Kauf und Verkauf
Kleines Modellhaus auf einem Tisch neben einem Haustürschlüssel.

Hauskauf: Vermeiden Sie diese 13 kostspieligen Fehler

Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung ist eine der größten finanziellen Entscheidungen im Leben. Eine sorgfältige Vorbereitung ist daher unerlässlich.

25 Mai 2024

In diesem Artikel werden die häufigsten Fehler beim Hauskauf beschrieben und es wird erklärt, wie Sie diese vermeiden können. Von der Immobiliensuche über die Besichtigung und Preisverhandlung bis hin zum Vertragsabschluss und zur Finanzierung – jede Phase birgt potenzielle Fallstricke, die Sie kennen sollten.

Fehler bei der Immobiliensuche: Zu viele Suchkriterien

Bevor Sie mit der Immobiliensuche beginnen, sollten Sie sich genau überlegen, was Ihnen wichtig ist: Wo möchten Sie wohnen? Wie viel Wohneigentum können oder wollen Sie sich leisten? Welche langfristigen Pläne haben Sie? Richten Sie ein Suchabonnement ein, das Sie über neue Angebote informiert. Zu viele Suchkriterien können die Auswahl jedoch stark einschränken. Wenn Sie mehr Suchergebnisse wünschen, sollten Sie weniger wichtige Kriterien streichen. Es ist oft notwendig, Kompromisse einzugehen, da die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Fehler bei der Immobiliensuche: Zu wenig Suchkriterien

Auf der anderen Seite können zu wenige Suchkriterien zu einer Flut von Ergebnissen führen, die unübersichtlich ist und wertvolle Zeit kostet. Finden Sie ein ausgewogenes Verhältnis, indem Sie mit den Suchkriterien experimentieren. Das richtige Gleichgewicht sorgt dafür, dass Sie nur relevante Treffer erhalten und keine Zeit mit ungeeigneten Angeboten verschwenden.

Tipp: Lesen Sie Artikel zur Online-Immobiliensuche, um zu erfahren, wie Sie Ihre Suche im Internet optimieren können.

Fehler bei der Besichtigung: Zu wenig Immobilien besichtigen

Kaufen Sie niemals eine Immobilie ohne Besichtigung. Auch wenn Sie unter Zeitdruck stehen, sollten Sie sich die Zeit nehmen, mehrere Objekte anzuschauen. Besichtigen Sie zunächst weniger interessante Objekte, um sich an den Prozess zu gewöhnen und ein Gefühl dafür zu entwickeln, worauf Sie achten müssen. Vertrauen Sie bei der ersten Besichtigung auf Ihr Bauchgefühl.

Tipp: Nutzen Sie Checklisten für Hausbesichtigungen, um sicherzustellen, dass Sie nichts übersehen.

Fehler bei der Besichtigung: Objekt ohne einen Profi besichtigen

Nach der ersten Besichtigung sollten Sie das Objekt ein zweites Mal zusammen mit einem Immobilienexperten besichtigen. Dieser kann die Bausubstanz und technische Details wie Elektroinstallationen, Haustechnik, Dämmung und vieles mehr gründlich überprüfen. In der Schweiz werden ältere Immobilien oft „wie gesehen“ verkauft, und Gewährleistungsansprüche sind häufig ausgeschlossen. Ein Experte kann Ihnen helfen, potenzielle Probleme zu identifizieren und den Sanierungsbedarf realistisch einzuschätzen.

Fehler bei der Preisverhandlung: Verkaufspreis nicht hinterfragen

Der Immobilienmarkt wird von Angebot und Nachfrage bestimmt. Obwohl die Preise in den letzten Monaten weniger stark gestiegen sind, halten viele Verkäufer an ihren Preisvorstellungen fest. Hinterfragen Sie den Verkaufspreis kritisch, vor allem wenn das Objekt schon länger auf dem Markt ist. Eine neutrale Marktwertschätzung kann Ihnen in den Preisverhandlungen als starkes Argument dienen.

Tipp: Lesen Sie Prognosen zum Immobilienmarkt, um sich über die zukünftige Preisentwicklung zu informieren.

Fehler bei der Preisverhandlung: Sanierungsbedarf unterschätzen

Interessieren Sie sich für ein älteres Haus oder eine ältere Wohnung, ist eine zweite Besichtigung mit einem Immobilienexperten Pflicht. Dieser kann den Sanierungsbedarf und die damit verbundenen Kosten realistisch einschätzen. Energetische Sanierungen können schnell hohe Summen verschlingen. Ein Experte hilft Ihnen, diese Kosten im Voraus einzuplanen und in die Preisverhandlungen einfließen zu lassen.

Fehler beim Vertragsabschluss: Unter Zeitdruck entscheiden

Die Insertionsdauer für Häuser ist im Jahresvergleich gestiegen, was bedeutet, dass Käufer sich mehr Zeit für ihre Entscheidungen nehmen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch wenn Verkäufer behaupten, andere Interessenten stünden bereit. Nehmen Sie sich Zeit für alle notwendigen Besichtigungen, die Schätzung der Sanierungskosten und die Finanzierung. Überstürzte Entscheidungen können teuer werden.

