Bauplanung & Bauleitung
Ein Haus wird in Holzständerbauweise gebaut

Holzständerbauweise

Die Holzständerbauweise ist eine Unterform der Fachwerkbauweise und ist insbesondere beim Bau von Fertighäusern aktuell die beliebteste Bauform. Bei der Holzständerbauweise basiert der gesamte Aufbau eines Hauses auf verzapften und vernagelten Holzelementen.

23 November 2016

Durch optimierte Anordnung der einzelnen Elemente entsteht ein stabiles Grundgerüst des Hauses. Als Baumaterial für die Holzständerbauweise wird zumeist schnell wachsendes Nadelholz verwendet. Der grösste Vorteil der Holzständerbauweise liegt in dem kompletten Verzicht von feuchten Baumaterialien wie Beton oder Mörtel. Dadurch entfällt die oft langwierige Trockenzeit, was den Bau zum einen verkürzt, zum anderen vergünstigt.

Die Vorteile der Holzständerbauweise

Neben der kürzeren Bauzeit und dem Entfall jeglicher Trocknungszeiten sind es vor allem die vorgefertigten Bauelemente, die die Holzständerbauweise so attraktiv machen. Die vom Hersteller vorgeschnittenen und vorbehandelten Hölzer müssen vor Ort auf der Baustelle, ähnlich einem grossen Puzzle, nur noch zusammengefügt werden. Ein komplettes Haus kann dadurch in weniger als fünf Tagen errichtet werden, wohin gegen ein Haus in Massivbauweise mehrere Monate vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung benötigt. Unmittelbar nach dem Errichten des Hauses in Holzständerbauweise kann mit dem Innenausbau angefangen werden. Auch hier kann komplett in Trockenbauweise gearbeitet werden. Vorteilhaft ist hier die flexible Raumgestaltung, die Holz als Bauelement ermöglicht. Durch die einfache Verarbeitung sind so stilgebende Raumelemente und Abschrägungen möglich, die in Massivbauweise nicht oder nur schwer zu realisieren wären. Aus ökologischer Sicht sind Häuser in Holzständerbauweise ebenfalls ihren konventionellen Pendants überlegen. Da Holz regional abgebaut und verarbeitet wird, ist der Transport, die Verarbeitung und auch die spätere Entsorgung am Lebensende des Hauses weit weniger umweltbelastend als bei Häusern, bei denen mit Estrich, Mörtel und Co. gearbeitet wurde.

Die Nachteile der Holzständerbauweise

Die meisten der im Folgenden genannten Nachteile lassen sich bereits vor der Bauphase eliminieren, in dem auf qualitativ hochwertiges Material und eine zuverlässige Baufirma gesetzt wird. Der grösste Feind der Holzständerhäuser ist Feuchtigkeit. Diese dringt leider wesentlich schneller in Holzhäuser als denn in Massivhäuser ein und löst in den Räumen Schimmelbefall aus. Daher ist auf optimal durchgetrocknetes Bauholz zu achten. Bei widrigen Wetterverhältnissen sollte der Baugrund sowie der Rohbau immer mit Planen grosszügig abgedeckt werden. Gegen Insektenbefall (Insekten nutzen die Hohlräume der Holzhäuser bevorzugt als Nistplatz) hilft eine gründliche Imprägnierung aller Hölzer mit Insektenschutzmitteln. Ein grosser negativer Aspekt ist die Wertminderung von Häusern in Holzständerbauweise. Diese Häuser werden am Markt wesentlich niedriger bewertet als Massivhäuser, wodurch sich ein eventueller Wiederverkauf oder eine Verwendung des Eigenheimes als Geldanlage schwierig gestaltet. Schuld daran ist die durchschnittliche Nutzungsdauer. Während diese bei Massivhäusern weit über 100 Jahren liegt, werden Holzhäuser im Durchschnitt nur etwa 50 – 80 Jahre bewohnt.

Holzständerbauweise – Fazit

Das Bauen mit Holz hat viel Licht, aber auch Schatten. Bauherren, die auf kürzeste Bauzeit und die Verwendung ökologisch unbedenklicher Materialien setzen, sollten sich intensiv mit der Holzständerbauweise auseinander setzen. Es ist darauf zu achten, dass nur hochwertige Materialien und renommierte Bauträger für das neue Eigenheim in Betracht gezogen werden sollten, um möglichst viele Nachteile, wie das Eindringen von Feuchtigkeit, bereits im Vorfeld auszuschliessen.

Zu bedenken ist auch, dass sich die Holzständerbauweise nur für Einfamilienhäuser eignet. Grosse Objekte wie Mehrfamilienhäuser oder Bürogebäude lassen sich mit Holz nicht realisieren.

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