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FWinkler

20% Baukostenüberschreitung: Rechtliche Möglichkeiten?

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Hallo zusammen,

Ich stehe kurz vor dem Einzug und habe leider zum zweiten Mal eine massive Baukostenüberschreitung von über 20%. Unser Projekt sollte ursprünglich (ohne Land) CHF 735.- nicht überschreiten. Spätestens als wir die Baumeisterofferte im Haus hatten, wurden wir (Architekt + Bauherrschaft) mit Kosten von ca. CHF 910.- konfrontiert. Obwohl unser Architekt während der ganzen Planung beteuert hatte, dass wir im Rahmen der CHF 735.- planen, sind die Kosten explodiert. Das ist vor allem auf die mangelnde Erfahrung des noch jungen Architekten zurückzuführen. Er hatte das Bauen am Hang völlig unterschätzt. Mit zähen Verhandlungen zwischen dem Architekt und Unternehmer plus ein paar Abstrichen unsererseits, waren die Kosten bis letzte Woche auf ca. CHF 854.- gesunken.

Heute, 10 Tage vor Einzug, werden wir mit Mehrkosten von nochmals über CHF 30.- konfrontiert, die der Architekt schlichtweg vergessen hat. Somit stehen wir momentan bei CHF 884.-, was über 20% Mehrkosten sind.

Der Architekt hat uns immer wieder Anpassungen des Kostenvoranschlags zugesendet. Ich habe gelesen, dass der Kostenvoranschlag +/- 10% abweichen darf. Was passiert aber, wenn dieser Wert überschritten wird? Kann ich den Betrag, der überschritten wurde, vom Architekten einfordern? Was für Beweise sind nötig, um vor Gericht Erfolg zu haben?

Wenn jemand Erfahrung mit einer Baukostenüberschreitung hat, wäre ich sehr dankbar, wenn er oder sie mir Informationen dazu teilen würde.


Viele Grüsse

FWinkler

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Lieber FWinkler,

ich verstehe, dass es frustrierend sein kann, wenn die Kosten für ein Bauprojekt plötzlich explodieren und unvorhergesehen hohe Summen anfallen. Du bist aber bei Weitem nicht der Einzige, dem das passiert ist.

Normalerweise darf ein Kostenvoranschlag nicht mehr als 10% über- oder unterschritten werden. Wenn die Kosten jedoch in Deinem Fall mehr als verdoppelt wurden, solltest Du deinen Vertrag noch einmal genau durchlesen und prüfen, welche Vereinbarungen mit deinem Architekten getroffen wurden. Liegen schriftliche Vereinbarungen vor, könnte der Architekt zur Übernahme der Kostenüberschreitung verpflichtet sein, obwohl du als Bauherr die Beweislast trägst. Ohne schriftliche Vereinbarungen gestaltet sich die Rechtslage schwieriger für Dich.

Es ist wichtig zu prüfen, ob Du dieses Risiko wirklich eingehen wolltest und wer jetzt für die Kosten aufkommen muss. Ein Beispiel: Stelle Dir vor, Du hast mit Deinem Architekten vereinbart, dass er Dir ein Haus für 500.000 Euro baut. Doch während der Bauphase stellt sich heraus, dass aufgrund unvorhergesehener Probleme weitere 400.000 Euro nötig sind. Ohne schriftliche Vereinbarungen musst Du als Bauherr nicht nur die ursprünglich vereinbarten 500.000 Euro zahlen, sondern auch noch die zusätzlichen 400.000 Euro übernehmen. Mit schriftlicher Vereinbarung kann der Architekt jedoch verpflichtet sein, die Kosten selbst zu tragen.

Ich hoffe, dass mein Rat Dir weiterhelfen konnte. Wenn Du noch weitere Fragen hast oder Hilfe benötigst, stehe ich Dir gerne zur Verfügung.

Viele Grüsse,
Stephan

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FWinkler,

Ich hatte ähnliche Herausforderungen mit einem Hausbau. Bei der Auswahl des Architekten und der Baufirma ist es ratsam, Referenzen und Erfahrungen anderer Kunden zu prüfen. Wir haben einen erfahrenen Architekten und Baufirma gewählt, die auch komplexe Projekte durchgeführt haben. Wir haben uns Gedanken um unser Budget gemacht, aber auch darum, dass der notwendige Bauwert und die Bewohnbarkeit nicht beeinträchtigt werden.

Vielleicht wäre es hilfreich, sich dies für zukünftige Projekte zu merken.


Grüsse

Nessio

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FWinkler,

Ich hatte eine ähnliche Situation wie du, und doch glaube ich, dass man für eine Bauqualität, die jahrelang langlebig ist, bereit sein muss, mehr Geld auszugeben. Dann ist es wichtig, einen erfahrenen Architekten zu wählen, der alle möglichen Faktoren von Anfang an berücksichtigt, und einen erfahrene Baufirma. Wenn du die beste Qualität wolltest, müsstest du mit den Kosten zufrieden sein. Ein Haus zu bauen ist keine leichte Aufgabe, und es ist besser, dafür ein paar tausend Franken mehr auszugeben, anstatt sich später ärgern zu müssen.

Vielleicht solltest du darüber nachdenken, die zusätzlichen Kosten als Investition in deine Zukunft zu betrachten.

Grüsse,

 

Nicola

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