Tipp: Studieren Sie alle Dokumente gründlich, bevor Sie den Kaufvertrag unterzeichnen, und lassen Sie sich nicht zu einer schnellen Unterschrift drängen.

Fehler beim Vertragsabschluss: Dokumente nicht gründlich studieren

Bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben, sollten Sie alle relevanten Dokumente sorgfältig prüfen. Dazu gehören Grundbuchauszüge, Katasterpläne, Investitions-, Renovations- und Sanierungsverzeichnisse sowie Baubeschreibungen und Baupläne. Bei Eigentumswohnungen sollten Sie zusätzlich die Reglemente, Hausordnungen, Jahresrechnungen der Stockwerkeigentümergemeinschaft und Protokolle der letzten Versammlungen prüfen. Bei Unsicherheiten kann ein Immobilienmakler wertvolle Unterstützung bieten.

Tipp: Beauftragen Sie einen Immobilienmakler, der Ihnen hilft, alle Unterlagen zu prüfen und Ihnen den Kaufprozess erklärt.

Fehler bei der Finanzierung: Eigenkapitalbedarf unterschätzen

Eine der wichtigsten Fragen bei der Finanzierung ist, wie viel Wohneigentum Sie sich leisten können. Für die Finanzierung benötigen Sie mindestens 20 % Eigenkapital, wovon mindestens die Hälfte harte Eigenmittel sein müssen. Der Rest kann aus der Pensionskasse stammen. Ein Haus oder eine Wohnung für eine Million Franken erfordert also mindestens 200.000 Franken Eigenkapital.

Tipp: Lesen Sie Artikel über Hypotheken und Eigenkapital, um weitere Informationen zur Finanzierung zu erhalten.

Fehler bei der Finanzierung: Wohnkosten unterschätzen

Viele Käufer unterschätzen die Wohnkosten, da sie nur mit den aktuellen Zinssätzen rechnen, die historisch gesehen niedrig sind. Banken kalkulieren jedoch mit einem höheren kalkulatorischen Zinssatz, um ihre Kunden vor steigenden Zinsen zu schützen. Die Wohnkosten dürfen je nach Bank 33 oder 35 % des Bruttoeinkommens nicht überschreiten. Diese setzen sich zusammen aus dem kalkulatorischen Zins, den Nebenkosten und der Amortisation der zweiten Hypothek.

Tipp: Nutzen Sie Tragbarkeitsrechner, um zu prüfen, ob Sie sich Ihr Traumhaus leisten können.

Fehler bei der Finanzierung: keine Preisvergleiche machen

Bei der Finanzierung von Wohneigentum geht es um erhebliche Summen, dennoch verzichten viele Käufer auf Preisvergleiche. Holen Sie Angebote von mindestens drei Banken ein und vergleichen Sie diese. Oftmals können durch das richtige Hypothekarmodell und die richtige Laufzeit mehrere tausend Franken pro Jahr gespart werden. Verhandeln Sie den Zinssatz, da die veröffentlichten Hypothekarzinsen häufig nur „Schaufensterpreise“ sind.

Tipp: Nutzen Sie Hypothekenvergleichsportale, um Hypothekarmodelle, Laufzeiten und Zinssätze zu vergleichen und die besten Angebote zu kombinieren.

Fehler bei der Finanzierung: Mit dem falschen Preis rechnen

Seit 2014 belehnen Banken Wohneigentum nach dem Niederstwertprinzip, das heißt bis zu 80 % des Kauf- oder Marktpreises, je nachdem welcher niedriger ist. Dies beeinflusst Ihren Eigenkapitalbedarf erheblich. Beispielsweise wird ein Haus mit einem Marktwert von 1,2 Millionen Franken, das für 1,1 Millionen Franken gekauft wird, bis zu 80 % des Kaufpreises belehnt.

Fehler bei der Finanzierung: falsche Strategie wählen

Mit einer Festhypothek wissen Sie genau, wie viel Sie Ihr Eigenheim kosten wird, unabhängig von den Zinsschwankungen. Eine Geldmarkthypothek, die sich am SARON orientiert, bietet Flexibilität bei sinkenden Zinsen, kann jedoch bei steigenden Zinsen teurer werden. Die Wahl der richtigen Strategie hängt von Ihrer finanziellen Situation und den Zinsprognosen ab. Es kann sinnvoll sein, die Hypothek in mehrere Tranchen aufzuteilen.

Tipp: Der SARON-Referenzzinssatz kann täglich schwanken. Saron-Hypotheken eignen sich für Eigentümer, die mit Zinsschwankungen umgehen können und ein finanzielles Polster haben. Wer auf Sicherheit setzt, ist mit einer Festhypothek besser beraten.

Fazit: Gute Vorbereitung ist entscheidend

Der Kauf einer Immobilie ist eine wichtige Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen. Eine gründliche Vorbereitung und das Vermeiden der häufigsten Fehler können Ihnen helfen, die richtige Immobilie zu finden und langfristig zufrieden zu sein. Nutzen Sie Immobilienbewertungen, um die Marktwerte Ihrer Favoriten zu schätzen und sicherzustellen, dass der Verkaufspreis angemessen ist. So haben Sie eine solide Basis für Ihre Preisverhandlungen.

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