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Swiss.Stephan

Finanzierung eines zukünftigen Neubaus mit Eigenmitteln und Bauland

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Grüezi zusammen,

Ich möchte euch um eure Meinung zu einer Finanzierungsfrage bitten. Ich habe ein sehr gut gelegenes Bauland zum Schnäppchenpreis von CHF 500 pro qm (484qm) und möchte in ein paar Jahren damit einen Neubau errichten. Bevor ich mich in den Bau stürzen kann, muss ich mich jedoch Gedanken über die Finanzierung machen und habe mich heute Nachmittag mit meiner Bank getroffen. Gemäss der Offerte würde der tolle Bau mit ca. CHF 700K zu Buche schlagen und die Eigenmittel müssten CHF 210K betragen.

Ich ging bisher von der Annahme aus, dass der aktuelle Wert des Baulands 1:1 zu den Eigenmitteln gerechnet wird, dann müsste ich nur die Differenz bezahlen. Die Bank sieht es jedoch anders und würde hier maximal CHF 150K am Wert des Baulands als Eigenmittel berechnen. Für mich ist dies als Laie absolut nicht nachvollziehbar. Wenn das Bauland wie normales Geld als Eigenmittel gilt, dann sollte es doch auch tragbar sein, wenn man es 1:1 einfliessen lässt. Könnt ihr mir hier weiterhelfen?

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Hey Stephan!

Ich würde gerne das Thema Baufinanzierung aufgreifen, da ich mich in einer ähnlichen Position befinde. Der Bau oder Kauf eines Hauses ist für viele ein wichtiger Schritt im Leben, aber auch eine Herausforderung. Gerade in der Schweiz, wo die Grundstückspreise hoch sind und die Eigenmittel für eine Baufinanzierung oft schwer aufzubringen sind.

Die Finanzierung einer Baufinanzierung ist oft komplex und es gibt keine festen Regeln, da jeder Kunde anders ist. Die maximale Finanzierungshöhe hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn es um die Baufinanzierung auf dem eigenen Grundstück geht, wird in der Regel ein Eigenkapital von mindestens 20% benötigt. Dies kann aus bestehenden Vermögenswerten wie Aktien, Fonds, Lebensversicherungen oder Sparkonten stammen oder aber aus dem Verkauf Ihres jetzigen Heims.

Ein Teil des Baulands könnte als Sicherheit dienen, aber die Bank muss auch berücksichtigen, dass es wertvolles Kapital darstellt, das verkauft werden kann. Wenn der Kunde das Darlehen nicht mehr bedienen kann, muss die Bank das Grundstück verkaufen können, um ihre Forderungen auszugleichen. Die Bank muss daher nicht nur den durchschnittlichen Marktwert des Grundstücks berücksichtigen, sondern auch die Verkäuflichkeit des Grundstücks. Aus diesem Grund könnte die Bank bis zu CHF 150K des Belehnungswertes für das Bauland anrechnen, anstatt es als 1:1-Eigenkapital zu betrachten.

Lassen Sie mich dies an einem Beispiel erklären. Wenn Sie ein Grundstück in Zürich kaufen, für das Sie 1 Million CHF ausgeben möchten, und ein paar Jahre später darauf bauen wollen, können die Kosten dafür weitere 1 Million CHF betragen. In diesem Fall müssen Sie 20% der Gesamtkosten, also 200.000 CHF Eigenmittel einplanen. Dies kann aus bestehenden Vermögenswerten stammen oder aber aus dem Verkauf Ihres jetzigen Heims. Wenn Sie dann bei Ihrer Bank eine Baufinanzierung beantragen, können Sie maximal bis zu 80% der Gesamtkosten bekommen. Aber wie gesagt, die Bank kann bis zu CHF 150K des Belehnungswertes für das Bauland anrechnen.

Es gibt aber auch weitere Faktoren, die bei einer Baufinanzierung berücksichtigt werden müssen. Ein wichtiger Faktor ist zum Beispiel das Einkommen des Kunden. Die Bank wird das Einkommen des Kunden genau prüfen und untersuchen, ob es ausreicht, um die monatlichen Raten für das Darlehen zu bedienen. Dabei werden auch andere monatliche Ausgaben wie Versicherungen, Miete, Strom, Wasser etc. berücksichtigt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Bonität des Kunden. Die Bank wird eine Schufa-Auskunft einholen und prüfen, ob der Kunde bereits Schulden hat oder Zahlungen versäumt hat. Je besser die Bonität des Kunden, desto günstiger wird in der Regel der Zinssatz auf das Darlehen sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Baufinanzierung in der Schweiz eine Herausforderung darstellt. Kunden müssen sorgfältig planen und ihr Eigenkapital und Einkommen genau prüfen. Die Banken werden ebenfalls gründlich prüfen und untersuchen, ob die Finanzierung realistisch und tragbar für den Kunden ist. Eine gute Bonität und ein gründlicher Finanzierungsplan sind daher wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Baufinanzierung in der Schweiz.

LG, Nessio

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Hi Stephan!

Es kann durchaus möglich sein, dass die Bank aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation vorsichtiger ist und nicht den vollen Wert des Baulandes als Eigenmittel anrechnet. Die Bank zielt darauf ab, das Risiko ihres Kredits zu minimieren und ist daher vorsichtig, wenn es um die Beleihung von Vermögenswerten geht. Das sollte jedoch kein Problem darstellen, solange du in der Lage bist, den Restbetrag des Darlehens zu bedienen.

Du könntest auch versuchen, mit deiner Bank zu verhandeln und zu sehen, ob sie bereit ist, den Wert des Baulandes mehr zu deinem Vorteil zu berücksichtigen. Wenn dein Grundstück wirklich so gut gelegen ist, wie du sagst, könnte dies ein guter Argumentationspunkt sein. Eine andere Möglichkeit wäre, andere Finanzierungsmöglichkeiten wie das Crowdfunding zu prüfen, um zusätzliche Mittel zu beschaffen. Es gibt einige Plattformen, die darauf spezialisiert sind, Anleger und Bauprojekte zusammenzubringen, die möglicherweise auch für dein Vorhaben interessant sein könnten.

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Grüezi Stephan

Es ist ziemlich seltsam, dass die Bank nur bis zu CHF 150K des Wertes deines Baulands als Eigenkapital anrechnen möchte. Hast du eine Ahnung, was die Gründe dafür sind? Ich hatte bislang den Eindruck, dass die Banken im Allgemeinen bemüht sind, zumindest 50% - 70% des Wertes des Baulands als Eigenkapital anzurechnen. Natürlich hängt alles von vielen Faktoren ab.

Eine Sache, die auch berücksichtigt werden sollte, sind die möglichen Veränderungen im Immobilienmarkt. Selbst in der schweizerischen Immobilienbranche kann es schnell zu Veränderungen kommen. Zum Beispiel haben Überlegungen des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) zur Begrenzung der Hypotheken Investoren und Hypothekennehmer nervös gemacht. Die Angst vor einer sog. Blase könnte der Grund sein, warum die Bank vorsichtig ist, wenn es zum Vorschlag des Eigenkapitals kommt. Aber ich würde auf jeden Fall mit der Bank oder einem Berater sprechen und weitere Klarheit erhalten.

Gruss

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