Die Einheit bringt eine gewisse Vergleichbarkeit der Leistung von Zentralstaubsaugern. Allerdings warnt etwa der Hersteller GVT Gesellschaft für Vacuumtechnik auf seiner Website davor, die Aussagekraft der Kennzahl Airwatt zu überschätzen. Entscheidend sei, was am Ende des Saugschlauchs zur Verfügung stehen muss. Hierfür gibt das Unternehmen folgende Faustformel an: ca. 100 mbar bei ca. 100 m³/h.

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