Bauplanung & Bauleitung
Farbig gestalteter Hauseingang von einem traditionellen Einfamilienhaus

Der Windfang

Ein Windfang am Hauseingang ist eine schon sehr alte Baumassnahme, die jedoch in ihrer Effizienz absolut aktuell ist. Wenn es um das Thema Energiesparmassnahmen bei Häusern geht, denkt man in der Regel zunächst an Wärmeisolierung der Fassade, thermo-optimierte Fenster oder digital regelbare Heizungen.

31 Januar 2017

Ein Windfang ist ein der eigentlichen Haustüre vorgelagerte, zumeist überdachte und mit einer zusätzliche Türe versehene Eingangsbereich. Er soll kalte Luft aus dem Aussenbereich abhalten und so größere Temperaturgefälle in den Innenräumen vermeiden. In vergangenen Zeiten war ein Windfang an fast jedem Haus vorhanden, heutzutage ist dieser Vorbau fast nur noch an Häusern entlang den Küsten anzutreffen. Doch warum eigentlich? Wir haben uns die Vorteile eines Windfangs mal genauer angesehen.

Einfach und effizient

Mit Windfang am Hauseingang wird ein Raum vor der eigentlichen Haustür bezeichnet. Oftmals ist der Windfang am Hauseingang in Massivbauweise errichtet, es existieren aber auch Windfänge aus Holz- oder Metallkonstruktionen. Die Funktionsweise ist dabei ganz einfach. Vor dem Öffnen der Haustüre muss zunächst der Bereich des Windfanges betreten werden. Dann wird die erste Türe geschlossen und erst dann die Haustüre geöffnet. So wird vermieden, dass kalter Windzug in die Wohnräume gelangt, diese auskühlt und in der Folge teuer wieder aufgeheizt werden muss. Ein weiterer Vorteil des Vorraums ist die reduzierte Geräuschkulisse. Durch den Vorbau wird eine effektive Schalldämmung an der Haustüre erzielt, so dass sich der Lärmpegel in den Innenräumen um einige Dezibel reduzieren lässt.

Nur was für Neubauten?

Die einfachste Art und Weise, einen Windfang am Hauseingang zu installieren ist natürlich die direkte Integration während der Planungsphase eines Neubaus. Hier kann sowohl statisch als auch optisch der maximale Nutzen aus dem Vorbau gezogen werden. Doch auch bei Bestandimmobilien kann in vielen Fällen ein Windfang nachträglich vor die Eingangstüre errichtet werden. Hier ist natürlich von Einzelfall zu Einzelfall zu prüfen, ob und wie sich der zusätzliche Raum in das Gesamtbild des Hauses einfügen lässt. Ebenfalls ist Rücksprache mit dem zuständigen Bauamt zu halten, damit es im Nachhinein keine Probleme mit den behördlichen Auflagen gibt. Dass Errichten eines Windfangs ist dabei weder aufwändig noch teuer! Prinzipiell müssen nur drei Wände (die vierte Wand ist die bestehende Hauswand), ein Dach und eine Tür errichtet werden. Fenster sind rein obligatorisch, ein Muss sind sie keinesfalls.

Der Windfang im Alltag

Auch wenn man meint, noch nie einen Windfang betreten zu haben – die Einrichtung wird häufiger verwendet als es scheint. Viele Restaurants nutzen Windfänge vor dem Eingangsbereich, um die Gäste vor unangenehmem Luftzug zu schützen. Häufig und gerne werden hier anstelle einer Tür schwere Samtvorhänge verwendet. Diese sehen nicht nur edel aus, sondern sparen auch Platz. In Kaufhäusern findet man Windfänge häufig als Drehtüren im Eingangsbereich. Auch sogenannte Luftvorhänge, die mittels eines Gebläses kalte Außenluft von den Verkaufsräumen fernhalten, sind im Einzelhandel oft anzutreffen.

Fazit

Bei Neubauten sollte es gar keine Frage sein – ein Windfang ist ein probates Mittel, um die Energieeffizienz des Hauses wesentlich zu verbessern. Der Vorbau schützt dabei nicht nur vor Zugluft, Kälte und hohen Lärmpegeln, sondern sieht dabei auch noch äusserst gefällig aus. Auch bei Bestandsimmobilien sollte, sofern es die Gegebenheit zulässt, über ein nachträgliches Errichten eines Windfangs nachgedacht werden. Da Windfänge je nach Art auch in Eigenregie geplant und errichtet werden können, stellen sie eine interessante Option zur Aufwertung des Eigenheims dar. Es muss jedoch im Vorfeld unbedingt mit der Baubehörde geklärt werden, ob ein Windfang errichtet werden darf oder nicht.

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