Gebäude & Energie
Solarstromspeicher

Solarstromspeicher: wieso, weshalb, warum?

Stromspeicher sind bei denjenigen Photovoltaikanlagen überflüssig, deren produzierter Strom komplett ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Der durch Module erzeugte Strom wird bei solchen Systemen durch Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt und dann eingespeist, wobei der Einspeisezähler die eingespeiste Strommenge misst, damit sie korrekt abgerechnet werden kann.

6 Juli 2015

Möchte man Solarstrom selbst verbrauchen, geht das ohne Solarstromspeicher nur in einem begrenztem Mass, da Stromerzeugung und Stromverbrauch ohne Speicher zeitlich stets zusammentreffen müssen. Erst mit einem Solarstromspeicher, kann der erzeugte Strom auch zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden. Solarspeicher waren allerdings lange Zeit sehr teuer.

Speichersysteme werden erst langsam wirtschaftlich

Angaben zur Wirtschaftlichkeit von Speichersystemen macht die Anfang 2014 veröffentlichte Kurzexpertise der Leipziger Institut für Energie GmbH „Wirtschaftlichkeit Batteriespeicher – Berechnung der Speicherkosten und Darstellung der Wirtschaftlichkeit ausgewählter BatterieSpeichersysteme“. Sie kam für Deutschland zum Schluss, dass eine PV-Anlage mit einem Eigenverbrauchsanteil von 25 % (ohne Speicher) das kosteneffizienteste Versorgungssystem darstellt, wobei der finanzielle Vorteil „auch bei steigenden Strompreisen zunächst bestehen“ bleibt.

Der Einsatz von Speichersystemen erhöhe zwar den Eigenverbrauchsanteil und den Autarkiegrad deutlich, sei „aber aufgrund der hohen Investitionskosten für die Speichersysteme für die meisten Haushalte nicht wirtschaftlich“, hiess es in der Analyse, die damals allerdings auch eine Ausnahme nannte: ein „Komplettsystem mit einem SENEC.Home G2 Batteriespeicher“.

Seit Entstehen dieser Studie hat es natürlich bereits wieder einige technische Weiterentwicklungen gegeben, die auch die Wirtschaftlichkeit der Speichersysteme gesteigert haben. Es ist absehbar, dass die Höhe der benötigten Investitionen künftig weiter sinken wird, sodass die Wirtschaftlichkeit der Systeme weiter ansteigt. Es lohnt sich also durchaus, die erwartbaren Investitionen und Ersparnisse von einem Fachbetrieb durchrechnen zu lassen.

Grösse des Solarspeichers

Laut einer Faustregel für die benötigte Grösse eines Photovoltaikspeichers sollte man für jedes Kilowatt peak Leistung der Photovoltaikanlage eine Kilowattstunde Kapazität des Speichers einplanen. Für ein Einfamilienhaus gibt die Website Hausinfo.ch des Hauseigentümerverbands Schweiz (HEV Schweiz) und des Versicherers GVB Services AG eine benötigte Anlagengrösse von 2 bis 3 kWp an, sodass die benötigte Speicherkapazität des durchschnittlichen Einfamilienhauses bei zwei bis drei Kilowattstunden liegt.

Arten von Solarstromspeichern

Varianten der Photovoltaik-Stromspeicher sind Blei-Säure-Akkumulatoren, Blei-Gel-Akkumulatoren und Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Die Blei-Varianten existieren bereits länger und sind daher auch langfristig erprobt. Zudem sind sie in der Regel günstiger als Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Allerdings überzeugt die Lithium-Ionen-Variante durch eine höhere Lebensdauer, mehr Zyklen (Laden/Entladen) und mehr Entladetiefe. Die Zukunft gehört daher wohl den Lithium-Ionen-Akkumulatoren.

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