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FWinkler

SIA Definition von "Reserve" für Bauprojekte (BKP 8)

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Hallo Leute,

Ich bin gerade in einem anstrengenden Rechtsstreit mit einem Architekten. Wir diskutieren über die "Reserve" (BKP 8) für Bauprojekte und welche Definition die SIA vorgibt. Hat jemand von euch Erfahrung oder kennt sich damit aus?

a) Wie sollte die Reserve in der Kostenschätzung und im Kostenvoranschlag angesetzt sein? Gibt es eine branchenübliche Interpretation oder ist eine % Empfehlung von SIA verfügbar?

Und für was sollte/kann man diese Reserve verwenden?

Vor der Kostenschätzung habe ich meinen Architekten darum gebeten, für jede Kleinigkeit ein Angebot zu machen und auch eine Sicherheitsmarge für unerwartete Wünsche einzuplanen. Der Architekt schlug dann eine Reserve von 140 TCHF (7,2% der gesamten ursprünglichen Kosten des ersten bis achten Bauarbeitspakets) vor, um uns die Möglichkeit zu geben, weitere Sonderwünsche zu berücksichtigen. Beim Erstellen des Kostenvoranschlags bemerkte der Architekt jedoch, dass er sein SIA-Versprechen über die Erhöhung von Fixkosten um 15% nicht einhalten konnte, da einige Kosten aus dem Ruder liefen. Um unserem Budget entsprechend gerecht zu werden, entfernte er einige wichtige Arbeitspakete aus dem Kostenvoranschlag und reduzierte die Reserve von 140 auf 40 TCHF. Dies hatte zur Folge, dass unser Budget eingeschränkt war - wir konnten uns nicht mehr alle Sonderwünsche leisten, und wichtige Arbeitspakete wurden nur noch als Optionen geführt, anstatt als unverzichtbarer Bestandteil des Projekts.

Ich würde jetzt gerne eure Meinungen dazu hören.

Gruss, FWinkler

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Lieber FWinkler,

ich möchte noch einmal auf die Bedeutung der Reserve bei Architekturprojekten eingehen. Gemäss der SIA-Normen soll die Reserve mindestens 5% betragen, um unerwartete Kosten an einigen Stellen abzufangen. Dies ermöglicht es, das Projekt ohne unvorhergesehene finanzielle Hürden abzuschliessen und sicherzustellen, dass der Projektumfang bzw. die Wünsche des Kunden nicht beeinträchtigt werden.

Ich möchte Ihnen jedoch nahelegen, den Vorschlag Ihres Architekten zu begrüssen, falls er Ihnen eine höhere Reserve von beispielsweise 7,2% vorschlägt. Dies kann besonders bei grösseren und/oder komplexeren Bauvorhaben sinnvoll sein. Erfahrungsgemäss nehmen die meisten Kunden im Laufe der Planungs- und Bauphase Änderungen an ihren ursprünglichen Entwürfen vor, sei es aus Gründen des besseren Designs oder um bestimmte Anforderungen (z.B. von Arbeitgebern) zu erfüllen.

Als Beispiel möchte ich Ihnen gerne von einem grossen Premium-Landhaus erzählen, das ich für einen Kunden entworfen habe. Wir hatten uns auf eine Reserve von 8,2% geeinigt, um auf der sicheren Seite zu sein. Glücklicherweise hatte dieser Entscheid sich gleich mehrfach ausgezahlt: Zum einen stellten wir fest, dass die Grundstückskosten höher waren als erwartet, zum anderen aber – und das ist meistens der Fall – verlangte der Kunde plötzlich den Einbau eines Pools. Dank der zuvor vereinbarten Reserve waren hier keine zusätzlichen Kosten nötig und der Kunde war am Ende sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Kurz gesagt: Eine ausreichende Reserve ist sehr wichtig bei Architekturprojekten, um unerwartete Hürden meistern und Änderungen problemlos vornehmen zu können. Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen bei Ihrer Entscheidungsfindung.

Mit freundlichen Grüssen,

Nessio

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Hallo FWinkler,

Ja, die von Nessio erwähnte Empfehlung der SIA, einen Prozentsatz für die Reserve zu haben-wird von vielen Architekten angewendet. Im Allgemeinen wird jedoch davon ausgegangen, dass eine höhere Reserve dazu beiträgt, ein Projekt schneller abzuschliessen. Zum Beispiel hat ein Kunde Anpassungen vorgenommen oder es gab unerwartete Kostensteigerungen aufgrund von Bedenken, die erst später aufgetaucht sind.

Sie sollten jedoch auch beachten, dass die Entscheidung, eine höhere Reserve festzulegen, zusätzliche Kosten verursachen kann, die möglicherweise nicht von Ihnen gedeckt werden. Daher ist es eine gute Idee, Ihr Budget im Voraus genau zu planen, um zusätzlich vereinbarte Kosten abzudecken.

Grüsse,
Stephan

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Lieber FWinkler,

Neben der Reservierung in der SIA gibt es auch andere Aspekte, auf die Sie möglicherweise achten sollten, insbesondere im Hinblick auf die Fähigkeit Ihres Architekten, Ihre Ziele und Wünsche zu verstehen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Architekt nicht auf Ihre Bedürfnisse oder finanziellen Möglichkeiten eingeht oder dass er nicht transparent oder ehrlich ist - dann ist es möglicherweise unmöglich, eine ergebnisorientierte Beziehung aufrechtzuerhalten.

Wenn es zu einer unterschiedlichen Meinung kommt - einer in der Sie der Meinung sind, dass ein bestimmtes Arbeitspaket oder eine bestimmte Anforderung in Ihrem Projekt enthalten sein sollte - und der Architekt empfiehlt, diese aus Gründen des Budgets auszulassen oder zu reduzieren - dann fragen Sie bitte in jedem Fall nach dem Grund. Fragen Sie, wie die optimale Lösung für dieses Problem aussehen würde oder ob es eine Alternative gibt, die die Anforderungen besser erfüllt.

Vielleicht bietet Ihnen der Architekt auch eine genaue Aufschlüsselung der Kosten an, einschliesslich Standardkosten und optionaler Kosten - damit Sie mehr darüber erfahren können, was Sie bezahlen und welche Kosten eingehalten werden müssen.

Mit freundlichen Grüssen,

Nicola

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