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Was tun bei unerwarteten Mehrkosten beim Hausbau?

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Seit unserem Einzug in unsere Eigentumswohnung im November 2019 war es unser Traum, in unserer neuen Wohnung bequem und komfortabel zu leben. Zwei Wochen vor der Einreichung der endgültigen Abrechnung durch den Bauleiter für das 3-Familien-Haus, erhielten wir die unangenehme Überraschung einer Rechnung von CHF 4'500 für Bodenbeläge.

Das Problem bei dieser Rechnung ist, dass wir die vom Bauleiter vorgeschlagenen Standardbeläge übernommen haben und gemäss seiner Beschreibung (80 CHF für Fliesen und 120 CHF für Parkett) erwarteten, dass wir unterhalb dieser Summe bleiben würden. Der Bauleiter hatte uns zu keiner Zeit darauf hingewiesen, dass die Kosten nicht eingehalten werden können.

Ich frage mich, ob der Bauleiter nicht seine Pflichten vernachlässigt hat. Hätte er uns nicht über die effektiven Kosten für die von uns gewählten Bodenbeläge informieren müssen und vor Beginn der Arbeiten sicherstellen, ob wir mit den Mehrkosten einverstanden sind? Oder ist es unsere Aufgabe als Eigentümer, die Rechnung zu akzeptieren, da der Bauleiter uns lediglich die Standardkosten mitgeteilt hat?

Ich bitte euch, uns mit euren Erfahrungen und mit einer hilfreichen Anleitung zur Hand zu gehen.

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Die Planung eines Hausbaus oder einer Renovierung der eigenen vier Wände ist ein aufregendes Projekt, das jedoch auch Risiken birgt. Einer der häufigsten Fälle ist, dass der Bauunternehmer oder Handwerker nach dem Vertragsabschluss Absprachen nicht einhält und zusätzliche Kosten verlangt, die nicht im Vertrag vereinbart wurden.

Wenn dies der Fall ist, ist es wichtig zu wissen, dass du als Kunde das Recht hast, die Mehrkosten zurückzuweisen. Der Vertrag, den du mit dem Bauunternehmer abgeschlossen hast, ist die Grundlage für die Leistungen, die erbrach werden sollen. Falls der Auftragnehmer davon abweicht, ist es seine Pflicht, dich darüber in Kenntnis zu setzen und Änderungen schriftlich zu dokumentieren.

Ein Beispiel: Du hast einen Vertrag mit einem Bauunternehmer abgeschlossen, in dem die Kosten für die Materialien und die Arbeitsstunden festgelegt wurden. Während des Baus schlägt dir der Bauunternehmer vor, ein bestimmtes Material zu verwenden, das teurer ist als das im Vertrag vereinbarte. Wenn du damit einverstanden bist und der Bauunternehmer dir schriftlich bestätigt, dass er die Mehrkosten übernimmt, gibt es kein Problem. Doch wenn der Bauunternehmer das Material ohne dein Wissen oder deine Zustimmung verwendet und später die zusätlichen Kosten in Rechnung stellt, hast du das Recht, diese Kosten zurückzuweisen.

Um Probleme zu vermeiden oder zu lösen, solltest du transparent mit dem Bauunternehmer/Bauleiter kommunizieren und im Zweifelsfall einen Rechtsanwalt oder die Verbraucherzentrale aufsuchen.

Ein weiteres Beispiel: Nach Fertigstellung des Baus stellt sich heraus, dass das Dach undicht ist. Wenn du frühzeitig aufmerksam gemacht worden wärst, hättest du ein wasserdichtes Dach verlangen können oder zumindest den Preis für die Reparatur verhandeln können. Falls der Auftragnehmer dir jedoch nichts davon gesagt hat und nach Fertigstellung zusätzliche Kosten in Rechnung stellt, ist es seine Pflicht, die Reparaturkosten zu übernehmen, da die Reparatur einer undichten Stelle normalerweise Bestandteil des Hausbaus ist.

In jedem Fall solltest du sicherstellen, dass alle Vereinbarungen und Änderungen schriftlich dokumentiert sind. Eine mündliche Absprache könnte später schwer zu beweisen sein und somit zu deinem Nachteil ausgelegt werden.

Letztendlich liegen die Verantwortung und das Risiko beim Bauunternehmer, wenn er Zusatzkosten verlangt, die nicht im Vertrag enthalten sind. Es ist wichtig, dass du als Kunde dein Recht wahrnimmst und dich im Zweifelsfall an die entsprechenden Stellen wendest.

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Lieber Nicola,

es ist verständlich, dass ihr aufgebracht seid. In solchen Fällen würde ich empfehlen, sich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung zu setzen, um die Rechtslage vollständig zu verstehen. Eine Möglichkeit besteht darin, eine Kostenminderung geltend zu machen. Wenn der Bauleiter in seinen Pflichten versäumt hat, euch über die höheren Kosten zu informieren, habt ihr eine Chance, diese zu reduzieren.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass der Bauleiter eine nachträgliche Zustimmung zu höheren Kosten einholen muss. Ich rate dir, zum Architekten oder Bauleiter zurückzukehren und diese Forderung stellen. Wenn keine Vereinbarung getroffen wird, besteht die Möglichkeit, die höheren Kosten nicht zu akzeptieren oder rechtliche Schritte einzuleiten.

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Hallo Nicola, ich teile eure Frustration in Bezug auf die unerwarteten Mehrkosten. Etwas, worauf ich euch jedoch hinweisen möchte, ist, dass es auch eine Möglichkeit gibt, die Kosten durch Verhandlungen auf eine angemessene Summe zu reduzieren. Dies könnte bedeuten, dass ihr den Bauleiter bitten müsst, mit verschiedenen Anbietern zusammenzuarbeiten, um günstigere Preise zu erzielen.

Erklärt ihm, dass ihr nicht bereit seid, so viel Geld auszugeben, und dass ihr eine Lösung finden müsst, die den von ihm vorgegebenen Standards entspricht. Wenn dies kein Ergebnis bringt, könnt ihr auf alternative kostengünstige Lösungen ausweichen. Letztlich geht es darum, dass ihr das bekommt, was ihr bezahlt habt und keine unerwarteten Kosten hinnehmen müsst.

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