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Photovoltaikanlagen: Aufdach- oder Indachanlage?

Die häufigste nachträgliche Installation einer Photovoltaikanlage auf einem bereits gebauten Haus mit Steildach ist die Aufdachanlage, bei der die Module auf dem bestehenden Dach installiert werden. Bei Flachdachhäusern ist das allerdings nicht möglich. Hier benötigt man Aufsteller für die Module. Insbesondere bei Neubauten, die mit Steildach geplant sind, kommt auch eine Indachanlage infrage. Und als weitere Alternative gibt es dann noch die Installation an der Fassade. Aber der Reihe nach.

7 Juli 2015

Indachanlage – die neuen Möglichkeiten

Den grossen Vorteil einer Indachanlage sehen viele Befürworter dieser Variante in der grösseren Unauffälligkeit. Bei Indachanlagen ersetzen die Photovoltaikmodule die klassische Dacheindeckung in Form von Dachziegeln, Dachsteinen oder anderen Deckmaterialien. Beim Neubau von Dächern kann man mit der Indach-Installation unter Umständen Geld sparen, weil man sich nicht für klassische Dacheindeckung UND einen Photovoltaik-Aufbau entscheidet, sondern zumindest teilweise für Photovoltaik-Elemente als Dacheindeckung. Bei Bestandsbauten lohnt sich eine Indachanlage oft nur, wenn ohnehin eine Neueindeckung des Dachs geplant ist.

Solardachziegel von Tesla

Neuen Aufwind bekam das Thema Indachanlage durch die medienwirksame Ankündigung der Firma mit Solardachziegeln in den Solarmarkt einzusteigen. Die neuen Solardachziegel sollen besser aussehen, als ein normales Dach, eine längere Haltbarkeit aufweisen und bessere Dämmeigenschaften haben. Wie weit sich diese Versprechen halten lassen, wird sich in der Praxis zeigen.

Die Aufdachanlage

Bei der nachträglichen Installation einer Photovoltaikanlage kommt in der Regel nur eine Aufdach-Anlage in Betracht. Bei ihr werden die Photovoltaikmodule auf das komplette und mit Eindeckung ausgestattete Dach aufgesetzt. Dies kann mithilfe von Schienen geschehen, die man aufs Dach montiert. Auf sie setzt man dann die Module, die beispielsweise durch Klammern an den Schienen befestigt werden. Damit die Aufdachanlage funktioniert, muss das Dach jedoch ausreichend geneigt sein. Als optimal gilt in der Schweiz eine Dachneigung von 20 bis 30 Grad.

Flachdach-Systeme

Möchte man Photovoltaikmodule auf einem Flachdach montieren, benötigt man ein passendes Montagesystem zur Aufständerung. Ein Vorteil der Aufständerung: Man kann selbst festlegen, in welchem Winkel zur Sonne man die Module aufstellt. Allerdings muss man aufpassen, dass die Statik des Hauses das Zusatzgewicht der Module mitsamt Aufständer-System trägt und dass die gesamte Konstruktion auch widrigen Wetterumständen wie starkem Schnee und/oder Wind standhält.

Man unterscheidet bei Flachdachsystemen solche, die mit der Dachhaut verschraubt werden, und Systeme ohne Verschraubung. Sowohl bei den Systemen mit als auch ohne Verschraubung gibt es diverse Varianten, wobei bei einigen Varianten ohne Verschraubung Zusatzgewichte (beispielsweise in Form von Betonsteinen) eingesetzt werden.

Und Module an der Fassade?

Statt ins Dach kann man Photovoltaikmodule auch in die Fassade integrieren. Solch ein System kann beispielsweise an einer nach Süden zeigenden Fassade eine Alternative zur Installation der Module auf einem wenig von der Sonne beschienenen Dach sein. Ein von einem Anbieter genannter Beispielertrag solch einer Photovoltaik-Lösung: etwa 75 kWh pro Quadratmeter PV-Modul im Jahr. Zur Orientierung: Laut Studie der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E.) von 2013 verbrauchen vier Personen in einem Einfamilienhaus inklusive Gebäudetechnik jährlich 5200 Kilowattstunden. 10 m² Modulfläche in der Fassade (750 kWh pro Jahr) decken dann also knapp 14,5% des Jahresstromverbrauchs einer vierköpfigen Familie.

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