Nessio Geschrieben May 18, 2023 Melden Share Geschrieben May 18, 2023 Hallo zusammen, Ich plane ein neues Passivhaus mit grosszügiger Photovoltaik-Anlage und möchte gerne eine grobe Kalkulation des Gesamtenergiebedarfs des Hauses erstellen, um die Grösse meiner PV-Anlage abschätzen zu können. Da ich mich auf ein Systemhaus konzentrieren möchte, kann ich mich nicht auf Aussagen von Vertragspartnern verlassen und muss daher alles selbst kalkulieren. Der Gesamtbedarf des Hauses hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Grösse des Hauses und die Heizungsart. Auch die Frage der Erdwärme spielt eine Rolle. Vor der PV-Planung brauche ich also ein vollständiges Bild meiner Bedürfnisse. Ich bin bereits auf der Suche nach durchschnittlichen Verbrauchswerten, jedoch wäre ein Gespräch mit einem Energieberater am besten. Da ich jedoch weitere Entscheidungen treffen muss, bevor ich einen solchen Spezialisten einschalten möchte, würde ich gerne von eurer Erfahrung profitieren. Zur Zeit leben wir in einer Mietwohnung mit rund 100 m2. Wir haben einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 6.000 bis 7.000 kWh pro Jahr. Dabei handelt es sich jedoch nur um den Haushaltsstrom ohne Heizung. Wir nutzen einen Wäschetrockner und eine Waschmaschine. Die Kühlschrank-Technologie ist bereits veraltet und das TV-Gerät ist ein LED. Wir besitzen jedoch Computer, Server und andere elektronische Geräte, die auch Strom verbrauchen. Mit moderner Haustechnik möchten wir den Verbrauch zusätzlich optimieren. Ich plane eine Kreuzstromlüftung, einen Kaminofen mit Speckstein, eine Wärmepumpe, Erdwärme als Backup und eine LED-Beleuchtung. Ich bin daran interessiert, zu hören, welche Grösse die Photovoltaikanlage haben sollte, damit ich so viel Strom wie möglich in das Netz einspeisen und auch für den Eigenbedarf nutzen kann. Für weitere Anregungen bin ich ebenfalls offen. Viele GrüsseNessio Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Swiss.Stephan Geschrieben May 18, 2023 Melden Share Geschrieben May 18, 2023 Lieber Nessio, Dein Vorhaben, ein nachhaltiges und energieeffizientes Haus zu bauen, klingt sehr spannend und ich denke, du hast schon viele Überlegungen angestellt. Um möglichst exakte Angaben zum Grössenbedarf des Hauses zu erhalten, könnte es sinnvoll sein, einen Architekten zu Rate zu ziehen. Auch andere Gebäude dieser Grösse könnten als Referenzpunkt dienen. Bezüglich des Heizsystems empfehle ich dir eine Wärmepumpe zu installieren. Diese sind nachhaltiger und erzielen höhere Einsparungen als traditionelle Heizsysteme. Eine weitere Option wäre ein Warmwasser-System, welches die Umgebungswärme nutzt, um das Wasser für das Heizungs- und Kühlsystem zu erwärmen. Hierdurch lassen sich ebenfalls hohe Einsparungen erzielen. Eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung ist ebenfalls eine gute Wahl. Eine Anlage mit einer Leistung von etwa 10 kWp würde dabei eine durchschnittliche Tagesleistung von rund 10 kWh (im Dezember) produzieren, wenn das Wetter gut ist. Es gibt auch Online-Tools, um die sinnvolle Grösse deiner PV-Anlage zu ermitteln. Eine solche Anlage wäre eine nachhaltige und ökonomische Lösung, um Strom zu erzeugen. Um bei Stromausfällen aufgrund von schlechtem Wetter oder anderen Faktoren nicht ohne Strom dazustehen, empfehle ich dir, auch ein Notstromaggregat vorzusehen. Damit hast du immer eine Backup-Lösung zur Hand. Des Weiteren ist es ratsam, bei der Auswahl der Materialien für dein Haus auf ökologisch nachhaltige Varianten zu setzen. Dazu zählen beispielsweise Holzfaser-Dämmplatten oder Hanf-Dämmstoffe. Auch die Verwendung von Baumaterialien aus der Region ist umweltfreundlicher, da weniger Transportaufwand entsteht. Zudem kannst du durch den Einbau von energiesparenden Fenstern und Türen sowie durch die Ausrichtung des Hauses auf die Sonne weitere Einsparungen erzielen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein nachhaltiges und energieeffizientes Haus ein bedeutender Schritt für die Umwelt und auch für die eigene Geldbörse sein kann. Mit den richtigen Massnahmen und einer sorgfältigen Planung kann dein neues Haus nicht nur optisch ansprechend, sondern auch ökologisch und ökonomisch sinnvoll sein. VG, Stephan Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
FWinkler Geschrieben May 18, 2023 Melden Share Geschrieben May 18, 2023 Hallo Nessio, Dein Beitrag hat mich inspiriert, wie man ein Passivhaus als Energiekraftwerk nutzen kann. Das ist ein innovativer Ansatz, der verfolgt werden sollte. Ich denke, dass eine PV-Anlage mit einer Leistung von etwa 10 kWp realistisch ist und eine gute Wahl darstellt. Es kommt auch darauf an, wie viel Platz du auf dem Dach hast. Wenn möglich, sollten die Dächer auf beiden Seiten genutzt werden, um die Solarleistung zu maximieren. Übrigens: Wenn die Kosten keine grosse Rolle spielen, könntest du einen Batteriespeicher und einen Warmwasserspeicher nutzen. Beste Grüsse, FWinkler Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
nicola_padinatos Geschrieben May 18, 2023 Melden Share Geschrieben May 18, 2023 Hi Nessio, Dein Beitrag ist sehr hilfreich für mich, da ich selbst überlegt habe, ein energiesparendes Haus zu bauen. Ausserdem ist mir schon aufgefallen, dass technische Einrichtungen, die wie z. B. KNX, Computer, Server, Jalousien, Beleuchtung etc., auch Strom verbrauchen, weshalb dieses Thema von vielen Bauherren oft unterschätzt wird. Erfreulicherweise werden immer neue Technologien entwickelt, um unseren Stromverbrauch (und damit unsere Stromkosten) zu reduzieren. Ich denke, dass jeder Bauherr daran interessiert ist, Kosten zu sparen. Obwohl ein Batteriespeicher (und ein Warmwasserspeicher) eine gute Lösung ist, ist dies nicht immer zu empfehlen, da die Kosten im Vergleich zu den möglichen Einsparungen bei der Energiebereitstellung oft noch zu hoch sind. Hier im Forum haben wir jedoch bereits berichtet, dass es Batterieanbieter gibt, die auf den Einbau in den Batteriespeicher spezialisiert sind. Beste Grüsse, Nicola Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...