Nessio Geschrieben May 29, 2023 Melden Share Geschrieben May 29, 2023 Guten Morgen zusammen, Ich habe vor, mir gemeinsam mit meiner Frau unsere Traumimmobilie zu kaufen. Wir haben fast alle notwendigen Geldmittel zusammengekratzt und die Bank hat uns ein sehr interessantes Angebot gemacht. Wir sind uns jedoch nicht sicher, ob das Ganze klug wäre. Hier sind die Umstände: Kaufpreis: CHF 583'000 Flüssiges Eigenkapital: CHF 60'000 Säule 3a: CHF 27'000 Säule 2a: CHF 105'000 Unser Ansatz: Bezug von Säule 2 und 3 -> CHF 192'000 Eigenkapital und damit eine Hypothek von CHF 391'000 Die Hypothek 10 Jahre lang zu 2.66% festschreiben Monatliche Kosten (ohne Nebenkosten): Zinsen für die Hypothek: CHF 900 Rückzahlung PK (bis 65): CHF 333 Rückzahlung 3a (bis 65): CHF 75 3a Beiträge zur Steuerersparnis und zur Vorsorge (bis 65): CHF 547 Einkommenssteuer auf das Vorbezugkapital (für 30 Jahre bis zum Alter 65 berechnet): CHF 11 Macht CHF 1'866 monatlich. Der Vorschlag der Bank: Säule 2 und 3 verpfänden -> CHF 60'000 Eigenkapital und damit eine Hypothek von CHF 523'000 Die Hypothek 10 Jahre lang zu 2,66% festschreiben Indirekte Amortisation über Säule 3a Monatliche Kosten (ohne Nebenkosten): Zinsen: CHF 1'159 Auszahlung über 3a zur Tilgung: CHF 547 Macht CHF 1'706 monatlich. Auf den ersten Blick scheint das Angebot der Bank tatsächlich günstiger zu sein. Der höhere Zinssatz kann von den Steuern abgezogen werden und die Vorsorgegelder würden auch mehr Zinsen abwerfen als bei unserer Variante. Aber hier kommt der grosse Haken: In der Variante der Bank muss ich mit 65 den gesamten Inhalt der 3. Säule als Tilgung abgeben, was bedeutet, dass ich dieses Geld im Alter nicht mehr zur Verfügung haben werde. Bei unserem Ansatz bauen wir die Vorsorgegelder bis 65 wieder auf und haben somit Säule 2 und 3 als flüssiges Geld. Ausserdem entfällt bei einer geringeren Belehnung die Pflichtamortisation. Aber ich blicke bei dieser ganzen Sache nicht mehr ganz durch. Verrechne ich mich hier so stark? Ich würde gerne eure Meinung dazu hören. Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Beste Grüsse, Nessio Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Swiss.Stephan Geschrieben May 29, 2023 Melden Share Geschrieben May 29, 2023 Hallo Nessio, Ich denke, dass die Entscheidung zwischen der Amortisation durch Auszahlung von flüssigem Geld aus Säule 2 und 3 oder der Verwendung von Säule 3a zur Tilgung eine Frage der persönlichen Präferenz ist und von den individuellen Umständen abhängt. Wenn eure Priorität darin besteht, die Säule 2 und 3 als flüssiges Geld zu behalten, ist euer Ansatz sicherlich die beste Wahl. Dies gibt euch die Flexibilität, das Geld für andere Zwecke zu verwenden und gegebenenfalls schnell darauf zuzugreifen. Aber, es gibt auch eine andere Option, bei der ihr Säule 3a zur Tilgung nutzen könnt. Diese Option bietet indirekte Vorteile wie die Steuerersparnis, die über das gesamte Leben weitergehen können. Wenn ihr plant habt, im Rentenalter sowieso in diesem Haus zu leben, könnt ihr diese Option in Erwägung ziehen. Lasst uns ein Beispiel betrachten: Wenn ihr 100.000 CHF aus der 3. Säule amortisiert, zahlt ihr weniger Einkommenssteuer, da das steuerbare Einkommen sinkt. Wenn ihr jedoch das Geld nur in Inkrementen von CHF 6'750 zurückzahlt (und somit jedes Jahr die gesetzlichen Bedingungen erfüllt), würden die Steuern nur CHF 2'350 betragen, wodurch ihr mehr als CHF 24'000 an Steuern einsparen könntet. Wenn ihr euch jedoch entscheidet, das Geld sofort auszubezahlen, würde dies eine Steuerlast von CHF 27.000 verursachen, die über das gesamte Leben anfallen würde. Es ist wichtig zu beachten, dass jeder individuelle Umstände hat und dass es möglicherweise andere Faktoren gibt, die in eurer Entscheidung berücksichtigt werden müssen. Zum Beispiel kann die Nutzung von Säule 3a für die Tilgung dazu führen, dass weniger Geld für andere Zwecke zur Verfügung steht und dass die steuerlichen Vorteile erst später im Leben genutzt werden können. Ich hoffe, ich konnte euch helfen, die Vor- und Nachteile der beiden Optionen besser zu verstehen. Liebe Grüsse, Swiss.Stephan Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
FWinkler Geschrieben May 29, 2023 Melden Share Geschrieben May 29, 2023 Hallo Nessio, Ich denke, dass es auch davon abhängt, welche anderen Vermögenswerte oder Schulden ihr habt. Wenn ihr beispielsweise keine weiteren Ersparnisse oder Schulden habt, wäre es klug, den Säulenzwang zu erfüllen, indem ihr die Bankoption wählt. Auf diese Weise verwendet ihr die Steuerersparnisse und werdet eure Vorsorgegelder auch besser nutzen können. Wenn ihr jedoch andere Vermögenswerte habt und eure Vorsorgegelder als flüssiges Geld behalten möchtet, ist euer eigener Ansatz besser. Allerdings solltet ihr auch die Konsequenzen in Erwägung ziehen, wenn ihr in diesem Fall im Rentenalter eure Hypothek nicht mehr zahlen könnt. Viel Glück und nochmal alles Gute! Viele Grüsse, FWinkler Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
nicola_padinatos Geschrieben May 29, 2023 Melden Share Geschrieben May 29, 2023 Hey Nessio, Eine Frage, die zu beachten ist, wie hoch euer monatliches Einkommen ist. Eine Hypothek von CHF 391.000 bei einem Einkommen von CHF 10.000 pro Monat wäre beispielsweise eher tragbar als bei einem Einkommen von CHF 5.000. Wenn euch die monatliche Belastung der Variante der Bank zu hoch ist, ist es besser, eure Option zu wählen und eure Vorsorgegelder bis 65 wieder aufzubauen. Noch eine Sache, an die man denken muss: habt ihr eure Rente bereits geplant? Wie viel bekommt ihr Pro Monat, nachdem ihr mit dem Arbeiten aufgehört habt? Wie hoch wird eure Miete sein, wenn ihr im Rentenalter eine neue Wohnung suchen müsst? Eine Möglichkeit, die Hypothek auf lange Sicht zu sparen, besteht darin, regelmässig in ein drittes Vorsorgeprodukt zu investieren oder in eine private Altersvorsorge zu investieren. Ich hoffe, das hilft dir weiter. Viele Grüsse, nicola_padinatos Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...