Haushaltsgeräte

Weinlagerung zu Hause

Den Urlaub in einem klassischen Weinbaugebiet zu verbringen, ist ein Rundumgenuss. Das Auge erfreut sich an der durch die Reben geprägte Landschaft und das Herz geht auf, wenn der Gaumen von den guten Weinen der Gegend geschmeichelt wird. Es ist fast eine Selbstverständlichkeit, dass bei Urlaubsende eine paar Kisten von den guten Tropfen dieser Gegend mitgenommen werden. Wäre doch schade, daheim auf diese Weine zu verzichten. Im Keller des Hauses wird sich ein Plätzchen finden, das zur Weinlagerung geeignet ist.

24 Februar 2016

Der Weinkeller, ein Wohnraum für die edlen Tropfen

Im Prinzip kann man aus fast jedem Kellerraum, der gewisse Voraussetzungen erfüllt, einen kleinen Weinkeller gestalten. Der Raum sollte nur der Weinlagerung vorbehalten sein und ohne jede Fremdgerüche. Er sollte wegen der Sonneneinstrahlung und der damit verbundenen Wärmeentwicklung an der Nordseite im Haus liegen und möglichst erschütterungsfrei sein. Das Haus sollte nicht an einer Hauptverkehrsstrasse mit Schwerlastverkehr liegen. Permanente Erschütterungen verträgt der Wein gar nicht. Ist daran nichts zu ändern, sollte dafür gesorgt werden (Sandschicht), dass die Erschütterungen in den Weinflaschen-Regalen gedämpft werden. Da Keller meist eine Fensteröffnung haben, ist eine Lüftungsmöglichkeit gegeben und das Problem Tageslicht ist durch Abdeckung zu lösen. Bleiben noch die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Hier hilft, wenn es denn sein muss, ein kleineres Klimagerät, dass die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur auf den richtigen Wert regelt.

Kostspielig aber machbar, der Weinklimaschrank

Wer nicht über einen Keller verfügt, sich aber trotzdem einen kleinen Vorrat an guten, besonderen Weinen zulegen und diese richtig lagern möchte, dem bleibt als Alternative der Weinklimaschrank. Nicht ganz preiswert ist diese Lösung.
Der Weinklimaschrank hat für die unterschiedlichen Weine mehrere Temperaturzonen. Da der Wein kein Licht verträgt, sollte der Schrank eine massive Tür haben oder aber eine Tür mit dunklem UV-Glas-Einsatz. Die Technik umfasst erschütterungsfreie Absorber-Kühltechnik und geruchsneutrale Aktivkohlefilter-Frischluftzufuhr und Elektronik steuert die Temperaturbereiche zwischen 8 und 18 °C.

Flaschen-Weine richtig lagern

Erworbene Weine, die nicht umgehend getrunken werden, sollten entsprechend gelagert werden. Wein ist ein äußerst empfindliches Getränk, dessen Qualitäten schnell verlorengehen können, wenn es nicht sorgfältig gelagert wird.

Kühle: Der Wein liebt es kühl, mag keine grösseren Temperaturschwankungen. Nahezu ideal ist der Temperaturbereich zwischen 10 und 14 °C zur längerfristigen Lagerung. Kurzzeitig verträgt er auch einmal eine konstante Lagertemperatur um 18 °C. Was er überhaupt nicht verträgt, sind kurzzeitige, grössere Schwankungen. Jahreszeitlich bedingte Temperaturschwankungen im Bereich von etwa 5 °C dagegen sind problemlos für den Wein, da sie sich langsam vollziehen.

Luftfeuchtigkeit: Zu trockene Luft bringt nicht nur dem Menschen Probleme, sie ist auch schädlich für die Weinlagerung. Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 70 % verhindert, dass die Korken der Weinflaschen nicht verderben und der Inhalt der Flasche geschützt bleibt. Zu hoch sollte die Feuchtigkeit aber nicht sein, denn dann bilden sich hässliche Flecken auf den Etiketten.

Beleuchtung: Die Weinlagerung sollte möglichst bei wenig Licht erfolgen. Trotz farbiger Flaschen reagiert der Wein negativ auf jeden Lichteinfall. Tageslicht und künstliche Beleuchtung sollten ausgesperrt bleiben. Der Besitzer des Weinkellers findet seine Kostbarkeiten auch bei Kerzenlicht.

