Swiss.Stephan Geschrieben May 26, 2023 Melden Share Geschrieben May 26, 2023 Hallo zusammen, Ich frage mich, ob es in der Schweiz möglich ist, Strom, den man selbst erzeugt hat, zu nutzen und den Überschuss ins Netz einzuspeisen. Ich plane diese Sommer, mein Dach zu erneuern und eine integrierte PV-Anlage anzubringen. Da die Netzparität inzwischen fast erreicht ist und ich mich auf das Ende des KEV vorbereite, wäre es schön, den Strom selbst zu nutzen und nur den Überschuss in das Netz zu entlassen. Leider lässt sich das Problem mit dem normalen Stromzähler von BKW nicht lösen. Hier besteht das Problem darin, dass man sich illegal bewegt, weil man den Zähler rückwärts laufen lässt und somit den normalen Tarif kassiert, anstatt der gesetzlich vorgeschriebenen ~ 11.30Rp/kWh, die die BKW vergüten muss. Dabei hat es den Vorteil, dass ich den Strom, den ich selbr erzeuge und nutze, nicht versteuern muss, weil der Strom nicht über den Zähler geht. Ich bin davon überzeugt, dass ein Haushalt in der Schweiz mit einer PV-Anlage von 5-8 kWp etwa 2/3 des Jahres 100% des selbst erzeugten Stroms nutzen kann. Dabei können intelligente Steuerungen für Boiler, Geschirrspüler, Kühlschrank etc. eingesetzt werden. Was denkt ihr darüber? Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Stephan Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Nessio Geschrieben May 26, 2023 Melden Share Geschrieben May 26, 2023 Hallo Stephan, wenn Sie sich dazu entscheiden, den Strom im eigenen Haushalt selbst zu nutzen, kann eine PV-Anlage eine hervorragende Investition für Sie sein. Eine Systemgrösse von etwa 5-8 kWp ist in der Regel optimal für private Haushalte und kann bei der richtigen Anwendung viel Strom einsparen. Die erste Frage, die viele Menschen haben, ist, wie viel Energie tatsächlich von einer solchen Anlage erzeugt wird. Hier kommt es auf eine Vielzahl von Faktoren an, wie die Grösse und Ausrichtung des Hauses oder das Klima in Ihrer Region. Um Ihnen ein Beispiel zu geben: Eine PV-Anlage mit einer Systemgrösse von 6 kWp kann mit etwa 20-24 Solarmodulen ausgestattet werden. Dies könnte genug Energie liefern, um einen mittelgrossen Haushalt mit Strom zu versorgen und sogar Energie ins Netz einzuspeisen, wenn Überschüsse vorhanden sind. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Anlagensteuerung. Der eingebaute Wechselrichter sorgt in erster Linie dafür, dass der von der PV-Anlage erzeugte Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt wird, den wir in unseren Haushalten verwenden können. Moderne Wechselrichter enthalten jedoch auch eine intelligente Regelung, die die Anlage steuert und dafür sorgt, dass der Strom möglichst effizient verwendet wird. Dies kann zum Beispiel bedeuten, dass energieintensive Geräte wie Wäschetrockner oder Elektroautos nur dann laufen, wenn die Sonne scheint und genügend Strom vorhanden ist. Es gibt auch Möglichkeiten, den Strom zu speichern, den Ihre PV-Anlage erzeugt. Eine der einfachsten Lösungen ist ein Batteriespeicher, der den überschüssigen Strom aufnehmen kann und für den späteren Gebrauch zur Verfügung steht. Alternativ können Sie auch eine Wärmepumpe mit Ihrem System verbinden, die den überschüssigen Strom nutzt, um Wasser aufzuheizen, das dann für die Heizung oder Warmwasserversorgung verwendet werden kann. Es sollte jedoch beachtet werden, dass es in einigen Ländern gesetzliche Vorschriften gibt, die die Einspeisung von überschüssigem Strom ins Netz regeln. In Deutschland zum Beispiel ist es seit 2018 nicht mehr erlaubt, den gesamten Strom ins Netz einzuspeisen und dafür eine garantierte Vergütung zu erhalten. Stattdessen müssen Sie den überschüssigen Strom selbst verbrauchen oder in eine Batterie speichern. Als Faustregel gilt jedoch, dass Sie durch den Einsatz einer PV-Anlage und der entsprechenden Steuerung etwa 30% Ihres Stromverbrauchs im Jahr einsparen und somit erheblich Geld sparen können. Sie können dann beispielsweise Ihren Zimmerkühlschrank oder Ihre Waschmaschine mit der erzeugten Energie betreiben und sparen dadurch jährlich mehrere hundert Euro an Stromkosten. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie umweltfreundlich handeln und einen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen leisten. Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung Ihres PV-Projekts. Herzliche Grüsse, Nessio Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
nicola_padinatos Geschrieben May 26, 2023 Melden Share Geschrieben May 26, 2023 Hi Stephan, Es ist möglich, Strom selbst zu nutzen und Überschüsse ins Netz einzuspeisen. Eine Möglichkeit besteht darin, eine bidirektionale oder Zweirichtungszählertafel zu installieren. Es ist jedoch am besten, eine Lösung mit Ihrem Stromversorgungsunternehmen zu besprechen, um beispielsweise ein Modell für den Betrieb von Boiler, Geschirrspüler und Kühlschrank usw. zu erzielen Grüsse, Nicola Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
FWinkler Geschrieben May 26, 2023 Melden Share Geschrieben May 26, 2023 Hallo Stephan, Eine weitere Angelegenheit, auf die ich hinweisen möchte: Wenn Sie exzessive Energie erzeugen, können Sie immer noch Einnahmen erzielen, indem Sie den Überschuss in das Netz einbringen und ein Vergütungssystem einrichten, bei dem Sie Ausgaben aus den Einnahmen decken können. Sie könnten auch in Zukunft in Erwägung ziehen, sich auf grössere Geräte zu konzentrieren, die von Ihrer PV-Anlage betrieben werden können. Beispielsweise könnten Sie auch anfangen, einen Elektrowagen zu betreiben. Liebe Grüsse, FWinkler Zitieren Link zu diesem Kommentar Auf anderen Seiten teilen More sharing options...