Finanzierung

Nebenkosten beim Einfamilienhaus

Die Miete beinhaltet viele Nebenkosten, wenn Sie Häuser oder Wohnungen mieten. Beim Einfamilienhaus fallen Nebenkosten zusätzlich neben dem Hypothekarzins und der Amortisation an. Haben Sie berechnet, was auf Sie von den Kosten her insgesamt zukommt?

18 Mai 2016

Die Zinsen waren noch nie so niedrig. Viele Menschen wollen den richtigen Zeitpunkt erkannt haben, sich Immobilien zuzulegen. Und tatsächlich ist der Moment günstig. Die Finanzierung der eigenen vier Wände ist mitunter nicht so teuer wie jahrelanges Mieten einer Liegenschaft. Trotz der tiefen Zinsen wollen Banken von künftigen Eigenheimbesitzern bewiesen haben, dass die anfallenden Kosten von ihnen getragen werden können: Amortisation, Hypothekarzinsen sowie beim Einfamilienhaus die Nebenkosten sollten unter keinen Umständen mehr als ein Drittel des Einkommens ausmachen. Die Banken rechnen ganz klassisch und oftmals mit einem kalkulatorischen Zinssatz, der fünf Prozent beträgt. Dadurch bedient sie ihr eigenes und das Interesse der Kreditnehmerin respektive des Kreditnehmers.

Eherne Regel: Beim Einfamilienhaus Nebenkosten von einem Prozent

Häufig vernachlässigen Kaufinteressenten in ihren Berechnungen die Nebenkosten beim Einfamilienhaus. Das ist nachvollziehbar, da Nebenkosten oftmals in den Mietkosten enthalten sind. Als Immobilieneigentümerin beziehungsweise als Immobilieneigentümer haben Sie die Nebenkosten zusätzlich zur Amortisation und den Hypothekarzinsen zu tragen:

  • Versicherungskosten für die Gebäudeversicherung sowie für Glasschäden, Wasserschäden und Gebäudehaftpflicht.
  • Abgaben für Wasser und Abwasser sowie die Müll- und Grünabfuhr.
  • Gebühren für den Fernsehanschluss.
  • Betriebskosten für Öl, Gas oder Strom, für den Schornsteinfeger sowie für Reinigungs- und Wartungsmaterial.
  • Unterhaltsarbeiten wie kleinere Ausbesserungen oder Gartenarbeiten.
  • Serviceabonnements für die Heizungsanlage, den Öltank, den Waschvollautomat und den Wäschetrockner.

Berechnen Sie die ungefähren Nebenkosten beim Einfamilienhaus

All das kann teuer werden. Experten und Kreditinstitute gehen bei Neubauten von durchschnittlichen Nebenkosten aus, die einen Prozent des Kaufpreises darstellen. Kaufen Sie ein Einfamilienhaus für eine Million Franken, macht dies 10.000 Franken pro Jahr. Ein Beispiel zeigt auf, wie die Nebenkosten zusammengesetzt sein können:

Kaufpreis des Einfamilienhauses 1.000.000 Franken
Versicherungskosten 1.000 Franken
Abgaben 1.250 Franken
Betriebskosten 3.500 Franken
Reparaturen und Unterhalt 2.750 Franken
Garten- und Umgebungspflege 1.500 Franken
 10.000 Franken

 

Die Zahlen sind durchschnittliche Werte. Die tatsächlichen Nebenkosten beim Einfamilienhaus sind von vielen Faktoren abhängig.

Bei dieser Berechnung sind Rückstellungen noch nicht enthalten. Jene, die voraussehend und verantwortungsbewusst kalkulieren, stellen zusätzlich ein Prozent des Verkehrswerts pro Jahr zurück. Zum Beispiel für Renovierungen, den Austausch von Haushaltsgeräten in der Küche oder im Waschkeller und den Ersatz von Sanitäreinrichtungen im WC oder Badezimmer. Dieses eine Prozent findet sich nicht in der Tragbarkeitsrechnung wieder, sollte jedoch stets berücksichtigt werden.

Die Banken sichern sich ab

Nochmals zurück zur Tragbarkeitsberechnung. Sofern Sie ein Gebäude für eine Million Franken erwerben und dabei ein Fünftel davon als Eigenkapital aufbringen, müssen Sie davon ausgehen, dass monatliche Kosten von 4.907 Franken entstehen, also knapp 59.000 Franken pro Jahr zu zahlen sind.

Kalkulatorischer Zins für die 1. und 2. Hypothek 40.000 Franken
Amortisation der 2. Hypothek 8.900 Franken
Unterhalts- und Nebenkosten 10.000 Franken
58.900 Franken

 

Auch hier sind die Zahlen durchschnittliche Werte. Beim Einfamilienhaus sind Nebenkosten von vielen Faktoren abhängig.

Bei dieser Rechnung geht es vordergründig um die künftige Tragbarkeit und nicht um die, die die aktuellen Bedingungen berücksichtigt. Um Ihrer Bank das „ja“ herauszulocken, müssen Sie im Jahr mehr als 168.000 Franken verdienen. Dies ist der Bruttobetrag vor Abzug der Sozialabgaben, in dem das dreizehnte Monatsgehalt und Boni-Zahlungen inbegriffen sind.

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