Belüftung: Eine gute Belüftung des Weinkellers sorgt für den regelmässigen Luftaustausch, verhindert die Bildung des muffigen Kellergeruchs. Auch sollten in der Nähe der Weine keine stark riechenden Dinge gelagert werden, da sich diese Gerüche fast immer im gelagerten Weinen wiederfinden, was mehr als nur unangenehm ist.

Stehend oder liegend: Diese Fragestellung stammt noch aus der guten alten Zeit, da Weinflaschen grundsätzlich mit Naturkorken verschlossen wurden. Das ist heute nicht mehr der Fall. Es gibt viele Verschluss-Varianten, die eine aufrecht stehende Lagerung ermöglichen oder sogar erfordern. Das ist bei Presskorken oder Twin-Top-Korken der Fall, sie sollten stehend aufbewahrt werden, da sonst Kork und Kleber sich auflösen und der verbleibende Inhalt nach Kork schmeckt. Ausserdem entsteht beim Öffnen einer Flasche nur Bröselkork. Bei Flaschen mit Schraubverschluss, Kunststoffkorken oder Glasstopfen hat die Lagerungsform – stehend oder liegend – keinen Einfluss auf den Inhalt. Sind die Flaschen aber mit einem Naturkorken verschlossen, sollten sie auf jeden Fall liegend aufbewahrt werden, nur so bleibt der Korken immer nass.

Versiegelt: Bei besonders guten Rotweinqualitäten, die für eine längere Lagerung vorgesehen sind und mit einem guten Korken zur liegenden Lagerung verschlossen sind, ist die Versiegelung der Korken mit einem speziellen Siegellack ein zusätzlicher Schutz.

Beachten: Durch Raubbau haben viele Korken nicht mehr die notwendige Festigkeit und Dichte, sodass Wein austreten kann und die Flaschen Luft ziehen, der Inhalt verdirbt. Eine regelmässige Kontrolle wird daher empfohlen. Bei Problemen hilft meist nur ein Umkorken.

Wie lange kann Wein gelagert werden

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, da viele Faktoren hier eine grosse Rolle spielen. Die Weine sind schlechthin Individualisten, ihre Reifung und die Lebenserwartung könnten nicht unterschiedlicher sein. Generell aber ist es richtig, wenn festgehalten wird: Die Haltbarkeit des Weins wird bestimmt durch die Summe der Inhaltsstoffe, den Gehalt an Alkohol, der Süsse und der Säure – beim Rotwein kommt noch der Gehalt an Gerbstoff hinzu.
Ein Weinliebhaber und Geniesser hat einmal festgestellt, dass es immer besser ist von drei unterschiedlichen Weinen je 100 Flaschen zu kaufen, als von 100 Weinen je drei Flaschen. Nur so hat er die Chance die vollendete Reife zu erschmecken und die verbliebenen Flaschen bei einer kleinen Feier unter Freunden zu geniessen.
Natürlich gibt es eine kleine Richtlinie – nicht einmal eine Grundregel – über die Lagerfähigkeit der verschiedenen Weine, diese lautet wie folgt:

  • Weissweine: 3 bis 5 Jahre
  • Rosé-Weine: 5 Jahre und mehr
  • Süss-Weine: 15 Jahre und mehr
  • dunkle Rotweine: mindestens 6 Jahre, gute Lagen und hochwertige Weine entsprechend mehr.  Hier greift die obige Aussage eines Geniessers mit den 30 Flaschen.

Es ist eine alte Weinbauernweisheit, dass nicht jeder Wein im Alter vollendeter wird, es darf aber angezweifelt werden, dass Weissweine und Rosé-Weine möglichst rasch genossen werden sollten. In Südtirol gab es einen Kellermeister, der hat seit 1955 von jedem Jahrgang 500 Flaschen in der Kellerei versteckt. Bis heute sind es über 20.000 Flaschen, er wollte einfach nur erfahren, was aus diesen Weinen einmal wird – fast ausnahmslos ein nicht zu übertreffender Genuss. Die Steigerung kann nur noch eine Flasche aus dem Jahre 1893 bringen – dem Gründungsjahr der Kellerei – sie wird irgendwann zu einem ganz besonderen Anlass „vielleicht“ geöffnet werden.

Wichtig:
Nach jedem Transport ob kurzer oder langer Weg sollte dem Wein mindestens acht Tage Ruhezeit gegönnt werden.

TEILEN:

Kommentar verfassen