Gebäude & Energie
Ein Strohballenhaus im Bau

Strohballenhaus in der Schweiz

Ein Strohballenhaus in der Schweiz? Strohballenhäuser in der Schweiz sind häufiger, als man meinen mag. Die Vorteile dieser Bauweise liegen klar auf der Hand: ökologisch vertretbar, regional verfügbare Rohstoffe und eine neutrale Co2-Bilanz.

19 November 2016

Wer jetzt befürchtet, dass bei einem Strohballenhaus die Optik leidet, den können wir beruhigen. Rein äusserlich unterscheidet sich ein Strohballenhaus nicht von anderen, konventionell errichteten Häusern. Es ist allerdings zu beachten, dass je nach Bauweise eine Einzelfallgenehmigung für das Bauen von einem Strohballenhaus in der Schweiz nötig ist. Auch ist die Bauweise mit Strohballen nur für ein- bis eineinhalb Stockwerke möglich. Bei höheren Häusern ist die Tragfähigkeit nicht mehr ausreichend.

Strohballenhaus in der Schweiz

Wie bereits angeschnitten, ist Stroh als Baustoff unvergleichlich klimafreundlich. Für die Gewinnung und den Transport müssen keine weiten Strecken zurückgelegt werden – schließlich ist Stroh gerade in der Schweiz in Mengen verfügbar. Für die Herstellung von Strohballen wird 100-mal weniger Energie verbraucht als für vergleichbare Mengen an Mineralwolle oder Schaumstoffen. Sind die Strohballen am Ende ihres Lebenszyklus angelangt, lassen sie sich zu einhundert Prozent biologisch abbauen. Ein Strohballenhaus bauen sieht also nicht nur gut aus, sondern schont darüber hinaus auch die Umwelt!

Strohballenhaus – so funktioniert die Konstruktion

Wer ein Strohballenhaus bauen will, dem stehen grundsätzlich zwei verschiedene Bauformen zur Verfügung. Bei der ersten Methode werden Strohballen ähnlich wie Ziegelsteine versetzt übereinander errichtet. Diese selbsttragende Konstruktion ist in ihrer Lastaufnahme jedoch begrenzt. Die zweite Möglichkeit ist der Einsatz einer Holzkonstruktion, bei der zunächst ein Ständerwerk errichtet wird, dessen Zwischenräume anschließend mit Strohballen aufgefüllt werden. Der große Vorteil dieser Methode: sie ist nicht vom Wetter abhängig. Die Holzkonstruktion kann auch bei Regen errichtet werden, das Stroh wird dann erst bei trockenen Verhältnissen aufgefüllt. Feuchtigkeitsschäden werden so bereits im Vorfeld ausgeschlossen. Bei beiden Methoden ist absolut darauf zu achten, dass das Stroh nicht mit Wasser in Kontakt kommt, da anderenfalls Schimmelbildung und Fäulnis einsetzen könnte.

Der größte Feind vom Strohballenhaus ist das Wasser

Strohballenhäuser müssen bestmöglich gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Hierzu wird auf vergrößerte Dachüberstände und vorgehängte Fassaden gesetzt. Wird das Haus außen mit Lehmputz verputzt, so ist über diesen eine schützende Schicht aus Kalkputz aufzutragen. Feuchtigkeit aus dem Innenbereich des Hauses wird mit luftdichten Versiegelungen begegnet. Insbesondere Lehmputz hat sich auch für die Innenräume als Mittel der Wahl qualifiziert. Die natürliche Struktur des Putzes wirkt, ein sorgfältiger Auftrag vorausgesetzt, versiegelnd gegen Feuchtigkeit und Dampf. Weiterhin erhöht Lehmputz bei Strohballenhäusern den Brandschutz.

Ein Strohballenhaus bauen – unser Fazit

Die hervorragenden ökologischen Eigenschaften des Baumaterials Stroh, die regionale Verfügbarkeit und ein günstiger Preis machen Strohballenhäuser zu einer mehr als interessanten Option für alle Bauherren. Werden die Eigenschaften des Materials beachtet und sorgfältig gearbeitet, sind Strohballenhäuser ebenso robust und langlebig wie Häuser aus konventionellen Baustoffen.

 

Picture by Colin Rose (originally posted to Flickr as Straw Bale House) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

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