nicola_padinatos Geschrieben June 8, 2023 Melden Share Geschrieben June 8, 2023 Hallo zusammen! Ich stehe vor der Entscheidung, ob ich beim Bau meines Neubaus eine Erdsonden-Wärmepumpe installieren kann oder nicht. Da es in der Nähe bereits zwei Häuser mit tiefen Bohrungen gibt, hat der Kanton ein geologisches Gutachten verlangt. Die vorgeschlagene Tiefe (2 Bohrungen à 110m) scheint jedoch ein echtes Risiko darzustellen, da das Grundwasser in 30m Tiefe liegt. Ich bin kein Experte, deshalb möchte ich gerne eure Meinung und Erfahrungen zu diesem Thema hören. Ich frage mich, ob es nicht besser wäre, zu einer Luft-Wasser-Pumpe zu wechseln, anstatt das Risiko auf mich zu nehmen. Auch frage ich mich, ob ich die Kosten für das Gutachten tragen muss, wenn ich mich gegen die Erdsonden-Heizung entscheide. Ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Nessio Geschrieben June 8, 2023 Melden Share Geschrieben June 8, 2023 Hallo Nicola Padinatos! Ich verstehe vollkommen deine Bedenken und Zweifel hinsichtlich einer geeigneten Heizoption. Eine Möglichkeit wäre eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (WP), aber ich denke, dass dies stark von deinem Budget abhängt. Im Allgemeinen ist eine Erdsonden WP eine wesentlich effizientere Option, da die Wärme aus dem Boden das ganze Jahr über konstant ist. Im Vergleich dazu hängt die Effizienz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe von der Umgebungstemperatur ab. Das bedeutet, dass wenn du in einer sehr kalten Gegend wohnst, deine Heizkosten im Winter stark ansteigen können. Eine Erdsonden WP umfasst die Installation von Pipelines im Boden, die eine konstante Temperatur von etwa 10 bis 15 Grad Celsius über das ganze Jahr aufweisen. Diese Temperatur ermöglicht eine konstante und effiziente Wärmeabgabe und somit auch eine höhere Effizienz der WP. Auf der anderen Seite saugt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe Luft von draussen an und wandelt diese in Wärme um. Wenn die Aussentemperatur niedrig ist, dann ist auch die Effizienz der WP dementsprechend eingeschränkt und erhöht dadurch die Heizkosten. Um den Installationsprozess für eine Erdsonden- oder Luft-Wasser-WP abzuschliessen, ist es wichtig, ein Gutachten durchzuführen. Dieses verifiziert, ob der installierte Standort für eine WP geeignet ist und ob bestimmte Anforderungen erfüllt werden. Hierbei müssen z.B. Informationen über: Art des Bodens, Grundstücksgrösse, Schwierigkeiten beim Ausheben, Zugang zur Strasse und Umgebungstemperatur berücksichtigt werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Kosten für dieses Gutachten je nach Standort und WP-Typ unterschiedlich sein können. Wenn du dir Sorgen um die Kosten des Gutachtens machst, wäre es sinnvoll, mit einem Experten oder Anwalt in Kontakt zu treten, um Informationen zu den genauen Kosten und Zahlungsbedingungen zu erhalten. Bevor du eine Entscheidung triffst, solltest du alle Optionen sorgfältig abwägen und auch langfristige Kosten berücksichtigen, um sicherzustellen, dass du die für dich beste Option auswählst. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
FWinkler Geschrieben June 8, 2023 Melden Share Geschrieben June 8, 2023 Hey Nicola, ich würde an deiner Stelle auch eine geothermische Wärmepumpe in Erwägung ziehen. Sie kann auch genutzt werden, um dein Haus im Sommer zu kühlen. Während in der Schweiz die Kosten für den Betrieb und die Wartung oft höher sind, ist sie dennoch eine umweltfreundlichere Alternative. Was das geologische Gutachten betrifft, würde ich einen weiteren Experten hinzuziehen, um mögliche Lösungen zu besprechen. Vielleicht gibt es ja doch eine Möglichkeit, die Erdsondenbohrung heikel zu nutzen ohne Risiken einzugehen. Mein Freund hat beispielsweise sein Haus auf einer flachen Ebene gebaut, auf der das Grundwasser tatsächlich sehr hoch liegt. Sein Experte hat jedoch durch den Einsatz von Lehm von unten nach oben eine natürliche Barriere geschaffen, um das Haus vor Feuchtigkeit zu schützen. Vielleicht gibt es eine ähnliche Lösung für dein Haus. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Swiss.Stephan Geschrieben June 8, 2023 Melden Share Geschrieben June 8, 2023 Hi Nicola, das Thema Geothermie hat viele Facetten. Eine Aspekt, der nicht so oft erwähnt wird, ist die Bohrtiefe. Wusstest du, dass je tiefer die Bohrung, desto höher der Strombetrag und desto grösser das Risiko von Störungen? Du hast bereits erwähnt, dass deine Nachbarn Bohrungen bis zu 70m haben und deine geplante Bohrung bei 110m liegt. Es mag interesse sein, dass für Bohrungen, die tiefer als 100m sind, andere Vorschriften und Sicherheitsmassnahmen gelten. Das ist gut, weil es das Risiko von Störungen verringert, es bedeutet aber auch höhere Kosten. Es gibt auch eine geringere Anzahl von Experten, die bereit sind, an so tiefe Bohrungen zu gehen, so dass es wahrscheinlich auch schwerer sein könnte, einen Experten auf diesem Gebiet zu finden. Ich denke, es ist wichtig, bei der Entscheidung, was man tun soll, um besser einzuschätzen, ob das Risiko die Vorteile überwiegt. Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...