Dämmung
EPS Dämmplatten

EPS Dämmung

Die EPS-Dämmung wird in verschiedenen Dämmbereichen verwendet und EPS-Dämmplatten gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Wie für andere Dämmtechniken gilt auch bei EPS-Dämmungen, dass sie Vor- und Nachteile hat. Ausserdem ist wie bei anderen Dämmtechniken der Einsatz von vielen spezifischen Aspekten das individuelle Projekt betreffend abhängig.

4 Februar 2016

Was ist die EPS Dämmung?

Geschäumte Platten werden häufig zur energetischen Wärmedämmung in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Dabei konkurriert die EPS Dämmung je nach Anwendung mit XPS-Dämmplatten, PUR-Dämmkomponenten und Schaumglasplatten. XPS und EPS Dämmsysteme bestehen dabei aus denselben Grundstoffen, nämlich Polystyrol. Umgangssprachlich sind EPS-Platten auch unter dem Markennamen Styropor bekannt. Bei XPS-Platten handelt es sich um extrudiertes, bei einer EPS-Dämmung um expandiertes Polystyrol. PUR-Dämmplatten bestehen aus Polyurethan.

Das Funktionsprinzip einer EPS-Wärmedämmung

Die Effizienz der Wärmedämmung wird bestimmt durch die Wärmeleitfähigkeit von Stoffen. Je geringer die Wärmeleitfähigkeit und damit auch der Wärmedurchgangskoeffizient, der U-Wert, ist, desto besser das Wärmedämmvermögen. Eine besonders schlechte Wärmeleitfähigkeit besitzt das Vakuum, aber auch Gase. Bei der Herstellung der EPS-Platten wird das ausgenutzt und das Polystyrol-Granulat (Perlen) mit Wasserdampf expandiert und gleichzeitig Sauerstoff eingeschlossen. Dadurch erhält eine EPS-Dämmplatte einen sehr geringen U-Wert und gleichzeitig eine hohe Dämmeffizienz, weil das CO2 Wärme schlecht leitet.

Die Vor- und Nachteile von EPS-Dämmungen

Nachfolgend die U-Werte einer EPS-Dämmung mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/qmK bei unterschiedlicher Stärke:

  • EPS-Wärmedämmung 10 cm: U-Wert 0,33 W/qmK
  • EPS-Wärmedämmung 15 cm: U-Wert 0,22 W/qmK
  • EPS-Wärmedämmung 20 cm: U-Wert 0,17 W/qmK

Damit besitzen EPS-Platten einen hervorragenden U-Wert. Dieser Vorteil wird durch die verhältnismässig geringen Kosten bereits in der Herstellung zusätzlich unterstrichen. Pro Quadratmeter betragen die Kosten einer EPS-Dämmung zwischen 8 und 30 SFR. Die Kosten sind von verwendeten Materialien wie Kleber, Mörtel usw., aber auch der Art der Dämmung abhängig.

Auch die Ökobilanz ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Bezogen auf die Herstellungskosten übersteigt die eingesparte Energie schnell den Energieaufwand für die Herstellung. Jedoch ist die positive Ökobilanz in ihrer Gesamtheit etwas eingeschränkt. Wie bei vielen anderen Produkten, die auf Erdöl basieren, ist die Entsorgung einer EPS-Dämmung relativ aufwendig und kostenintensiv. Dem stehen die langen Standzeiten entgegen. Die meisten Hersteller garantieren 20 Jahre, wobei es EPS-Dämmungen gibt, die schon seit 50 Jahren und mehr nicht entfernt werden mussten.

Einen hohen Einfluss auf die Haltbarkeit hat der Umfang der Dämmung, aber auch die Qualität der Ausführung. Polystyrol verträgt keine UV-Strahlung und wird dadurch brüchig und porös. Dann wird die Dämmfähigkeit erheblich eingeschränkt. Positiv hervorzuheben ist die hohe Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und Nässe. Wurde eine EPS-Dämmung vorbildlich angebracht und effizient gegen UV-Strahlung verkleidet, kann die Dämmung über viele Jahrzehnte enorm an Heizkosten einsparen.

EPS-Dämmplatten entsprechen laut DIN EN, die auch in der Schweiz angewandt werden, der Brandschutzklasse B1 „schwer entzündlich“. Jedoch ist hier zu unterscheiden nach Platten, die speziell gegen ihr Brandverhalten bearbeitet wurden. Dazu wurde bislang das Brandschutzmittel HBCD verwendet, was seit August 2015 europaweit und damit auch in der Schweiz in der Herstellung nicht mehr gestattet ist. Es gibt aber durchaus noch Restbestände. Es sollte bei einer EPS-Wärmedämmung bei der Verwendung von Brandschutzmitteln darauf geachtet werden, dass stattdessen Polymer-FR eingesetzt wurde. Darüber hinaus können EPS-Platten auch hydrophob beschichtet werden, dann lautet die Bezeichnung EPSh.

Einsatzbereiche und Voraussetzungen der EPS-Wärmedämmung

Aufgrund der Materialeigenschaften ergeben sich auch bei einer EPS-Dämmung Einschränkungen. Doch zunächst die typischen Anwendungen einer EPS-Dämmung:

Einschränkungen bei einer EPS-Dämmung

Die thermischen Eigenschaften schränken die Einsatzmöglichkeiten ein, da sich eine EPS-Dämmung bei Wärme nicht ausdehnt. Beispielsweise bei der Zwischensparren-Dachisolierung bestehen die Sparren aber aus Holz und arbeiten entsprechend. Würden hier EPS-Platten Verwendung finden, hätte das dauerhaft grosse Fugen zur Folge, welche die Wärmedämmwirkung massiv einschränken.

Daher sind EPS-Dämmplatten auch nicht für Bereiche geeignet, in denen zusätzlich eine Schalldämmung erzielt werden soll, zum Beispiel in der Hohlraumdämmung. Bei der Flachdachdämmung hängt der Einsatz von der weiteren Vorgehensweise ab. Werden im Anschluss Bitumenbahnen aufgeschweisst, kann keine EPS-Dämmung vorgenommen werden. Zu berücksichtigen sind auch Dämmvorhaben, bei denen nur eine begrenzte Dämmstoffstärke möglich ist.

Der klassische Dämmungsaufbau ist anhand einer Perimeterdämmung oder einer Fassadendämmung in Form eines Wärmedämm-Verbundsystems zu erörtern (von innen nach aussen):

  • Mauerwerk/Fassade
  • Klebstoff (zu 100 Prozent flächig aufzutragen)
  • EPS-Dämmung
  • Drainageplatten (Perimeterdämmung) oder armierter Trag-/Unterputz bei WDVS

Die EPS-Dämmung muss dabei absolut genau montiert werden, also perfekt Stoss an Stoss. Besondere Aufmerksamkeit erfordern Anschlussfugen (von Fassadendämmung zu Perimeterdämmung oder umgekehrt), zur Traufe, zu Anschlusswänden usw. Schon geringste Nachlässigkeiten können zu Wärmebrücken und einer eingeschränkten Dämmeffizienz führen.

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