FWinkler Geschrieben May 28, 2023 Melden Share Geschrieben May 28, 2023 Ich habe gelesen, dass es Probleme mit Mehrkosten beim Hausbau geben kann, besonders wenn es um den Aushub geht. Ich habe auch ein Problem, das ich gerne mit euch teilen würde. Also, mein Generalunternehmer (GU) hat einem Handwerker 15'000 CHF pauschal für alle Erdarbeiten offeriert. Aber, gemäss der Offerte hätten sie nur 500m3 ausheben und entsorgen müssen. Stattdessen sind es nun 800m3 geworden, das heisst 300m3 mehr. Der Handwerker hat mir nun eine Rechnung über ca. 9'000 CHF geschickt, mit der Aufforderung, die Mehrkosten zu zahlen. Allerdings hat mich niemand vorher über die Mehrkosten informiert und ich wurde diesbezüglich nicht informiert und auch meine Zustimmung wurde nicht eingeholt. Ich habe den GU bereits aufgefordert, dies mit dem Handwerker zu regeln, aber bisher ist nichts passiert. Der Handwerker droht mir jetzt mit dem Handwerkerpfandrecht. Ich denke, dass ich diese Mehrkosten nicht tragen sollte, schliesslich: hat der GU die Erdarbeiten falsch offeriert, was zu einer falschen Berechnung geführt hat. hat mich niemand über die Mehrkosten informiert, und kann ich nichts dafür, wenn der Handwerker eine pauschale Offerte abgibt und diese dann nicht ausreichend ist. Wie seht ihr das? Ich wäre dankbar für Eure Meinungen. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
nicola_padinatos Geschrieben May 28, 2023 Melden Share Geschrieben May 28, 2023 Hi FWinkler, ich denke, dass du im Recht bist. Der Handwerker kann keine höheren Kosten berechnen, ohne den Kunden im Voraus zu informieren. Im Grossen und Ganzen ist es die Pflicht des Handwerkers, die Arbeit so zu erledigen, wie in der Offerte vereinbart wurde. Ein Beispiel: Du beauftragst einen Handwerker, dein Badezimmer zu renovieren. Du erhältst eine Offerte mit einem bestimmten Preis. Du stimmst dem zu und der Handwerker beginnt mit der Arbeit. Während er arbeitet, informiert er dich plötzlich, dass er zusätzliche Materialien benötigt und dass die Kosten höher sind als vereinbart. Das ist nicht korrekt, da er dich vor Beginn der Arbeit darüber hätte informieren müssen. Zurück zu deiner Situation - du könntest ihm sagen, dass das Pfandrecht bedeutet, ein Recht auf Aufbewahrung zu haben, bis eine Schuld beglichen wird. Es hat nichts mit deinem spezifischen Problem zu tun. Das bedeutet, dass er dein Auto nicht einfach behalten und verkaufen kann, um seine Forderungen zu begleichen. Ein weiteres Beispiel: Dein Auto benötigt einige Reparaturen und du bringst es zu einer Werkstatt. Die Werkstatt repariert das Auto und informiert dich darüber, dass die Kosten höher sind als ursprünglich veranschlagt. Du stimmst dem zu und bezahlst die Rechnung. Wenn du jedoch nicht bezahlst, kann die Werkstatt dein Auto nicht einfach behalten und verkaufen, um ihre Forderungen zu begleichen. Sie können jedoch ein Pfandrecht geltend machen und das Auto als Sicherheit behalten, bis du die Schulden beglichen hast. Collecta, ein Inkassounternehmen, kann helfen, Forderungen aufzulösen, indem es für den Kunden verhandelt. Das Unternehmen arbeitet eng mit Gläubigern und Schuldnern zusammen, um eine Einigung zu erzielen. Ein letztes Beispiel: Du hast Schulden bei einem Gläubiger. Der Gläubiger hat mehrere Mahnungen gesendet, aber du hast nicht bezahlt. Der Gläubiger könnte ein Inkassounternehmen wie Collecta beauftragen, um die Schulden einzutreiben. Collecta würde nun mit dir verhandeln, um eine Zahlungsvereinbarung zu treffen, die für beide Parteien akzeptabel ist. Ich habe kürzlich wegen einer Schuld mit Collecta verhandelt und es hat gut funktioniert. Ich dachte, ich würde es nur erwähnen, wenn du dasselbe Problem hast wie ich. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Swiss.Stephan Geschrieben May 28, 2023 Melden Share Geschrieben May 28, 2023 Hallo FWinkler, ich sehe, dass es bei deinem Problem um den Aushub, der für Hausbauprojekte typisch ist, geht. Ich empfehle, die 300m3 zu messen, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich so gross sind. Eine Möglichkeit, dies zu tun, besteht darin, einen Dritten mit der Messung zu beauftragen. Vor allem können diese Mehrkosten in der Regel auch vom GU direkt an den Handwerker gezahlt werden, da der GU für ein solches Problem verantwortlich ist. Aber sag dem Handwerker in jedem Fall, dass er nur Anspruch auf das Geld hat, das tatsächlich geschuldet wird, bis beide Seiten erfolgreich verhandelt haben. Ich hoffe, dass es für dich gut ausgeht und dass es nicht zu grossen Unannehmlichkeiten kommt. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Nessio Geschrieben May 28, 2023 Melden Share Geschrieben May 28, 2023 FWinkler, jetzt habe ich einen anderen Standpunkt. Der Handwerker hat seinen Preis pauschal angeboten, was bedeutet, dass er für die Arbeit einen Festpreis vereinbaren würde, der jegliche unerwarteten Mehrkosten umfasst. Das ist erwähnenswert, da es den Anschein hat, dass diese Kosten auftraten, weil GU die Arbeit falsch eingeschätzt hat. In diesem Fall wäre es eine Beleidigung für den Handwerker, diese Kosten selbst zu übernehmen, da er nie dafür verantwortlich war und auch keinen Spielraum hatte, um den Kunden im Voraus über höhere Kosten zu informieren. Ich bin sicher, es gibt Wege, um zu einer Verhandlungslösung zu gelangen, wie es mein Kollege bereits erwähnt hat, aber ich denke, in der aktuellen Position würde der Handwerker argumentieren, dass diese Zusatzkosten notwendig geworden sind, um die Arbeit zu erledigen. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...