FWinkler Geschrieben May 23, 2023 Melden Share Geschrieben May 23, 2023 Liebe Community, letzten Ostern sah ich eine Baustelle, wo ich frisch gemauerte Wände beobachten konnte, trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die Wände waren alle durchnässt und teilweise noch nicht vollständig trocken. Entspricht das den Standards, oder kann es möglicherweise Probleme mit der Stabilität geben? Der Baumeisterverband gibt an, dass unter 5 Grad Celsius nicht gemauert werden sollte. Jedoch gibt es Ausnahmen, wenn man spezielle Verfahren einsetzt. Was meint ihr dazu? Vielen Dank im Voraus für eure Meinungen! FWinkler Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Nessio Geschrieben May 23, 2023 Melden Share Geschrieben May 23, 2023 Wenn es darum geht, Mauern bei niedrigen Temperaturen zu bauen, ist es wichtig zu verstehen, welche Auswirkungen die Kälte auf die Trockenzeit und letztlich auf die Struktur der Wände hat. In der Regel ist es am besten, nur bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt zu mauern, um eine normale Trocknungszeit zu gewährleisten und somit eine solide Stabilität der Wände zu erreichen. Einige Baufirmen verwenden jedoch sogenannte Frostschutzmittel, um auch bei niedrigeren Temperaturen gemauerte Wände zu stabilisieren. Diese Mittel sind jedoch kein Allheilmittel und es gibt bestimmte Einschränkungen, auf die geachtet werden muss. Selbst mit Frostschutzmittel sollte man genug Trockenzeit einplanen, um Risse in den Wänden zu vermeiden. Es gibt auch andere Möglichkeiten, um mehr Stabilität zu erlangen. Eine davon ist das vollfugige Mauern, das weniger anfällig für spätere Risse ist, als nur Mörtelbahnen. Vollfugiges Mauern ist eine Technik, bei der der gesamte Zwischenraum zwischen den Steinen mit Mörtel ausgefüllt wird. Das Ergebnis ist eine höhere Dichte, die weitere Risse verhindert. Es ist wichtig zu beachten, dass die Einhaltung der Temperaturregelungen entscheidend für die Qualität der Mauern ist. Die Faustregel lautet, dass man bei Temperaturen unter -5 Grad nicht mauern sollte. Allerdings ist dies in der Schweiz selten der Fall, da die Winter vergleichsweise mild sind. Um zu veranschaulichen, wie Temperatur die Trockenzeit von von gemauerten Wänden beeinflusst, kann man ein Beispiel nehmen. Stellen Sie sich vor, Sie haben an einem milden Tag bei 10 Grad Celsius gemauert. In diesem Fall dauert es etwa eine Woche, bis der Mörtel vollständig getrocknet und ausgehärtet ist. Wenn Sie jedoch bei Temperaturen unter -5 Grad Celsius mauern, kann die Trockenzeit auf mehrere Wochen ansteigen. Dies führt zu einer erheblichen Verzögerung des Bauprozesses und einem erhöhten Risiko für Risse in den Wänden. Ein weiterer Faktor, der bei niedrigeren Temperaturen berücksichtigt werden muss, ist die Feuchtigkeit. Kältere Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen, was zu Kondensation und feuchtem Mörtel führen kann. Dies kann die Trockenzeit weiter verlängern und das Risiko von Rissen erhöhen. Insgesamt ist es wichtig, im Auge zu behalten, dass Temperatur und Feuchtigkeit einen grossen Einfluss auf den Bauprozess von gemauerten Wänden haben. Um die bestmögliche Stabilität und Langlebigkeit Ihrer Wände zu gewährleisten, sollten Sie sich immer an die empfohlenen Temperaturrichtlinien halten und genügend Zeit für die Trocknung einplanen. Was denkt ihr darüber? Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Swiss.Stephan Geschrieben May 23, 2023 Melden Share Geschrieben May 23, 2023 Hallo an alle! Ich bin zwar kein Bauingenieur, aber ich habe auch gehört, dass es möglich ist, bei niedrigen Temperaturen zu mauern, wenn man zusätzliches Wärmezubehör einsetzt. Zum Beispiel könnte man einen Heizlüfter oder eine Wärmesonde verwenden, um das Material auf eine optimale Temperatur zu bringen, bevor es aufgetragen wird. Aber das ist wohl nur bei kleineren Projekten effektiv, da es bei grossen Projekten viel Zeit und Geld kosten würde. Ich stimme Nessio zu, dass vollfugiges Mauern das Beste für eine optimale Festigkeit ist. Letztes Jahr habe ich ein Haus gebaut und habe in der ersten Bauphase Mörtelbahnen für die Wände verwendet, aber ich fand, dass es nicht ausreichend war. In der zweiten Phase habe ich dann vollfugiges Mauern gewählt, und es gab bis heute keine Risse. MfG, Stephan Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
nicola_padinatos Geschrieben May 23, 2023 Melden Share Geschrieben May 23, 2023 Zu bedenken ist auch, dass es bei schlechtem Wetter, wie Regen, Schnee oder Nebel, schwierig sein kann, das Mauerwerk trocken zu halten. Jedes Mauerwerk erhält jedoch einen Feuchtigkeitsschutz für den Fall, dass Feuchtigkeit eindringt. Könnten schlecht getrocknete oder feuchte Wände beim späteren Verputzen oder beim Aufbringen von Farbe Probleme verursachen? Ich hatte dasselbe Problem, als ich mein Haus renoviert habe. Es gab einige Wände, die ich streichen wollte, aber es war schwierig, die Farbe gleichmässig auf den feuchten Wänden aufzutragen. Deshalb musste ich warten, bis der Putz vollständig getrocknet war. Hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht? Viele Grüsse, Nicola Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...